Was genau passiert heute mit dem Mond?

Das nächtliche Spektakel am Himmel ist ein Jahrhundertereignis. Hier die Details.

Eine Mondfinsternis ist an sich kein seltenes Ereignis. Pro Jahrhundert sind auf der Erde rund 150 Mondfinsternisse sichtbar. Die Mondfinsternis heute Freitag, 27. Juli, ist aber in mehrfacher Hinsicht ungewöhnlich, erklärt Albert Sudy von der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG): „Die totale Phase dieser Mondfinsternis ist in Österreich, wenn das Wetter mitspielt, vollständig sichtbar. Sie dauert 103 Minuten und ist die längste Mondfinsternis in diesem Jahrhundert. Denn der Mond wandert sehr mittig durch den Erdschatten. Außerdem ist dieser Erdschatten relativ groß, weil der Mond derzeit seine größte Entfernung zur Erde hat. Es gibt auch einen zusätzlichen Gast bei diesem Ereignis. Unser Nachbarplanet Mars wird direkt unter dem Mond sichtbar sein. Der Mars ist derzeit mit einem Abstand von nur 58 Millionen Kilometer relativ nahe an der Erde.“

Der „rote Planet“ Mars wird also mit dem Mond um die Wette leuchten. Denn der Mond verschwindet bei einer Finsternis nicht vollständig in der Dunkelheit. „Der Mond wird während einer totalen Finsternis rötlich bis bräunlich“, erklärt ZAMG-Meteorologe und Astronom Albert Sudy, „denn es erreicht ihn noch Streulicht der Erde. Das sind Sonnenstrahlen, die in der Atmosphäre der Erde abgelenkt werden und so auf den im Erdschatten stehenden Mond treffen. Wie die Farbe genau ist, lässt sich nicht vorhersagen. Das hängt stark vom aktuellen Zustand der Erdatmosphäre ab, zum Beispiel wie viel oder wenig Vulkanstaub derzeit vorhanden ist.“

Eine sehr gute Videoerklärung liefert „Der Standard“ auf YouTube:

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