Im Saal der Lienzer Wirtschaftskammer wurde der 140. Geburtstag der Lienzer Sparkasse festlich und ausgiebig gefeiert. Fotos: Sparkasse/Brunner Images

Im Saal der Lienzer Wirtschaftskammer wurde der 140. Geburtstag der Lienzer Sparkasse festlich und ausgiebig gefeiert. Fotos: Sparkasse/Brunner Images

Ein Fest zum 140. Geburtstag der Lienzer Sparkasse

Aufbruchsstimmung, Stolz auf Geleistetes und Abschied von Anton Klocker.

Bevor am Ende des offiziellen Teils der Geburtstagsfeier der Lienzer Sparkasse am 5. Oktober die Torte mit funkensprühenden Wunderkerzen in den Saal der Wirtschaftskammer gerollt wurde, liefen Bilder einer bewegten Vergangenheit über die Leinwand. 140 Jahre sind eine lange Zeit, auf die Hermann Troger, Vereinsvorsteher und Vorsitzender des Aufsichtsrats, in seiner Geburtstagsansprache zurückblickte.

Im Saal saßen neben Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen, Vereinsmitgliedern, Funktionären des Sparkassen-Sektors und Vorständen sämtlicher Tiroler und Vorarlberger Sparkassen auch zwei Urenkelinnen und eine Ururenkelin jenes Mannes, der vor 140 Jahren die Lienzer Sparkasse gegründet hatte: Carl Sartori. Gemeinsam mit 40 Risikokapitalgebern aus der Lienzer Bürgerschaft brachte der damalige Lienzer Bürgermeister 12.000 Gulden auf, um die Gründung der Sparkasse als Vereinssparkasse zu ermöglichen.

Troger stellte in den Raum, ob eine derartige Pionierleistung heute wiederholbar wäre, trotz Wohlstands und einer deutlich gewachsenen Stadt. Er ließ die Jahrzehnte Revue passieren bis zum Jahr 2003, in dem die bisher eigentümerlose Sparkasse ihre Strukturen gänzlich neu regelte. Die Privatstiftung Lienzer Sparkasse wurde gegründet, um die Eigentümerfunktion auszuüben. Für das klassische Bankgeschäft wurde eine Aktiengesellschaft, nämlich die Lienzer Sparkasse AG aus der Taufe gehoben.

140 Jahre nach der Gründung hat die Lienzer Sparkasse 22.000 Kunden. 2017 wurden 529 Millionen Euro an Kundengeldern verwaltet, bei einer Bilanzsumme von 390 Millionen Euro. Diese Daten präsentierte der scheidende Vorstandsdirektor Anton Klocker gemeinsam mit seinem Vorstandskollegen Martin Bergerweiß und seinem Nachfolger Bernhard Gugganig bereits am Morgen des Jubiläumstages den Osttiroler Medien. „Die Ausleihungen an Kunden stiegen im Jahr 2017 von 261 auf 273 Millionen Euro. Die gute Ertragslage und die exzellente Eigenmittelquote von 32 Prozent sind ein besonderes Sicherheitsmerkmal für unsere Kunden. Damit ist die Bank für die Zukunft bestens gerüstet“, erklärte Klocker. Er geht am 31. Oktober nach 18 Jahren an der Spitze des Instituts in den Ruhestand, was der Feier am Abend auch eine etwas wehmütige Note gab.

Mit Anton Klocker geht einer der profiliertesten Banker der Dolomitenstadt in den Ruhestand.

Martin Bergerweiß übernimmt von Klocker den Vorsitz im Vorstand und ist für die Marktfolge im Haus verantwortlich, während Bernhard Gugganig für den Vertrieb zuständig sein wird. Gugganig war in den vergangenen Jahren als Vertriebsexperte in verschiedenen Führungsfunktionen vorwiegend in ostösterreichischen Banken tätig. Er sieht zwei Aspekte als besondere Herausforderung für eine Regionalbank: „Wir sind momentan sehr gefordert, alle regulatorischen Vorschriften zu erfüllen und gleichzeitig gilt es unsere Kunden nachhaltig zufriedenzustellen. Dies gelingt uns dadurch, dass wir Innovation und Digitalisierung mit kompetenten Beraterpersönlichkeiten verbinden.

Hermann Troger ging an diesem Abend auch auf den Generationswechsel an der Spitze der Bank ein und begrüßte den Neuzugang: „Für uns war ganz wesentlich, eine Persönlichkeit aus der Bankenbranche zu finden, die über eine hervorragende Bankenausbildung und nachweisliche Erfahrungen im Vertrieb verfügt, die einen Bezug zur Region hat und die in der Lage ist, die erfolgreich vorangetriebene Marktstrategie der Sparkasse in die Zukunft zu führen.“

Prominenter Festredner des Abends war Wirtschaftskammer-Präsident Harald Mahrer, der in seiner Ansprache speziell auf die sich verändernde Umwelt und deren Rahmenbedingungen für alle Wirtschaftssektoren einging. Für das Konzept der Regionalbanken bedeute dies, dass neben Robotics und Digitalisierung die persönliche Beratung hinkünftig ein Erfolgsfaktor sein werde. „Die faszinierende Idee der Sparkassenstiftung beobachte ich schon sehr lange“, erklärte Mahrer und unterstrich, dass die Lienzer Sparkassen-Stiftung in den letzten Jahren über 1,5 Mio Euro für gemeinnützige Aktivitäten in Osttirol zur Verfügung gestellt habe.

Wer 140 Jahre alt wird, darf sich eine riesige Kalorienbombe gönnen. Beim Tortenanschnitt von links: Harald Mahrer, Bernhard Gugganig, Anton Klocker, Martin Bergerweiß und Hermann Troger. Fotos: Sparkasse/Brunner Images
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