"Wir wissen, dass das wie in der Piefke Saga ist“, erklären die Kitzbüheler Bergbahnen. Doch Geschäft bleibt Geschäft. Foto: Twitter/Michael Mingler

"Wir wissen, dass das wie in der Piefke Saga ist“, erklären die Kitzbüheler Bergbahnen. Doch Geschäft bleibt Geschäft. Foto: Twitter/Michael Mingler

Kitzbühel startet Skisaison auf Schneeband

Die Grünen sehen „massiven Imageschaden für den gesamten Tiroler Tourismus“.

Die Bergbahnen Kitzbühel starten am Wochenende trotz warmer Temperaturen und beinahe sommerlichem Herbstwetter in die Skisaison. Mit dem Schnee aus den im Frühjahr angelegten Depots habe man rund 1,6 Kilometer Piste mit einer Schneehöhe von 100 Zentimeter ausgebracht, sagte eine Sprecherin der Bergbahnen am Donnerstag im Gespräch mit der APA.

Angst, dass der Schnee noch vor Beginn der eigentlichen Wintersaison wegschmelzen könnte, habe man nicht. „Wir machen jetzt bereits das vierte Jahr in Folge Mitte Oktober auf und haben gute Erfahrungen gesammelt“, meinte die Sprecherin. Die Lage der beiden Pisten am Hang sei ideal. Aufgrund der bereits tief stehenden Sonne würde der Schnee kaum mehr von der Sonne berührt. Die Pisten seien auf 1.800 Metern Seehöhe angelegt, dort herrschen derzeit rund elf Grad. Aufgrund der großen Menge sei der Eigenkühleffekt so groß, dass kaum Schnee wegschmelze.

Den Bergbahnen sei dabei sehr wohl bewusst, dass der frühe Start in die Saison auch Kritik auslöst. „Wir wissen, dass das wie in der Piefke Saga ist, aber wir reagieren auf die Nachfrage“, erklärte die Sprecherin. So lange es die Gäste annehmen, würde man auch weiterhin so früh öffnen. Im Vorjahr habe man am ersten Wochenende Mitte Oktober rund 2.000 Skifahrer gezählt. Vor allem die Skiklubs würden das Angebot der Bergbahnen Kitzbühel für Trainingszwecke gut annehmen.

Pistenbau im Oktober? Für Kitzbühel „die ökonomischste Variante“, für die Grünen ein „Imageschaden für den Tiroler Tourismus“. Foto: wildschoenau.tv

Für die Bergbahnen sei dieses Vorgehen die ökonomischste Variante. „Wir lagern den Schnee direkt am Hang, das heißt es entstehen keine Transportkosten“, sagte die Sprecherin. Zudem sei mit den beiden Pistenstreifen nun jetzt bereits eine Basis gelegt, auf der man die restliche Saison aufbauen könne. Der Schnee bestehe zu 80 Prozent aus Kunst- und zu 20 Prozent aus Naturschnee. Der Eigenkühleffekt des Schnees sei so groß, dass man keine Kühlaggregate einsetzen müsse.

Kritik kommt von den Grünen. Deren Tourismussprecher Georg Kaltschmid spricht heute von einem „massiven Imageschaden für den gesamten Tiroler Tourismus“ und zeigt wenig Verständnis: „Es sind Aktionen wie diese, die dem Tourismus enorm schaden. Denn diese Bilder gehen in die ganze Welt. Für Skipisten bei 20 Grad hat niemand Verständnis, weder die Einheimischen, die auf den Tourismus generell immer schlechter zu sprechen sind, noch die Gäste, die hierher kommen, um die Natur zu genießen und das Ursprüngliche zu erleben. Kunstschneisen mitten in der Spätsommerlandschaft – sowas darf es eigentlich nicht geben“, so Kaltschmid.

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6 Postings bisher
anton2009

Warum nicht! Jedenfalls ist Kitzbühel aufgrund dieser Aktion in aller Munde! Werbetechnisch eine Meisterleistung! Und wer jetzt noch nicht Schifahren will, muss ja nicht hinfahren. Genauso gut kann man sich über die Adventkalender, Nikolos und Christbaumringerl aufregen, die es seit letzter Woche in den Supermärkten in Lienz zu kaufen gibt! PS: ... ​„massiven Imageschaden für den gesamten Tiroler Tourismus“ , wie ihn der Grüne Tourismussprecher sieht kann ich beim besten Willen keinen feststellen!

bergfex

Die Kitzbüheler waren schon immer ein eigenes Völkchen.

steuerzahler

Vielleicht könnte man auch gleich mit dem Winterschlußverkauf loslegen....

    anton2009

    warum eigentlich nicht - die Aktionen laufen ja eh schon über das ganze Jahr!

Sinnlos

gemeint ist wohl „technischer Schnee“, nicht Kunstschnee.