„Amok“ – eindringlicher Theaterabend am Gym Lienz

Am 7. Juni um 18.30 Uhr packt das Theaterensemble der Schule ein heißes Eisen an. 

Minutiös plant Jens, genannt „Cold“, ein Massaker an seiner Schule. Ins Täterprofil passt er perfekt: Er ist 16, Außenseiter, hört böse Musik, spielt gerne Counter Strike, schreibt blutige Kurzgeschichten. Ihm geht es um Authentizität in einer „Karaoke-Welt“, um Reaktionen auf seine Tat: Selbstvorwürfe der Eltern, Medienskandal, Ruhm.

Matthias Jesacher schlägt Alarm.

Colombine, Winnenden, Parkland, Santa Fe – die Liste der Amokläufe in Schulen ist quälend lang. Sind „school shooter“ allesamt Psychopathen und Wahnsinnige? Der Wunsch der Gesellschaft nach einfachen Erklärungen ist groß, aber Amokläufe können nicht monokausal begründet werden, so eine Hauptthese des Stücks „Amok“, das die Theatergruppe des Lienzer Gymnasiums am Donnerstag, 7. Juni um 18.30 Uhr im Festsaal des BG/BRG Lienz aufführt.

Patrick Niederwieser spielt „Cold“.

Arete Riedl und Arno Oberegger führen Regie in einem anspruchsvollen und unter die Haut gehenden Stück, das sich an „Good morning, boys and girls“ von Juli Zeh anlehnt. Die ambitionierte Theaterarbeit am Gymnasium Lienz greift damit ein topaktuelles Thema auf, Schauplatz ist die Schule selbst und damit die reale Lebenswelt des jungen Ensembles, das auf zahlreiches Publikum hofft. Der Eintritt ist frei.

Adrian Saciri und Pia Elwischger agieren unter der Regie von Arete Riedl und Arno Oberegger.
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