Ab hier beginnt im Sommer die Zone der Unberechenbarkeit. Radler, wohin man blickt und nicht immer dort, wo sie hingehören. Foto: Sabine Hopfgartner

Ab hier beginnt im Sommer die Zone der Unberechenbarkeit. Radler, wohin man blickt und nicht immer dort, wo sie hingehören. Foto: Sabine Hopfgartner

Benvenuti a Lienz – Willkommen im Radfahrerchaos

Im Sommer mutiert die Anlage vor der Draubrücke zu einem Hotspot im Stadtgebiet.

Der Radweg von Südtirol durch das Pustertal bis nach Lienz scheint besonders bei unseren Nachbarn aus Italien ungebremst beliebt zu sein. Schon schön, wenn Gäste den Weg in unsere hübsche Bezirksstadt suchen und finden, die Zahl der Tagesgäste ist an manchen Tagen in den Sommermonaten darum auch sehr beachtlich. Und zwangsläufig muss die Gästeschar am Weg in die Innenstadt am Dolomitenbad vorbei, um dann die Kreuzung vor der Draubrücke zu passieren. Ein oft nicht ungefährliches und enges Vorhaben.

Liegt es an der Müdigkeit und Unkonzentriertheit der Radler oder doch am Verkehrsleitsystem in Richtung Bahnhof und Zentrum? Täglich entstehen für Gäste und Einheimische hier kritische Situationen – für Radler und für Autofahrer. In Scharen passieren ganze Kolonnen den Zebrastreifen, ohne wirklich auf den Verkehr zu achten, einige biegen schon vorher ab und wählen trotz aller visuellen und akustischen Hinweise die Einbahnstrecke. Um den Anschluss an die Gruppe nicht zu verlieren, bleiben Radfahrer in der Unterführung oder beim Anstieg anschließend einfach stehen und gerne wird die Fußgängerspur auch gleich mitbenutzt und zum Radweg umfunktioniert.

Am Nachmittag verlagert sich das Chaos dann in Richtung Bahnhofskreuzung und Bahnhofareal. Eine Fahrt mit dem Auto über die Lastenstraße gleicht einem Eiertanz, von links und rechts kommend, erobern Fußgänger und Radfahrer flächendeckend das Terrain.

Das Problem ist da und auch hinlänglich bekannt, die Lösung sollte möglichst rasch kommen! Bürgermeisterin Elisabeth Blanik und ein dafür verantwortliches Team luden Ende Mai alle Anrainer der Tristacher Straße und Umgebungsstraßen zu einer Informations- und Diskussionsveranstaltung rund um das Mobilitätszentrum NEU in den Ratsaal der Liebburg ein. Die Teilnehmer wurden darüber informiert, dass es schon zeitnahe von der Planung in die Umsetzung gehen sollte und der neuralgische Punkt so schnell als möglich entschärft werden wird.

Mit dem Bau einer neuen Brücke, einer Temporeduzierung und verkehrsberuhigter Zone südlich der Drau, einem neuen Park & Ride-System und der bedienungsfreundlichen Handhabe für Radfahrer im neuen Mobilitätszentrum Bahnhof sollte der Problematik die Stirn geboten werden und die Sicherheit für Gäste und Einheimische wieder gegeben sein. Bleibt zu hoffen, dass das Ei, welches schon lange gelegt wurde, nun auch endlich ausgebrütet wird!

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18 Postings bisher
meinlz

Das Problem amlacherstrasse/tristacher strasse wird durch die neue brücke keinesfalls gelöst!!!! Die italienischen ciclisti sind mir selbstredend benvenuti!!!

    chiller336

    ich finde, das wird sehr wohl dadurch gelöst ... wenn all die chaoten dann die fahrräder am neuen parkplatz abgeben und nicht mehr richtung bundesstraße fahren müssen - vorausgesetzt die firma papin sport verlegt ihren radabgabeplatz auch dorthin .... grad heute an diesem 23.8. isses zb besonders an der bahnhofskreuzung ein wahnsinn gewesen, was sich dort abspielt und sich dann zusätzlich noch die geisterbusse quer über die abbiegespuren einreihen ....ich hoffe dass die sich schimpfenden verkehrsplaner sich dieses chaos mal live ansehn um vielleicht eine vernünftige lösung zu finden

nibo1966

Hallo, eine kleine Anmerkung als deutscher Urlauber. Das Problem hier sind nicht die Italiener, nicht die Lienzer, und auch nicht andere radelnde Nationen. Es sind einfach zu viele Menschen zur gleichen Zeit am gleichen Fleck. Entschärfung, geht nur über Verkehrsführung oder Begrenzung. Begrenzung ist kaum möglich und viele andere Routen zum Bahnhof sind nicht möglich, außer man benutzt die stark befahrene Bundesstraße. Fazit: Wie es ist, so ist es. Oder zu einer anderen Zeit den Drauradweg nutzen. Im Juni, bzw. ab Ende September sicher kein Problem.

