Die 15-jährige Selma Meerbaum (rechts) mit ihrer Freundin Else Schächter in Czernowitz, Mai 1940. Fotos: Stadtkultur

Die 15-jährige Selma Meerbaum (rechts) mit ihrer Freundin Else Schächter in Czernowitz, Mai 1940. Fotos: Stadtkultur

„Selma – ein jüdisches Mädchen“: Poesie und Musik

Eva Maria Gintsberg in einer Hommage an Selma Meerbaum in der Landesmusikschule Lienz.

Selma Meerbaum schrieb schon mit 15 Jahren berührende Gedichte und starb 18-jährig im Arbeitslager in Michailowska. Die Schauspielerin und „Vorleserin“ Eva Maria Gintsberg bringt in ihrem Programm „Selma – ein jüdisches Mädchen“ die Zartheit, Kraft, den Lebenshunger und die Lebensfreude ihrer Poesie zum Vorschein und wird dabei von Stefan Manges am Akkordeon unterstützt.

Czernowitz, heute im westlichen Teil der Ukraine, ab 1775 der Habsburgermonarchie angehörend und bis 1918 ein Teil von Österreich-Ungarn, war die Heimat von Selma Meerbaum. Das Programm „Selma“ ist eine Hommage an dieses junge jüdische Mädchen, dass viel zu früh, mit 18 Jahren in einem Arbeitslager in Michailowska starb. 1924 wurde sie in Czernowitz geboren, mit 15 Jahren schrieb sie Gedichte und übersetzte auch aus dem Französischen, Rumänischen und Jiddischen. 58 ihrer Gedichte sind glücklicherweise über Freunde von Selma erhalten geblieben und in dem einzigen Gedichtband „Blütenlese“ zusammengefasst. Das außerordentlich begabte Mädchen war die Großcousine des berühmten Paul Celan und zählt mit Rose Ausländer zum Dreigestirn der Bukowina. Heute gehört ihr Gedichtband zur Weltliteratur.

Schauspielerin Eva Maria Gintsberg und Akkordeonist Stefan Manges gestalten gemeinsam ein Programm, das die Zartheit, Kraft und Lebensfreude von Selma Meerbaums Poesie zum Ausdruck bringt.

Eva Maria Gintsberg wurde 1966 in St. Johann in Tirol geboren, sie absolvierte die Schauspielausbildung am Tiroler Landestheater in Innsbruck, in Zürich und Wien, wo sie das Studium 1990 abschloss. Seither zahlreiche Engagements im deutschsprachigen Raum. Außerdem Ausbildung zum „Ganzheitlichen Individuationstraining“ und Tätigkeit als Coach und Seminarleiterin. Als „Die Vorleserin“ tritt sie seit 2012 gemeinsam mit Musikern in einem Format auf, das eine Mischung aus Taschentheater, Erzählbühne und Salonorchester ist. In Lienz war sie schon mit dem Programm „Tiroler Schnitzel & Wiener Speckknödel“ zu erleben.

Stefan Manges spielte im Laufe seiner musikalischen Entwicklung Akkordeon, Klavier und Keyboards. Er experimentierte mit unterschiedlichen Musikstilen: von alpiner Volksmusik, Klassik über Gothic metal und Fusion zu osteuropäischem Folk und Balkan. Diesem widmet er sich nun schon seit Jahren mit großem Interesse, das durch zahlreiche Reisen und musikalische Begegnungen ständig vertieft wurde.

Die Veranstaltung beginnt am Samstag, 22. September, um 20 Uhr in der Landesmusikschule Lienz. Karten für die Veranstaltung sind im Bürgerservicebüro in der Liebburg erhältlich, Info und Reservierung telefonisch unter 04852 600 519 und online auf www.stadtkultur.at.

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