Radrundfahrt: Giovanni Visconti gewinnt in Prägraten

Zweiter Etappensieg für den Italiener. Stephen Cummings warf sein Rad hin.

In Kitzbühel fiel heute, 10. Juli, der Startschuss zur vierten Etappe der Österreich Radrundfahrt über 143 Kilometer nach Prägraten. Das Bergsteigerdorf im Virgental war heute zum sechsten Mal Etappenziel der Tour.

Nach der ersten harten Klettertour auf das Kitzbüheler Horn schlug das Hauptfeld über die „Wiesbauer“-Bergwertung Pass Thurn ein gemütlicheres Tempo an – die Strapazen der letzten Tage steckten vielen Fahrern noch in den Beinen. Doch am Felbertauern begann das Rennen dann so richtig. Nach einigen Scharmützeln setzten sich bei der Abfahrt vier Fahrer ab – darunter Feldkirch-Sieger Matej Mohoric (Bahrain Merida), Stephen Cummings und Johann van Zyl von Dimension Data und Georg Zimmermann vom Tirol Cycling Team. Im Iseltal, vorbei an Matrei, bauten sie ihren Vorsprung auf.

Bei einem packenden Zielsprint verwies Antonio Visconti den dreifachen Cross-Weltmeister Wout van Aert auf Platz zwei. Foto: EXPA/JFK

Dann entwickelte sich Richtung Lienz, wo die dritte „Mautner Markhof“-Sprintwertung ausgefahren wurde, ein Verfolgungsrennen: Vorne das Führungsquartett, das Hauptfeld, wo vor allem Astana das Tempo machte, nicht weiter als eineinhalb Minuten entfernt. Beim Schlussanstieg Richtung Prägraten beteiligte sich auch Bahrain-Merida an der Verfolgungsarbeit, Mohoric ließ sich zurückfallen. Rund 15 Kilometer vor dem Ziel lagen nur noch der zweifache Tour de France-Etappensieger Cummings und der 20-jährige Tirol-Legionär Zimmermann vorne. Dann passierte es: Olympiamedaillengewinner Stephen Cummings hatte technische Probleme mit seiner Schaltung, schmiss das Rad auf den Gehsteig und stand minutenlang neben seinem Rad. Damit waren alle Bemühungen des Tages um den Etappensieg vorbei!

Von da an folgte eine Attacke der nächsten: Rund vier Kilometer vor dem Ziel versuchte es Antonio Nibali, doch er wurde wieder gestellt und 41 Fahrer traten zum Zielsprint an, wo Giovanni Visconti den dreifachen Cross-Weltmeister Wout van Aert auf den zweiten Platz verwies. „Es ist ein fantastisches Rennen für uns mit dem dritten Etappensieg und Hermann Pernsteiner haben wir im Gesamtklassement an der zweiten Stelle!“, freute sich der zweifache Giro-Etappensieger Visconti. Alle Top-Fahrer im Gesamtklassement erreichten mit der Spitzengruppe das Ziel. Ben Hermans vom Team Israel Cycling Academy führt 18 Sekunden vor dem Niederösterreicher Hermann Pernsteiner und 26 Sekunden vor dem Italiener Dario Cataldo (Astana).

Morgen steht die mit 92,9 Kilometern relativ kurze Glockneretappe auf dem Programm. Der fünfte Tagesabschnitt startet um 11:00 Uhr in Matrei.

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7 Postings bisher
Kapatieme vor 2 Monaten

Ja, das Geld ist im dopingverseuchten Strassenradsport gut verschleudert. Dafür geht am Lakatatrail so gut wie nichts weiter. Keine Betreuung an der Talstation. Falls die Bahn überhaupt fährt! Die Hartware muss man sich irgendwo in Lienz ausleihen . Wehe wenn man einen Defekt hat dann retour über die verstauten Strassen zurück in den Laden. Am Weissensee eröffnen sie jetzt den dritten Trail. Bei uns vielleicht mal zu Weihnachten wieder einen.

