Die Matreier Schützen. Foto: Brunner Images

Die Matreier Schützen. Foto: Brunner Images

Leserbrief der Matreier Schützen zum Wienbesuch

Schreiben an die TT-Chefredakteure, den Bundespräsidenten und drei Landeshauptleute.

Dieser Leserbrief wurde ursprünglich an die Tiroler Tageszeitung übermittelt. Wir kommen gerne einer Bitte der Matreier Schützen nach, das Schreiben auch auf dolomitenstadt.at in voller Länge zu veröffentlichen.


Für uns Matreier ist die, offensichtlich nur in Ihrem Medium geübte Kritik an unserer Wien-Fahrt anlässlich der offiziellen Jubiläumsfeierlichkeiten „100 Jahre Republik Österreich“ schon etwas verwunderlich:

Niemand in unserer Gemeinde oder Region regt sich darüber auf, wenn die größte Schützenkompanie Tirols mit 205 aktiven Mitgliedern und unsere beiden Musikkapellen mit dem Trachtenzug – in dieser Art wohl die mit Abstand stärkste Formation in Österreich – die ehrenvolle Aufgabe und einmalige Möglichkeit wahrnimmt, als einzige Ehrenformation neben 87 Salzburger Schützenkompanien und 26 Musikkapellen aus Salzburg am Heldenplatz aufzumarschieren, welchem ja der Staatsakt in der Bundesversammlung gefolgt ist.

Dass derartige Reisen von Osttirol aus, mit einer jeweils 6-stündigen Busfahrt (ohne eingerechnete Pausen) und damit doch beträchtlichen Anstrengungen verbunden sind, muss wohl jedem klar sein.

Wenn man am nächsten Tag bereits um 08.00 Uhr morgens „gestellt“ sein muss, mehrere Ehrensalven zu schießen und Musikstücke vor rund 4000 anderen TeilnehmerInnen und tausenden ZuschauerInnen am größten Repräsentationsplatz der Republik zu spielen hat, geht das mit Sicherheit nicht ohne entsprechende Übernachtung vor Ort, ausgenommen man würde Flugzeuge als Transportmittel benützen.

Jede andere Betrachtungsweise ist völlig realitätsfremd.

Wir wurden gestern allseits für unseren tollen Auftritt in Wien gelobt und in allen anderen elektronischen Medien wie Printmedien äußerst positiv hervorgehoben und als „einzigartig in Österreich“ präsentiert.

Dies wurde auch von den zahlreichen Ehrengästen – vom Bundespräsidenten, Parlamentspräsidenten, Mitgliedern der Bundesregierung und vor allem den Landeshauptleuten von Salzburg und Wien – so gesehen, welche sich begeistert über das geschlossene Erscheinungsbild sowie die Buntheit und Vielfalt unserer Matreier Trachten gezeigt haben.

Hunderte in- und ausländische Touristen haben zahlreiche Film- und Fotoaufnahmen gemacht und wurden wir bereits mehrfach zu Folgeauftritten eingeladen.

Matrei, Osttirol und das ganze Bundesland Tirol haben damit eine äußerst positive Visitenkarte mitten im Herzen unserer Bundeshauptstadt abgeben können.

Bei keiner einzigen Salzburger Musikkapelle oder Schützenkompanie wurde der, in diesem Zusammenhang auch von anderen Einheiten durchgeführte, 2-tägige Ausflug in Frage gestellt oder gar kritisiert: Im Gegenteil haben das Land Salzburg, der ORF und die Salzburger Nachrichten mit zahlreichen anderen Medien die Möglichkeit professionell genützt, nicht nur auf die große Ehre dieses Festaktes hinzuweisen, sondern auch entsprechende Werbung für die Marke „Salzburg“ zu betreiben.

Seitens des Landes Salzburg wurden umfangreiche Förderungen geleistet und ist es Landeshauptmann Dr. Wilfried Haslauer auch gelungen, zahlreiche Sponsoren anzusprechen.

