Förderung soll die Zukunft der Dorfgasthäuser absichern

Neue Tiroler Tourismus-Förderungsrichtlinie fokussiert auf Qualität und nimmt Seilbahnen aus.

Qualität vor Quantität, unter diesem Motto beschloss die Tiroler Landesregierung am 26. Juni die neue Tourismusförderungsrichtlinie. Deren Schwerpunkt liegt auf qualitätsverbessernden Maßnahmen für bestehende heimische Betriebe und soll unter anderem das „Gasthaus-Sterben“ bekämpfen. „Wir unterstützen jene Tourismusbereiche und Investitionsvorhaben, die die authentische und nachhaltige Tourismusentwicklung in Tirol stärken“, erklärt Landeshauptmann Günther Platter. Als Tourismusreferent in der Landesregierung verweist er darauf, dass die neue Förderrichtlinie besonders Kleinst-, Klein- und Mittelunternehmen unterstützen soll.

Vorhaben, die über Investorenmodelle mit dem Verkauf von Chalets finanziert werden und der Bau neuer Betten außerhalb der Sonder-/Regionalförderungsprogramme sind künftig von der Tourismusförderung ausgenommen. Damit reagiert die Landesregierung offenbar auch auf Kritik, die in letzter Zeit aus den Reihen der Opposition geäußert wurde.

Stark verankert in der Tiroler Kultur und künftig auch in der Tiroler Tourismusförderung: das Dorfgasthaus! Foto: Ramona Waldner

Den in der Tiroler Kultur stark verankerten Dorfgasthäusern gelte ein Hauptaugenmerk der neuen Förderrichtlinie, so Platter: „Statt noch mehr Betten wollen wir die bestehenden Betriebe bestmöglich unterstützen. Tradition hat in Tirol einen hohen Stellenwert – dazu zählt auch die heimische Wirtshauskultur. Die Gasthäuser in unseren Dörfern erfüllen als Kommunikations- und Identifikationspunkte eine wichtige gesellschaftliche Funktion, die weit über den rein touristischen Wert hinausgeht. Dies gilt es zu erhalten.“ Gleichzeitig soll die Qualität in der Hotellerie und Gastronomie insgesamt verbessert werden, etwa durch Investitionen in Barrierefreiheit oder Qualitätsverbesserungen im Zimmer- und Sanitärbereich.

Differenziert betrachtet die Landesregierung in der neuen Förderungsrichtlinie die Schaffung touristischer Infrastrukturen. „Für die wirtschaftliche Leistungs- und Wettbewerbsfähigkeit einer Region sind auch Zusatzangebote ausschlaggebend. Damit wird die gesamte Angebotsqualität gesteigert“, erklärt Platter und fügt hinzu, „dass Projekte von Seilbahnunternehmen von der Förderung ausgeschlossen sind.“

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3 Postings bisher
tauernwind

Ich denke zur einstigen Blüte der Dorfgastronomie wird es nie mehr kommen.

Viele Männer gingen früher nach dem arbeiten zum Wirt und die Frauen waren Zuhause bei den Kindern.

Heute sieht man Männer mit Kinderwagen, Männer die Kochen, Frauen die arbeiten gehen (wollen) und Freizeitsport wird viel größer geschrieben als früher.

Die Zeit hat sich eben geändert, eine Förderung das mehr ins Gasthaus gegangen wird sehe ich kritisch.

Vision

Ein ganz großes Problem im Gastgewerbe ist, dass man keine Aushilfskräfte mehr bekommt. Wer arbeitswillig ist, dem bringt es meist nichts, da er auf der anderen Seite irgendeine Beihilfe verliert. Politiker und WIrtschaftskammer, ihr seid gefordert, Investitionszuschüsse zur Qualitätssteigerung allein lösen das Problem nicht!