Security in Tiroler Landeskliniken trägt Bodycams

Renitenten Patienten oder Angehörigen wird ihr Verhalten künftig „vor Augen geführt“.

Alle Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen des Sicherheitsdienstes der tirol kliniken – sprich der Landeskrankenhäuser in Innsbruck und Hall – tragen seit Anfang dieser Woche sogenannte „BodyCams“, kleine Videokameras, die kritische Situationen im Einsatzfall aufzeichnen. Der Einsatz dieser Geräte ist nicht unumstritten, deshalb wird betont, dass er streng geregelt und auch mit den Betriebsräten abgesprochen sei. Ziel sei sowohl Prävention, als auch Beweissicherung in Fällen, in denen Patienten oder Angehörige aggressiv reagieren, was immer wieder vorkomme.

Deutlich sichtbar und nur nach Vorwarnung eingeschaltet – die Bodycams der Security-Mitarbeiter der Innsbrucker Klinik. Fotos: tirol kliniken/Seiwald

Die Geräte werden deutlich sichtbar getragen und sind grundsätzlich ausgeschaltet. In kritischen Situationen werden betroffene Personen zunächst über den möglichen Einsatz der Kameras informiert. Entschärft das die Situation nicht, informiert der Security-Mitarbeiter ein zweites Mal und schaltet die Kamera ein. Ab dann werden Bild und Ton aufgezeichnet und die gefilmten Personen können auf einem kleinen Bildschirm selbst die Aufzeichnung verfolgen. Ihr Verhalten werde ihnen also sprichwörtlich „vor Augen geführt“ erklärt Jürgen Schreiber, Security-Manager der Innsbrucker Klinik.

Jürgen Schreiber, Security-Manager der Innsbrucker Klinik.

„Alleine diese Tatsche kann schon zur Deeskalation der Situation beitragen. Sollte es aber tatsächlich hart auf hart kommen, dann können die Aufnahmen natürlich auch als Beweismittel verwertet werden“. Gespeichert werden die Aufnahmen fünf Tage lang in verschlüsselter Form. Eine Auswertung erfolgt nach Angaben Schreibers nur im Vieraugen-Prinzip. Sollten MitarbeiterInnen zu sehen sein, müsse der Betriebsrat anwesend sein.

2016 wurde der Sicherheitsdienst der Landeskliniken fast tausendmal zu Hilfe gerufen, 2017 wurden 761 Einsätze gezählt. Der Rückgang erkläre sich vor allem durch eine gesteigerte Präsenz des Sicherheitsdienstes, erklärt dessen Leiter. Dennoch registriere man in den letzten Jahren einen Anstieg der Gewaltbereitschaft. In der Innsbrucker Klinik sind vier Sicherheitsmitarbeiter rund um die Uhr im Einsatz. Im Landeskrankenhaus Hall ist es einer.

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