Auch wir haben uns bemüht – so wie auch jede andere Musikkapelle und Schützenkompanie bei derartigen Ereignissen – gleichfalls öffentliche Förderungen dafür anzusprechen und sind überzeugt, dass die Übernahme der Buskosten mit einem gedeckelten Betrag von nur 13.500,– Euro für gesamt 6 Busse (!) durch das Land Tirol mehr als gerechtfertigt ist, da die Marke „Tirol“ und „Osttirol“ durch unsere Teilnahme vielfach hervorgehoben wurde.

Auch der relativ niedrige Beitrag unserer Heimatgemeinde (für gesamt 260 TeilnehmerInnen in Tracht) stellt wohl – gemessen am großen Gesamterfolg – keine nennenswerte Herausforderung dar und sollte absolut nicht mit Finanzproblemen in Verbindung gebracht werden, in denen sich bekanntermaßen auch viele andere Österreichische, Tiroler und Osttiroler Gemeinden zunehmend wiederfinden.

Wir werden deshalb als Schützen weder „Asche auf unser Haupt streuen lassen“ oder von anderen streuen lassen, noch unsere vielfältigen Vereinsaktivitäten einstellen, sondern weiterhin bestmöglich bemüht sein, unsere Heimatgemeinde Matrei, Osttirol sowie unser Bundesland Tirol entsprechend im In- und Ausland, darunter auch in zahlreichen europäischen Partnergemeinden und befreundeten Gemeinden, als „Europagemeinde“ zu repräsentieren.

Zuletzt war dies im Übrigen im Jahre 1965 der Fall, wo wir gleichfalls die ehrenvolle Aufgabe hatten, als einzige nicht militärische Ehrenformation (neben der Gardemusik und dem Gardebataillon des Österreichischen Bundesheeres) am Staatsbegräbnis unseres Ehrenbürgers Alt-Bundeskanzler und Staatsvertrag-Außenminister Ing. Leopold Figl teilzunehmen – einem der größten Staatsbegräbnisse in der Geschichte der II. Republik.

Auch bei mehreren Tiroler Bällen in Wien, welche wohl deutlich höhere Kosten erfordert haben, war Matrei entsprechend präsent.

Die größte Herausforderung in unserer Vereinsgeschichte stellte übrigens im Jahre 1994 die Abhaltung des Alpenregionsfestes der Schützen mit rund 6.800 Teilnehmern und über 10.000 Besuchern dar, welches als eines der bisher bestorganisierten in die Geschichte eingegangen ist. Gleichwohl hat dieses Fest schon damals einen Kostenaufwand von mehreren hunderttausend Euro bedeutet, welche von uns aber auch ohne größere Probleme bewältigte werden konnte.

Wir haben auch kein Verständnis dafür, wenn von einzelnen Mandataren im Tiroler Landtag offenbar nur im Falle Matrei Kritik an einem Landesbeitrag geäußert wird, wie er hunderten anderen Musikkapellen und Schützenkompanien in den letzten Jahrzehnten vielfach zugeflossen ist:

Der grüne Klubobmann Mag. Gebi Mair sollte sich vielleicht besser an den Aussagen unseres geschätzten Herrn Bundespräsidenten Dr. Alexander Van der Bellen orientieren, welcher sich vom gesamten Festakt, aber auch von der Tiroler Teilnahme begeistert gezeigt hat.

Der sozialdemokratische Bürgermeister von Sellrain, Dr. Georg Dornauer, sollte parteipolitische Motive im Traditionswesen wieder hintanstellen und sich eher um seine eigene Schützenkompanie kümmern, welche wohl auch schon des Öfteren Ausflüge unternommen und Landesförderungen angesprochen haben dürfte.

Wir können nichts dafür, wenn die Stärke seiner Kompanie bei uns maximal der eines Zuges entspricht, würden unseren Nordtiroler Schützenkameraden aber auch nie um etwas neidig sein!

In diesem Zusammenhang können wir die Kritik der Tiroler Tageszeitung in keiner Weise nachvollziehen und dürfen abschließend hervorheben, dass all unsere TeilnehmerInnen begeistert von dieser Wien-Fahrt sowie der perfekten Organisation durch unseren Bürgermeister Dr. Andreas Köll waren.

