SOS-Kinderdorf fordert mehr Schutz für Kinder auf der Flucht

Appell für eine kindgerechte Welt anlässlich des Welt-Flüchtlingstages am 20. Juni.

Anlässlich des Weltflüchtlingstages weist SOS-Kinderdorf einmal mehr auf das millionenfache Leid von Kindern auf der Flucht hin. Laut letztem Bericht von UNHCR sind weltweit rund 65 Millionen Menschen auf der Flucht, die Hälfte davon Kinder. Sie sehen und erleben schreckliche Dinge, sind physischer und psychischer Gewalt ausgesetzt und durch ihre Fluchterfahrungen schwer traumatisiert. „Die von der Weltgemeinschaft ratifizierten Kinderrechte bleiben oft nur Absichtserklärung auf dem Papier und werden täglich überall auf der Welt verletzt“, betont SOS-Kinderdorf-Geschäftsführer Christian Moser.

SOS-Kinderdorf ist nach eigenen Angaben in 135 Ländern tätig und kann in Krisen- und Katastrophengebieten durch langjährige Präsenz, gute bestehende Infrastruktur und regionale Netzwerke lokal rasch nachbarschaftliche Nothilfe leisten. Längerfristige Nothilfeprogramme für Flüchtlinge laufen derzeit in 23 Ländern. Kinder stehen dabei immer im Fokus: Sie brauchen besonderen Schutz, neben der nötigen Grundversorgung und medizinischen Betreuung vor allem kindgerechte Angebote, spezielle psychologische Hilfen sowie Zugang zu Schule und Bildung. SOS-Kinderdorf hat dafür eigene „Interim care Centers“ (kindgerechte Übergangsunterkünfte) und „Child friendly spaces“ (kindgerechte Schutzzonen) entwickelt, wo Kinder umfassend betreut und versorgt werden, sich vom Stress der Flucht erholen und einfach wieder Kind sein können.

SOS-Kinderdorf appelliert zum Weltflüchtlingstag für mehr Schutz und Beachtung der Rechte von Kindern auf der Flucht. Foto: SOS Kinderdorf

In Österreich hat SOS-Kinderdorf 2015 angesichts der dramatischen Entwicklung das Engagement für Kinder auf der Flucht ausgeweitet und 200 neue Plätze für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge geschaffen, einige davon auch in Osttirol. „Es sind kindgerechte Plätze“, wie Christian Moser betont, „in kleinen Einheiten statt in Massenquartieren, mit ausgebildeten PädagogInnen statt Security Teams und mit umfassender altersgerechter Betreuung statt bloßer Verwahrung“. Aktuell betreut SOS-Kinderdorf in Wohngemeinschaften österreichweit knapp 300 unbegleitete minderjährige Flüchtlinge.

„Kinderrechte sind nicht teil- und nicht verhandelbar,“ fordert Moser gleiche Rechte und gleiche Chancen für alle Kinder. „Kind bleibt Kind, egal wo es geboren ist oder gerade lebt. Jedes Kind hat das Recht auf besonderen Schutz, das Recht auf Bildung, das Recht auf Gesundheit, auf Stabilität, einfach kurz gesagt das Recht auf „Kind sein in einer kindgerechten Welt“.

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3 Postings bisher
bergfex vor 4 Wochen

SOS-Kinderdorf fordert mehr Schutz für Kinder auf der Flucht. Super und wer zahlt??

    karli8 vor 4 Wochen

    @bergfex: Tolle Argumentationskette, man kann sich ja persönlich engagieren, dann brauchs keiner zahlen. Oder alternativ verfasst man sinnfreie Postings online

    bobbilein vor 4 Wochen

    wenn sie vielleicht speziell in den letzten wochen u. tagen das weltgeschehen ein bisschen verfolgt hätten, würden sie nicht auf die idee eines solchen kommentars kommen.

    aber leben sie nur weiter in ihrer eigenen blase.