Mehr als sechs Millionen Euro geben Tirols Eltern pro Schuljahr für Nachhilfeunterricht aus. Foto: iStock/Diego Cervo

Mehr als sechs Millionen Euro geben Tirols Eltern pro Schuljahr für Nachhilfeunterricht aus. Foto: iStock/Diego Cervo

Jedes sechste Tiroler Schulkind erhält Nachhilfe

Eltern gaben im Schuljahr 6,2 Millionen Euro aus, vor allem für Mathematik-Stunden.

Schulerfolg ohne Nachhilfeunterricht? Das ist für viele Familien kaum noch vorstellbar. Im ablaufenden Schuljahr 2017/18 inkl. der vorangegangenen Sommerferien wurde für 14.000 der insgesamt 83.000 Tiroler Schülerinnen und Schüler Nachhilfeunterricht organisiert. Das ermittelte eine IFES-Umfrage im Auftrag der AK. Für weitere 4.000 Kinder wäre Nachhilfe zwar nötig, ist für die Eltern aber nicht leistbar. Damit besteht Bedarf bei jedem fünften Schüler im Bundesland. Inhaltlich dominiert mit großem Abstand Mathematik. Insgesamt erhielten in Tirol in diesem Schuljahr und im Sommer davor rund 10.000 SchülerInnen Nachhilfe in Mathematik, rund 3.500 in einer Fremdsprache und rund 3.300 in Deutsch.

Obwohl ein Teil der Nachhilfe über unbezahlte Lernhilfe-Varianten organisiert ist, gaben Tirols Eltern in diesem Schuljahr 6,2 Millionen Euro für den Privatunterricht zu Hause aus, pro Schüler im Schnitt 620 Euro, was einen leichten Rückgang gegenüber dem Vorjahr (680 Euro) bedeutet. Wer gibt Nachhilfe? Mit 27 Prozent steigt der Anteil der StudentInnen, zurückgegangen ist das zumeist teurere Engagement von Lehrern (28 Prozent) und Lern-Instituten (24  Prozent).

Rund drei von zehn Tiroler Schulkindern benötigen fast täglich eine Lernaufsicht durch die Eltern. Bei insgesamt 44 Prozent der Schüler ist dies zumindest zwei bis drei Mal in der Woche nötig. Laut IFES-Studie spricht sich die Hälfte der Eltern in Tirol für den Ausbau der Ganztagsschulen aus. Man wünscht sich kostenlose Nachhilfeangebote an den Schulen, den Ausbau des Förderunterrichts, kleinere Lerngruppen und dass schon in der Schule mehr geübt wird. 22 Prozent der Schülerinnen und Schüler in Tirol hatten in diesem Schuljahr eine externe Nachmittagsbetreuung, im Österreichschnitt sind es 28 Prozent.

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