Liste Fritz fordert mehr als Ablöse des TSD-Chefs

Land soll sich an Geschäftsführer Bachmeier und Ex-Landesrätin Baur „schadlos halten“.

Obwohl ihm sein Vertrag noch zweieinhalb Jahre an der Spitze der TSD zusichert, wird Harald Bachmeier, der Geschäftsführer der Tiroler Soziale Dienste GmbH, vorzeitig abgelöst. Das zeichnete sich bereits bei der Klausurtagung der Tiroler Landesregierung in Osttirol ab und gilt jetzt als fix. Damit räumt die neue Soziallandesrätin Gabi Fischer eine schwierige Baustelle auf, die ihre Vorgängerin Christine Baur hinterlassen hat.

Die TSD muss nämlich neben dem umstrittenen Geschäftsführer auch 200 Mitarbeiter abbauen, weil ihre primäre Aufgabe – die Flüchtlingsbetreuung – mangels Flüchtlingen nicht mehr im bisherigen Umfang benötigt wird. Außerdem müssen Infrastrukturpläne revidiert und an neue, weit weniger dramatische Verhältnisse angepasst werden.

Ex-Landesrätin Christine Baur und TSD-Geschäftsführer Harald Bachmeier stehen schwer unter Beschuss. Foto: Land Tirol/Wikipil

Dass all das sehr teuer wird, ist aus der Sicht der Oppositionsparteien im Tiroler Landtag vor allem zwei Personen zuzuschreiben: dem bisherigen TSD-Geschäftsführer Bachmeier und der ehemals zuständigen Landesrätin Baur. „Der von der Opposition durchgesetzte Sonderprüfbericht des Landesrechnungshofes hat das angerichtete Desaster bei der TSD in einigen Bereichen aufgezeigt. Der Geschäftsführer trägt dafür maßgeblich die Verantwortung. Eine Trennung macht Sinn, aber diese Trennung wird die Steuerzahler auch Geld kosten. Dafür ist die ehemalige Grün-Landesrätin Baur verantwortlich. Sie hat den Geschäftsführer trotz krasser Misswirtschaft eigenmächtig und vorzeitig verlängert und ihm noch dazu eine Gehaltserhöhung gewährt“, beklagt Markus Sint von der Liste Fritz und fordert die Landesregierung auf, „sich sowohl am Geschäftsführer als auch an der Ex-Landesrätin Baur schadlos zu halten.“

Markus Sint würde Baur und Bachmeier am liebsten persönlich zur Kasse bitten. Foto: Liste Fritz

Sint addiert dann einige der gröbsten Schnitzer der TSD: „Die Liste der Misswirtschaft ist lang, etwa das verunglückte Mietgeschäft mit der Portus Securus um mindestens 5,6 Millionen Euro Steuergeld und die daraus anhängigen Gerichtsverfahren. Die sündteuer zugekauften externen Beratungsleistungen, allein 4,3 Millionen Euro im Jahr 2016. Ohne Ausschreibungen, direkt vergebene Hausmeistertätigkeiten um 1,5 Millionen Euro.“

Fazit des Oppositionspolitikers: „Die TSD ist als ausgelagerte Gesellschaft aufzulösen, ihre Aufgaben sind in die Landesverwaltung zurückzuholen, ihre Mitarbeiter sind ordentlich abzusichern.“

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3 Postings bisher
rosemarie

die Mißwirtschaft in den TSD war ja schon lange bekannt! Warum der Geschäftsführer den Vertrag verlängert bekam, ist eine Frechheit.

peter raneburger

um den erlös meines adventkalenderprojekts 2016 an der lienzer liebburg – aynil (all You need is love) – dem flüchtlingsheim angerburg in lienz zukommen zu lassen, musste ich auf nachfrage den tiroler sozialen diensten dieses geld überweisen, damit es über den zusatz „verwendungszweck region osttirol“ wieder dorthin zurückfließt. meine helfer und ich haben uns über wochen auf dem adventmarkt in lienz den arsch abgefroren, um möglichst viele t-shirts zu verkaufen, damit die botschaft unter die leute kommt und möglichst viel geld für die angerburg lukriert wird. wenn ich diese berichte lese, denke ich mir, es wäre besser gewesen, jedem flüchtling einfach das geld in die hand gedrückt zu haben.

bergfex

Ohne Ausschreibungen, direkt vergebene Hausmeistertätigkeiten um 1,5 Millionen Euro.“

Hallo, was hat dieser Hausmeister geleistet und in welchem Verhältnis zu gewissen Personen steht erWenn denen zwei nicht der Prozess gemacht wird, verstehe ich die Welt nicht mehr. Platter weß natürlich von allem nichts, wie sollte er auch.(Ironie off)