CoworkationALPS: Arbeiten abseits des Büroalltags

Im Kesslerstadel in Matrei wurde der Grundstein für ein alpenweites Netzwerk gelegt.

Der Kesslerstadl in Matrei bot am Mittwoch, 17. Oktober, den Rahmen für den Start eines alpenweiten Netzwerks, das sich das Verknüpfen der Qualitäten ländlicher Regionen mit den Anforderungen der modernen Arbeitswelten zum Ziel gesetzt hat. Coworkation: Dieses Kunstwort beschreibt, was in der modernen Arbeitswelt zusehends zur Praxis wird – gemeinschaftlich Arbeiten, wo andere Urlaub machen. „Im Grunde geht es darum, dass sich Gruppen in ein Umfeld begeben, das inspiriert. Dort wird abseits des Büroalltags in einer ansprechenden Mischung aus Spannung und Entspannung zielgerichtet gearbeitet“, erklärt Herwig Zöttl, Betreiber des Coworking Spaces Raum13 in Innsbruck und in Schwaz, den Hintergrund.

Michael Hohenwarter, Geschäftsführer des Regionsmanagements Osttirol, sieht Osttirol als eines dieser inspirierenden Umfelder. „Osttirol ist nicht so überfrachtet wie andere Regionen im Alpenraum und hat hohes Potential, mit diesem Thema zu punkten“. Mit dem Kollreider Hof in Anras, betreut von Stefanie Walchensteiner, und dem Kesslerstadl in Matrei gibt es auch schon zwei Standorte, welche Teil des gerade im Entstehen begriffenen Netzwerks sein werden. Gertraud Brugger, Besitzerin des Kesslerstadls in Matrei, möchte die Idee der Gründer aufgreifen und den Stadel als Ort der Vernetzung und der Kommunikation ins 21. Jahrhundert überführen. „Dafür ist Coworkation der perfekte Ansatz. Damit trage ich den Spirit der Gründer in das globalisierte Zeitalter.“

Naomi Thieme, Gertraud Brugger (erste Reihe), Oliver Schug, Michael Beismann, Alexander Schmid, Julia Scharting, Stefanie Walchensteiner, Julia Müller, Marion Niederkofler (zweite Reihe), Veronika Müller, Herwig Zöttl und Michael Hohenwarter (Stiege). Foto: Veronika Müller

Michael Beismann, der sich jahrelang mit strukturschwachen Regionen der Alpen beschäftigt hat, liefert den theoretischen Hintergrund, wieso das Thema Coworkation für die Regionalentwicklung hohe Relevanz hat. „Besonders in nicht überfrachteten Regionen gibt es viel Potential, im Sinne von leerstehenden Gebäuden, aber auch in der Gesellschaft, in den Menschen und ihren Fähigkeiten schlummert hohes Potenzial. Diese Potenziale können oft am besten durch Impulse von außen gehoben werden.“

Matrei war nun der Schlusspunkt einer „Vermessungsreise“ zum Thema Coworkation, das die Teilnehmer von Bayern über Nord- und Südtirol nach Osttirol führte. „Wir haben versucht, das Thema Coworkation gemeinsam zu ergründen und den Grundstein für ein Netzwerk zu legen“, erklärt Julia Scharting von der Standortagentur Tirol.

Neben dem Regionsmanagement Osttirol und der Standortagentur Tirol waren die Standortmarketing Gesellschaft Miesbach aus Bayern (SMG), das Stadtmarketing Bruneck und die IDM Südtirol (Innovation Development Marketing) als Organisationen bei der Grundsteinlegung mit dabei. „Es gilt nun, die Kräfte zu vereinen und gemeinsam das Thema für den Alpenraum aufzubauen“, erklärt Alexander Schmidt, Geschäftsführer von der SMG Miesbach. „Mittelfristig sollen unter der Marke CoworkationALPS die Angebote gebündelt dargestellt werden und eine maximale Wirkung für die Regionalentwicklung sichergestellt werden. Dafür streben wir eine Einreichung im Alpine Space Programm der europäischen Union an“, erläutert Schmidt, der als Motor der Initiative gilt.

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