„Asip & Jenny“ – ein Familien-Theaterabend in Lienz

Ein Stück über eine Freundschaft, die über die Grenzen der Herkunft und Sprache hinausgeht.

Das Thema des Stückes „Asip & Jenny“ für Erwachsene und Jugendliche ab 13 Jahren ist Freundschaft – über die Grenzen der Herkunft und Sprache hinaus. Obwohl das Stück als Jugendstück konzipiert ist, betrifft es auch Erwachsene und ist derzeit aktueller denn je. Die Autorin Angela Schneider meint dazu: „Ich möchte mit diesem Stück Gedanken in Gang setzen – Was passiert mit den Menschen, die flüchten? Was passiert nach der ersten Welle von Hilfsbereitschaft? Wie können sie sich wirklich in dieser Gesellschaft integrieren, und was können und müssen wir dazu beitragen? Trotzdem: Asip & Jenny ist kein lehrhaftes Flüchtlingsstück, es ist ein Stück über zwei junge Menschen mitten in unserer Gesellschaft, die sich in einer starken Veränderung befindet.“

Sonja Zobel und Alaa Dyab spielen Jenny und Asip. Foto: Heinz Bayer

Die Handlung:
Der dreizehnjährige Asip ist mit seiner Familie vor den Taliban nach Österreich geflüchtet. Voller Hoffnung auf eine bessere Zukunft kämpft er unermüdlich für sein großes Ziel. Jenny ist am Boden zerstört. Von Familie und Freunden allein gelassen, hat sie niemanden, dem sie sich anvertrauen kann. Ihr Vater lebt mit seiner neuen Frau in Italien und Jennys Mutter interessiert sich nur für ihre Karriere. Und jetzt hat ihr auch noch ihre beste Freundin den Freund ausgespannt.

Es ist schon spät, als Jenny auf das Geländer der Brücke klettert. Verwirrt schwankt sie über der bedrohlichen Strömung des kalten Flusses. Ein letzter Schritt und sie hätte endlich alles hinter sich. Asip läuft gerne und viel. Oft auch zu den unmöglichsten Zeiten. Es ist bereits dunkel, als er über die Brücke kommt. Ohne zu zögern reißt er das weinende Mädchen im letzten Moment zu Boden. Ein geradezu symbolischer Ort, an dem das Schicksal die zwei Jugendlichen zusammenführt. Die Brücke als Treffpunkt zweier junger Leben, die unterschiedlicher kaum sein können. Sie finden sich in ihrer Sehnsucht nach einem Ort auf der Welt, den sie ihr Zuhause nennen können.

Das Stück wird am Freitag, 12. Oktober, um 20 Uhr im Festsaal des BG/BRG Lienz gezeigt. Es spielen Sonja Zobel und Alaa Dyab, der selbst aus Syrien geflüchtet ist. Karten für den Theaterabend sind im Bürgerservicebüro in der Liebburg erhältlich, Infos und Reservierung gibt es telefonisch unter 04852 600 519 und online auf www.stadtkultur.at. Für Schüler gibt es eine bereits ausverkaufte Schulvorstellung am Vormittag, aber auch am Abend sind Schülergruppen (zum Gruppenpreis) herzlich willkommen.

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