Europa

Ich bin nicht gegen die Italiener auch einheimnische halten sich nicht an Verkehrsregeln vorallem beim Gymnasium Blockieren die Eltern mit ihren Autos die Haltestelle Schüler die den Bus nehmen wollen müssen dort in 2 Reihe einsteigen. Da gehört auch Ordnung geschaffen finde ich natürlich sollten sich auch die Italiener an die Verkehrsregeln halten tun Sie das nicht gehören Sie bestraft so einfach ist das vor dem Gesetz hat jeder das gleiche Recht und Pflichten egal welcher Nation er angehört.

Lienzner7

Tatsache ist, dass jeder Tourist, auch ein Osttiroler, wenn er auf Urlaub ist, sein Hirn ausschaltet. Es is grad wurscht, ob es der Italiener in Lienz oder der Lienzner in Italien ist.

Ceterum censeo

Die Probleme mit den - von mir sehr (!) willkommenen "ciclisti italiani" und anderer Nationen, könnte man durch den Einsatz von L o t s e n im neuralgischen Bereich Draubrücke-Straßenübergang Bundestrasse, in den Griff bekommen. Schließlich wissen die Verantwortlichen, lt. ORF-Bericht, schon im Voraus, wann mit einem Ansturm zu rechnen ist. Jeder Fussballverein muss für Ordnung und Sicherheit außerhalb des Spielfelds sorgen. Siehe Ordnungsdienste (die leider oft nicht Herr der Lage sind) innerhalb und außerhalb von großen Stadien. Herr Theuerl vom TVBO soll hier seine "Macht" einsetzen und Ordnung schaffen. Vielleicht ist er gerade jetzt beim Segeln in Croatia, während es zu Hause "rund"-geht bzw. unrund läuft.

le corbusier

Mir kommt das alles sehr kleinbürgerlich vor. Klar is da oft viel los, aber dadurch kommt auch Leben in die Stadt. Und das Hauptproblem ist dabei die Ausgestaltung des Fahrradwegenetzes und des Leitsystems in und um Lienz und nicht die Italiener. Das betrifft ja auch einheimische Biker. Wesentlich mehr schiss hab ich als Radfahrer wenn ich ohne Schutzweg über das Bahnhofsareal zwischen Bussen hindurch in die Arbeit fahre oder vor den Autos welche den Schwung von der Amlacher Geraden noch bis zur Ampel mitnehmen wollen.

@griasenk: da sind jetzt ein paar heftige Anschuldigungen dabei, der Executive Willkür vorzuwerfen ist schon ein hartes Stück, ich hoffe Sie haben Beweise dafür.

@tetris: wenn sie wegen der Sorge, in der Stadt jemandem begegnen zu können lieber Online kaufen, dann können Sie das gerne machen.

Und wenn eine Gruppe Italiener einmal ein Gruppenfoto beim Benvenuti Schild macht, könnte man sich ja auch einfach einmal freuen und nicht gleich wieder ein Magengeschwür bekommen.

    griasenk

    Hallo le corbusier, Ich beschuldige niemanden, schon gar nicht die Exekutive. Die machen ihren Job wie sie ihn machen müssen und ich bin mir sicher, dass den Damen und Herren der Polizei das auch niocht gefällt was sie da mitansehen müssen. Ich habe auch keine Beweise allerdings schon selbst so eine Situation miterlebt, wobei dabei keine Strafe sondern nur eine mündliche Abmahnung erfolgte. Griasenk

griasenk

Kann meinen Vorschreibern/Rednern nur zustimmen. Diese Situation ist unerträglich und sehr gefährlich. Wenn man mit kleinen Kinder im Bereich Draubrücke unterwegs ist, sollte man wirklich über schnelles Reaktionsvermögen und gute Reflexe verfügen. Abgesehen davon, das meiner Meinung nach viele der italienischen Radfahrer nicht wirklich ihr Gefährt beherrschen, entbehren sie den Regeln der Strassenverkehrsordnung komplett. Diese wird einfach ingoriert und es wir auf Teufelkomraus gefahren was das Zeug hält. Man überquert die Kreuzungen Amalcherstrasse oder Bahnhof bei kirschgrün ohne Rücksicht auf den anderen Verkehr. Ich finde diesen Zustand absolut untragbar. Leider scheint das in der Gemeinde niemand zu interessieren und auch die Ausübung der Ahndung von Verkehrsdelikten ist sehr einseitig. Osttiroler Radfahrer werden angehalten weil sie 10m auf dem Gehweg fahren, bei italienischen Radfahren (Auftritt in Massen) wird das einfach ignoriert. Warum das so ist verstehe ich nicht. Vielleicht sollte man die Veranstalter solcher Radtouren mal zur Kasse bitten, egal ob es sich dabei um den TVB oder den Fahrradverleih handelt. Hier ist meiner Meinung nach die Politik gefordert und zwar asap. Griasenk

