Eine „Berg Dorf Schule“ wird zum Vorzeigemodell

Das Bildungszentrum Kals gilt als österreichische Leuchtturmschule. Eine Videoreportage. 

Knapp über 1100 Menschen leben in Kals. Und die meisten von ihnen tun es wohl sehr gern. Zumindest scheinen sie sichtbar stolz auf ihren Großglockner, ihren Nationalpark, ihre legendären Bergführer, ihr Schigebiet, ihren florierenden Tourismus und ihre über 160 Jahre alte Trachtenmusikkapelle zu sein.

Die Kalser können aber auch noch auf ein anderes Projekt stolz sein. Es nennt sich schlicht und einfach „Berg Dorf Schule“. Dahinter steckt ein genauso praktischer wie innovativer Gedanke: Kinder von einem bis 14 Jahren werden unter einem Dach pädagogisch betreut. Die Übergänge von der Spielgruppe in den Kindergarten, die Volksschule und die Mittelschule sind fließend und machen daher keinem Kind Angst. Jeder kennt sich, sieht sich täglich und unterstützt sich in vielen Bereichen.

Volksschule und Mittelschule werden von einer Direktorin als eine gemeinsame Schule geleitet. Dieses Modell war notwendig, um den Schulstandort zu erhalten, da für zwei Schulen die Schülerzahlen nicht mehr gereicht hätten. Die Zusammenlegung hat sich allerdings dermaßen gut bewährt, dass Kals inzwischen österreichweit als Vorzeigemodell und Leuchtturmschule gilt. Aus dem organisatorisch notwendigen Zusammenschluss ist inzwischen ein gelebtes Miteinander geworden, von dem alle im Haus untergebrachten Kinder genauso profitieren wie ihre Betreuer und Lehrpersonen.

In den Freiarbeitsstunden treffen sich etwa Volks- und Mittelschüler in der Sporthalle oder sitzen gemeinsam an einem Tisch, um zu lernen und zu üben. Haben sie Fragen, so stellen sie diese nicht nur den Betreuungslehrern, sondern auch den älteren Kindern. Alters- und Schulstufen verschwimmen, vor allem in einzelnen Clustern, in denen Kindergartenkinder, Volksschüler und Mittelschüler eine Gruppe bilden können. Dadurch können spezifische Förderangebote oder fächer- und klassenübergreifende Projekte viel einfacher angeboten und besser koordiniert werden.

Es ist wohl wenig verwunderlich, dass zwei Schwerpunkte im Kalser Bildungszentrum Bergsport und Blasmusik sind. Die Blasmusikklasse arbeitet mit der Musikkapelle und der Landesmusikschule zusammen, die Bergsportler mit den Kalser Bergführern, mit denen sie in der vierten Klasse auch den Großglockner besteigen können. In Kals setzt man, wie die selbstbewussten Kalser Kinder spüren lassen, eben auf Legenden und einen sicheren Boden, auf dem sie wachsen und gedeihen können.

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