Kapatieme vor 2 Monaten

Die Streckenführung in Osttirol ist allerdings ein Witz. Von Matrei nach Lienz dann wieder retour nach Matrei , lächerlich ! Am nächsten Tag wieder retour über Felbertauern , Bergankunft ! Wieso nicht über Iselsberg, Mölltal usw. auf den Glockner und a gscheite Abfahrt über Glocknerstrasse nach Bruck. Gute Abfahrer können dabei viel Zeit gutmachen. Gibts bei dem Rennen überhaupt eine Abfahrt ? Die Strecke hat wohl ein Autofahrer bestimmt. Und die Million Werbewert ohne Lifeübertragung - wer glaubt das ?

Franz Brugger vor 2 Monaten

Radeldorado für Mountainbikes lass ich gelten und macht Sinn. Allerdings braucht es da mehr Initiative in Richtung EVENT, mir kommt da der Glockner Duathlon - Rad, Laufen an zwei Tagen in den Sinn. Oder , Kombination von Wettfahrt Lienz- Fasching Alm, Hochstein und/oder Karlsbader Hütte (nur gerade angedacht).

Radeldorado für Strassenfahrer, wie es ja die Österreich Rundfahrt vermittelt - wird Osttirol wohl nie werden. Deshalb halte ich es für legitim, diese Kosten in Frage zu stellen, oder zu überlegen, wo man dieses Geld besser investieren kann.

Der Werbewert von Fernsehminuten - demnach müsste Osttirol wohl überrannt sein auf Grund der Übertragungen Schi Welt Cup und Österreich Rundfahrt.

sprühkäse vor 2 Monaten

Ich sehe nur Straßensperren und Verkehrschaos, viele FF-Helfer und unzählige Polizei Einsatzwägen. Bringt dieser Event Osttirol wenigstens etwas? Wirtschaftlich? Ich sehe den Vorteil in Radrennen jedenfalls nicht, der vom obersten Tourismus Obmann andauernd für unser Land propagiert wird.

    senf vor 2 Monaten

    käse@: der Inverstition des tvb-osttirol und der gemeinden in der höhe von rund 50.000 bis 60.000 € (natürlich ohne verkehrsregelung und ideeller leistungen) stehen weit über eine million € an werbewert für osttirol gegenüber, so laut medienberichten die einschätzung des tvb-obmannes ft. zumindest in den vergangenen jahren. das mag man nun sehen wie man will. genaueres weiss der aufsichtsrat des tourismusverbandes osttirol und als mitglied des tvb kannst du dir einsicht verschaffen. interessant die dichte der ausgewiesenen mountenbikerouten im "radeldorado" osttirol zum vergleich mit kitzbühel und dem rest des landes tirol. zu finden unter:

    https://maps.tirol.gv.at/tirisMapsMobile/synserver?project=mobile_mountainbike&client=core.

    viel spass

      sprühkäse vor 2 Monaten

      @senf: Ich sehe diese Investitionen für unser Land jedenfalls nicht. Dieses Radrennen läuft doch bereits seit mehr als 20 Jahren. Eigentlich müsste es sich auf Osttirol in Form eines "Geldregens" auswirken. Wenn nicht, warum noch diese Marketingschiene verfolgen? Rennrad fahren ist kein Event. Das schauen sich nicht einmal mehr Pensionsten auf dem Sofa an. Wer ist dann die Zielgruppe? Vielleicht wir Einheimischen ?

      senf vor 2 Monaten

      es ist nun mal das steckenpferd des AR vorsitzenden franz, der zugleich der präsident des radclubs osttirol ist. man schaufelt seit jahren beträchtlich tvb mittel in den rennradsport, der in osttirol eigentlich keinen sinn macht, oder hast du in unserer region schon einen gast oder eine gästegruppe aus unseren zielmärkten mit rennrädern beobachten können? sogar das viel gepriesene bergradeln mögen gaste ja auch nich so besonders, ausser das hotel stellt neuerdings e-bikes und animatoren bereit.

      ich hätte vor allem auch zweifel wegen der befangenheit dieses herrn für diese geldflüsse, aber wie man merkt, funktioniert der selbstbedienungsladen mit mehrheiten im gremium ja bestens. das war in der vergangenheit so und wird auch noch einige jährchen funktionieren.

      ich jedenfalls hab tv-secunden über die radetappe durch osttirol in deutschen und europäischen sportkanälen noch nie bemerkt. kann jemand gegenteiliges berichten?