    tetris

    "Aber wir sind doch soo dankbar, diese Italiener hier zu haben, sie bringen uns sooo viel Geld" * ironieoff* Nein ernsthaft, ich habe noch NIE von einem Lienzer gehört, dass er glücklich über diese Touristen ist. Im Gegenteil, jeder schimpft, er wäre froh, wenn diese Sch... Italiener wieder weg sind. Nur leider hält die ruhige und für uns angenehme Zeit, in der wir uns auch wieder in Lienz bewegen können, nicht lange an, denn zur Adventszeit folgt leidergottes schon der nächste Ansturm. Grund genug, die Innenstadt samt Christkindlmarkt zu meiden... Einkaufen kann man nämlich auch online, ist weniger stressig und meist auch noch günstiger...

      steuerzahler

      Sei doch froh, daß die City lebt. Ich kenne andere Orte, in denen der Stadtkern ausgestorben ist und alle zu den umliegenden Einkaufstempeln strömen. Da sind mir ein paar Touristen zu viel eindeutig lieber.

      Franz Brugger

      Bleibt Ihnen ja unbenommen, daheim zu bleiben.

      Natürlich ist es etwas nerviger, im August durch die Stadt zu gehen. Ich fahre jetzt auf Urlaub zu den Italienern und hoffe, dass die nicht über Sch...österreicher denken.

      Kenne keine Zahlen darüber, wieviel Geld die Italiener in Osttirol lassen, muss aber feststellen, dass es (nach meiner Information) den Lienzern nicht gelungen ist, eine Art "Welcome Area, mit gastronomischer Versorgung, etc." zu schaffen. Ähnliches wäre über einen "Nächtigungsplatz" für Wohnmobile festzustellen.

      Online einkaufen und SMSen wird uns eine neue Spezies von Menschen und neue Art von Geselligkeit bringen, wie es sich herausstellt - leider!

      tetris

      @Franz Brugger Die Italiener denken sehr wohl Sch.....österreicher, ganz besonders gegen Ende der Saison😂😂😂 und sie machen auch keinen Unterschied zwischen Österreichern und Deutschen, alles dieselben "fottuti turisti"👍

    Franz Brugger

    Wir sollten für Bestrafung von Vergehen nicht die Politik einschalten, dafür gibt es in einem Rechtsstaat Organe. Die Verkehrspolizei wird sich, da dieses Problem jetzt wirklich offenkundig gemacht wurde wohl darum kümmern.

    TVB und Stadt Lienz könnten sich Gedanken machen, wie man die Radler besser informiert.

drauweg

Ganz ehrlich das mit den italienischen Radfahrern ist eine Zumutung! Verkehrsordung kennen die keine oder wir nicht eingehalten! Das nebeneinander fahren ist an der Tagesordung bei ihnen! Gestraft wird ja keiner von den Italienern,die dürfen ja auch die ganze Strasse zum fotografiern blockieren!! Die neue Brücke wir da auch nicht helfen, den über die Strasse müssen sie trotzdem!

    steuerzahler

    Dummes Verhalten von Radfahrern konnte ich schon in vielen Städten beobachten. Das betrifft nicht ausschließlich die o.a. Volksgruppe. In den Griff bekommt man das nur durch griffige Überwachung. Das betrifft allerdings den gesamten Verkehr. Nur wenn man ziemlich sicher sein kann, erwischt zu werden, normalisiert sich das Verhalten der Verkehrsteilnehmer. Das gilt auch für andere Labensbereiche.

bergfex

Mit dem Bau einer neuen Brücke,?? Wie gedenkt die Frau Architektin das Problem an der Querung beim "Benvenuti a Lienz"-Hügel zu lösen? Dort war neulich eine Kolone von Autos bis zur Amlacher-Kreuzung, wegen der querenden Radfahrer nach der Draubrücke. (es wird ja einfach drüber gefahren) Der nächste Problempunkt ist der Parkplatz beim Schwimmbad. Dort wird geparkt , als gäbe es keine Regeln und Gesetze. Wer ist dort so zuständig wie in der Stadt. Sobald man dort irgendwie nicht rechtskomform parkt, ist schon der Segway-Fahrer da und man hat ein Knöllchen picken. Vorausschauende Verkehrsplanung in Lienz....Fehlmeldung...ERROR

    chiller336

    naja vielleicht sollte man in dem zuge mal über eine unterführung für radfahrer in der amlacherstraße nachdenken?