Spannende Forschungsprojekte in der „Historegio“

Europaregion setzt mit gemeinsamer Geschichtsforschung auf „Raum des Ausgleichs“.

Am 28. Juni stellten die Tiroler Kulturlandesrätin Beate Palfrader und der Südtiroler Landeshauptmann Arno Kompatscher als Euregio-Präsident das jüngste Forschungsprojekt der Europaregion vor: Historegio. „Historegio ist ein von den drei Euregio-Universitäten Bozen, Innsbruck und Trient und dem EVTZ gemeinschaftlich betriebenes, regionalgeschichtliches Forschungs- und Vermittlungsprojekt“, erklärte Palfrader. Die regionalgeschichtliche Forschung der drei Universitäten soll aufgewertet und die bereits bestehende wissenschaftliche Arbeit verstärkt werden. Darüber will man junge HistorikerInnen fördern.

„Auf lange Sicht könnte Historegio eine Art ‚Raum des Ausgleichs‘ für die regionale Geschichtsforschung im alpinen Raum werden, sozusagen ein Treffpunkt und Ort des Dialogs für Forscherinnen und Forscher aus Italien, Österreich und Deutschland“, unterstrich Arno Kompatscher. Aktuell werden drei Forschungsprojekte unterstützt. Das erste hat Italien und die Südtirolfrage bei der Friedenskonferenz von Saint Germain vor einhundert Jahren im Fokus. Das Forschungsteam wird vor allem die Position Italiens in Bezug auf die Südtirolfrage mit Hilfe von neuem Archivmaterial analysieren.

Die zunehmende Polarisierung nationaler Zugehörigkeiten, die schlussendlich im ersten Weltkrieg mündete, ist ebenfalls Forschungsthema der „Historegio“. Foto: 14-18.europaregion.info/

Das zweite Projekt thematisiert Nation Building im regionalen Kontext: Das 19. Jahrhundert zeichnete sich durch eine zunehmende Polarisierung nationaler Zugehörigkeiten aus, welche schlussendlich im ersten Weltkrieg ihren Höhepunkt fand. Das Forschungsprojekt untersucht den konfliktvollen Prozess des „nation building“ im Tiroler Gebiet vom 19. Jahrhundert bis zum Großen Krieg. Dabei ist die Frage des Zusammenlebens der zwei ethnischen Gruppen, Seite an Seite mit einer dritten Gruppe, den Ladinern, auch heute noch von großer Aktualität.

Das dritte Thema behandelt die technologischen Veränderungen und ihre Auswirkungen im alpinen Raum vom 19. bis 20. Jahrhundert. Neben dem Ausbau der Verkehrswege und dem damit zusammenhängenden Wandel im Transportwesen und im Tourismus werden die Änderungen in der Landwirtschaft und im Energiesektor beleuchtet.

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