SPÖ und Liste Fritz stellen sich gegen 12-Stunden-Tag

Tiroler FPÖ kontert: „Lächerliche Hetze“ und „erbärmlicher Aktionismus“.

Die Tiroler SPÖ und die Liste Fritz bringen gemeinsam einen Dringlichkeitsantrag gegen die Einführung des 12-Stunden-Tages und der 60-Stunden-Woche ein und fordern den Tiroler Landtag auf, sich in seiner Sitzung in dieser Woche geschlossen gegen dieses Vorhaben der Bundesregierung auszusprechen. Die Tiroler Mitglieder des Nationalrates werden ersucht, dem Gesetzesentwurf nicht zuzustimmen. ÖVP und FPÖ haben im Nationalrat bekanntlich einen entsprechenden Initiativantrag eingebracht, der schon am 2. Juli im Parlament beschlossen werden soll.

„Für seine Großspender will Konzernkanzler Kurz mit seinem wählerverratenden Erfüllungsgehilfen Strache den ÖsterreicherInnen die 60-Stunden-Woche aufzwingen. Profitieren werden davon nur die Unternehmen, den Menschen drohen Lohnraub, mehr Druck und weniger Vereinbarkeit von Familie und Beruf“, artikuliert SP-Gewerkschafter und Landtagsabgeordneter Philip Wohlgemuth die bereits bekannte Position der Opposition.

Für SPÖ-Gewerkschafter Philip Wohlgemuth bringt der 12-Stunden-Tag „Lohnraub, mehr Druck und weniger Vereinbarkeit von Familie und Beruf“. Foto: Expa/Adelsberger

„Viele Arbeitnehmer werden sich aus Angst um den Arbeitsplatz nicht trauen nein zu sagen, wenn der Dienstgeber den 12-Stunden Tag einfordert. Die Auswirkungen auf die Gesundheit der Mitarbeiter werden nachteilig sein. Das Familienleben wird nicht mehr stattfinden. Die ganz großen Draufzahler werden wieder einmal die Frauen sein, denen es in Tirol jetzt schon kaum möglich ist, einem 8-Stunden-Arbeitstag nachzukommen“, argumentiert Liste Fritz-Klubobfrau Andrea Haselwanter-Schneider.

Patrick Haslwanter, FPÖ-Arbeitnehmersprecher im Tiroler Landtag, sieht in diesem Vorstoß eine „lächerliche Hetze“ und „erbärmlichen Aktionismus“ von Gewerkschaften und von der SPÖ, die sich in ihrer Oppositionsrolle noch nicht zurechtgefunden hätten. Haslwanter verweist darauf, dass nun die Freiwilligkeit betont werde: „Die Gewerkschaft ärgert, dass das, was jetzt nur über Betriebsräte und ihre eigenen Funktionäre gemacht werden konnte, endlich gesetzlich normiert wird.“ Der FPÖ-Abgeordnete verweist darauf, dass im Tiroler Gemeinde-Vertragsbedienstetengesetz ein 13-Stunden-Tag vorgesehen sei: „Dieses Gesetz wurde noch unter ÖVP und SPÖ Koalition im Landtag 2012 verabschiedet.“

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8 Postings bisher
chiller336 vor 3 Monaten

schon interessant, dass sich die roten so über den 12 stundenvorschlag auslassen, wo doch der rote paradebetrieb öbb für lokführer schichtarbeitszeiten von bis zu 16 stunden vorsieht - aber das wird wohl was anderes sein .... oder wenn ärzte und polizisten 24 stunden dienst verrichten müssen. also liebe rote möchtegernvolksverbesserer .... nicht über andere schimpfen, sondern erstmal den eigenen dreck betrachten

    F_Z vor 3 Monaten

    bist du dir da sicher? Im KV der ÖBB steht folgendes: "Beim Fahrpersonal und beim sonstigen fahrplangebundenen stationären Personal darf die tägliche Normalarbeitszeit zehn Stunden nicht überschreiten. Sind beim Fahrpersonal Maßnahmen zur Aufrechterhaltung des Verkehrs erforderlich, darf die Normalarbeitszeit im unbedingt notwendigen Ausmaß, aber höchstens bis zwölf Stunden, verlängert werden. Diese Maßnahmen werden ausnahmsweise insbesondere dann zu setzen sein, wenn der Betrieb aufrechterhalten werden muss, damit ein Verkehrsmittel ein bestimmtes Ziel erreichen kann, oder bis ein Arbeitnehmer durch einen anderen Arbeitnehmer abgelöst werden kann." Quelle: http://www.kollektivvertrag.at/kv/oesterreichische-bundesbahnen-arb-ang/oesterreichische-bundesbahnen-kv-arbeitszeit-zusatz/3499407

neutral vor 3 Monaten

... "Lächerliche Hetze" - jaja, die sogenannten Vertreter der "kleinen Leute", die sich ganz eifrig für mehr/intensivere Arbeit anstatt für mehr Entlohnung einsetzen ...

sprühkäse vor 3 Monaten

Die SPÖ hat KEINE Themen! Aber jetzt ENDLICH...der 12 STUNDEN TAG! Sucht euch doch ein wirkliches Thema! ALTERSARMUT zum Beispiel!

    Churchill vor 3 Monaten

    Völlig unabhängig vom Inhalt des Postings finde ich diesen Nick einfach nur geil ?

senf vor 3 Monaten

ich verstehe die aufregung nicht, denn der 12 stundentag hat ja auch für den arbeitnehmer vorteile. vor allem für die gleitzeit und damit auch für die familie. im öffentlichen dienst ist das längst per gesetz geregelt, beste praxis und keiner regt sich auf. die wochen und monatsarbeitszeit bleibt ja gleich, was entfällt sind die überstundenzuschläge bei auszahlung des mehrstundenanfalls innerhalb 12 stunden am tag. wann mehr oder weniger gearbeitet wird, ist ohnehin von betriebsabläufen und vom gegeseitigen einvernehmen abhängig.

mit der einführung des 12 stundentages jetzt auch in österreich, bekommen beide partner (AN / AG) endlich rechtssicherheit. betriebe, die das bisher schamlos ausgenutzt haben, werden das auch in zukunft tun und die betriebsräte oder interessensvertretungen werden weiterhin wegschauen.

    boarium vor 3 Monaten

    Wer hier von gegenseitigem Einverständnis als Voraussetzung spricht, hat sein Leben lang unbeschreibliches Glück mit Vorgesetzten gehabt. Oder ist unglaublich blauäugig.

    Dass wenige laut schreien mag auch damit zu tun haben, dass sich der Rest mit Rücksicht auf seinen Arbeitsplatz nicht traut. Just saying. Willkommen in der Arbeitswelt.

Churchill vor 3 Monaten

Was soll oder kann der Landtag geben Bundesgesetzgebung unternehmen?