Der 31. Dolomitenmann steht in den Startlöchern

125 Teams, 16 Nationen, extreme Strecke und eine Blaskapelle am Kühbodentörl!

In wenigen Tagen ist es wieder soweit. 125 Teams mit Teilnehmern aus 16 Nationen stellen sich am 8. September dem härtesten Teambewerb der Welt. Jedes dieser Teams muss in einer Staffel vier Sportarten meistern. Die Bergläufer erwartet die gefürchtete 12 Kilometer lange Strecke über den Goggsteig, liebevoll „Steig der Leiden“ genannt, hinauf zum Kühbodentörl, wo die Paragleiter übernehmen, um innerhalb kürzester Zeit mehr als 1.700 Höhenmeter talwärts bis ins Dolomitenstadion zu gleiten. Dort wird übergeben an die Mountainbiker, für die es dann 26,8 Kilometer samt Tragepassagen über die Hochsteinhütte nach Leisach zu den Kanuten geht. Die Schlussmänner kämpfen sich auf einer fünf Kilometer langen Wildwasserregatta durch die reißenden Fluten von Drau und Isel, ehe sie sich und ihr Kajak mit letzter Kraft ins Ziel am Lienzer Hauptplatz schleppen.

Auch wenn der Wettergott während dieses Spektakels manchmal auf Urlaub ist, hofft das Veranstalter Team rund um die Familie Grissmann auf passable Konditionen. „Die Prognose lautet aktuell, dass das Wetter nicht prognostizierbar ist“, scherzt Niki Grissmann, der aber anfügt: „Der Wind soll nicht allzu stark sein, daher dürfen wir uns berechtigte Hoffnungen auf einen planmäßigen Ablauf machen.“ Für den Fall der Fälle habe man jedoch bereits Not- und Ersatzstrecken ausgeflaggt.

Laufen statt fliegen ist für Paragleiter beim Dolomitenmann eine Selbstverständlichkeit. Foto: Red Bull Content Pool

Sollte tatsächlich der „worst case“ eintreten und die Paragleiter gar nicht starten können, habe man ebenfalls schon einen Plan B in der Hinterhand: Laufen. „Es ist der Wunsch der Paragleiter, dass sie in diesem Fall mit ihrem Schirm am Rücken den Berg hinunterlaufen müssen“, erklärt Niki Grissmann.

Die 125 Team-Startplätze seien bereits seit Monaten ausgebucht, wie Vater und Sohn Grissmann zufrieden verkünden. Auch die Warteliste sei mit zahllosen Quartetts besetzt. Unter die hochkarätigen Athleten aus 16 Nationen reihen sich Olympiasieger und Weltmeister ihres Faches. Niki Grissmann hat beim Berglauf vor allem den Kenianer Geoffrey Gikuni Ndungu auf der Rechnung, dessen Formkurve zuletzt steil nach oben zeigte. „Wenn er seine Leistung abrufen kann, wird er ordentlich vorlegen“, ist sich Grissmann sicher.

Ebenso mit dabei sind in diesem Jahr unter anderem der deutsche Berglaufprofi Anton Palzer und der mehrfache Kajak-Staatsmeister Gerhard Schmid. Auch die beiden Radgrößen Alban Lakata und Kristian Hynek, der sechsfacher Einzelsieger im Mountainbike beim Red Bull Dolomitenmann ist, kämpfen wieder hinauf zur Bergwertung bei der Hochsteinhütte.

Zu diesen Hochkarätern gesellt sich heuer einerseits ein Polizei-Team, zusammengestellt von Bezirkspolizeikommandant Silvester Wolsegger, sowie ein Team der Eisenbahner Stadtkapelle aus Lienz, die in diesem Jahr ihr 100-jähriges Bestehen feiert. Aus diesem Anlass wird der Bergläufer der Eisenbahner beim Kühbodentörl von der gesamten Kapelle erwartet, die auf rund 2.400 Metern Seehöhe für musikalische Unterhaltung sorgen wird.

Nicht nur die besten Bergläufer der Welt versammeln sich am Kühbodentörl, sondern auch die gesamte Eisenbahner Stadtkapelle aus Lienz wird heuer aufspielen.

Bemerkenswert ist auch die Teilnahme von Markus Mendy Swoboda, einem Versehrtensportler, der mit zwei Unterschenkelprothesen als Kanute mitfighten wird. Swoboda zeigte unlängst mit beachtlichen Leistungen auf, als er vor zwei Wochen bei der Weltmeisterschaft in den Top 3 landete.

Angesprochen auf mögliche Disqualifikationen, erklärt Niki Grissmann, dass diese vor allem bei den Kanuten gefährlich seien – „Ein Torfehler passiert schnell.“ Die Wasserdisziplin gilt ohnehin als technisch extrem anspruchsvoll, das musste auch der heimische Skiheld Marcel Hirscher am eigenen Leib erfahren. „Nachdem er 2016 mit seinem Kajak im Ziel angekommen ist, hat er zu mir gesagt ,Werner, i wor blauer als a Veilchen‘“, lacht Werner Grissmann, der den Dolomitenmann vor 31 Jahren erfand.

Unermüdlich im Einsatz vor dem großen Spektakel: Werner, Niki und Sandra Grissmann, die Dolomitenmann-Familie. Foto: Expa/Groder

Beim Preisgeld hat sich im Vergleich zu den Vorjahren nahezu nichts getan, das Siegerteam erwartet ein Gewinn in Höhe von 7.500 Euro. Zudem werde man noch stärker die sozialen Medien bespielen, unter anderem wird es fünf Live-Einstiege bei „Facebook-Live“ geben. Werner Grissmann verweist außerdem auf den touristischen Stellenwert des Events: „Laut der Internet-Buchungsseite ist das Dolomitenmann-Wochenende das bestgebuchte Wochenende des Jahres in Osttirol.“

Unter all diesen Buchungen befindet sich diesmal auch eine russische Delegation, die die Durchführung eines ähnlichen Events in Rosa Khutor vorantreiben wolle. Außerdem könnte es bald einen „Monacoman“ geben, wie uns Werner Grissmann verrät. Man darf also gespannt in die Zukunft des Extremsport-Spektakels blicken, das sich seit Jahrzehnten weltweiter Beliebt- und Bekanntheit erfreut.

Nachdem am Samstag sämtliche Kraftreserven verbraucht sind, findet um 19:00 Uhr die Siegerehrung am Lienzer Hauptplatz statt, gefolgt von Livemusik mit Ö3-DJ David Gstraunthaler und der Band „Folkshilfe“.

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schnuffi

Ganz Osttirol und mehr freut sich schon das ganze Jahr auf dieses Wochenende!! Super Bewerb, TOP organisiert und für jeden ist etwas dabei. Danke an ALLE die dieses Spektakel möglich machen! Ganz toll find ich ganz persönlich das der Gogg-Steig schon SUPER hergerichtet ist und defekte Stufen ausgetauscht wurden bzw. werden! DANKE!!!! Wünsche uns allen ein unfallfreies Wochenende, eine gute Unterhaltung und Top Wetter.