Mit freundlichen Grüßen und dem höflichen Ersuchen um vollständige Veröffentlichung dieses Leserbriefes auch in der Printausgabe der Tiroler Tageszeitung verbleiben

Hartl Mattersberger, Obmann der Schützenkompanie Matrei in Osttirol
Major Klaus Riepler, Bataillonskommandant, Matrei in Osttirol
Sebastian Klaunzer, Hauptmann der Schützenkompanie Matrei in Osttirol
DI Dr. Alexander Wanner, Bezirksmajor, Matrei in Osttirol

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11 Postings bisher
Sonnenstrahl

Dieses Schreiben klingt ja wie ein einziger Rechtfertigungs- und Darstellungsbericht der Matreier Schützen. Wenn das alles wahr ist was ihr an Hervorragendem geleistet habt, braucht ihr euch in keiner Weise "schützen" und verteidigen gegen die "ach so böse Welt der Kritiker und medialen Berichterstatter". Echte Menschen in ihrer wahren Größe müssen sich niemals darstellen als DIE BESONDEREN, die UNSERE LEBENS- UND LIEBENSWERTE REGION präsentieren und zu retten versuchen! In echt geht es wohl nicht um Repräsentation für unser kleines, feines und naturnahes Osttirol, sondern vielmehr um representative, im weitesten Sinne vielleicht sogar manipulative Befindlichkeiten!

... und wenn sie nicht gestorben sind, dann leben sie noch heute... ein HOCH auf unsere (BE)SCHÜTZEN(DEN) Mitbewohner ... die ...INNEN lasse ich weg, denn die darfs in diesen Kreisen (ausgenommen der meist attraktiven jungen Mädels, die die "Flotte" rechts und links optisch aufputzen) auf keinem Fall geben... Willkommen im Jahr 2018!!!

cambridge

Es ist nicht schwer herauszufinden, wer den Brief der Matreier Schützen verfasst hat. Die vier Getreuen haben brav unterschrieben und Stick hat weitere Postings verbrochen. Nützt alles nix Herr Dr. Köll, Kuratel ist Kuratel.

Dreieck

Das ist jetzt für meinen Geschmack vielleicht grad ein bissl übertrieben... Ich wäre da an konkreten Fakten interessiert: Wie genau ist es den Matreier Vereinen gelungen, sich von den über 100 anderen Tracht tragenden Vereinen bei diesem Festakt besonders hervorzuheben? Woher kommt der Eindruck, die zahlreichen Ehrengäste, vom Tiroler Bundespräsidenten abwärts, wären gerade von den Matreiern so begeistert gewesen? Ich war selbst 16 Jahre Mitglied bei der heimischen Musikkapelle und kenne diese Auftritte von daher gut. Natürlich gibt es immer wieder Passanten, die Fotos machen wollen, sich interessiert zeigen usw. Unterm Strich bleibt man trotzdem einer von vielen, die beim Festakt mitwirken. Oder wurden die Gäste aus Osttirol etwa besonders hervorgehoben, auf die Bühne geholt und begrüßt? Wie wurden die Marken "Tirol" und "Osttirol" hervorgehoben? Tragen die Matreier den TVBO-Schriftzug auf der Tracht? Ich hoffe nicht. Welches Printmedium hat die Matreier Trachtenvereine als einzigartig in Österreich bezeichnet? Überregional oder wars am Ende die eigene Gemeindezeitung? 😉 All das wird wörtlich im Leserbrief behauptet und sollte von daher leicht nachweisbar und erklärbar sein. Im Artikel der SN wird z.B. mit keinem Wort erwähnt, dass überhaupt Nichtsalzburger beim Festakt mitgewirkt hätten. - So oder so, für die Mitfahrer war es sicher ein toller Ausflug. Sind letzten Endes ja auch alles Wahlberechtigte in der Gemeinde Matrei, insofern alles richtig gemacht.

    F_Z

    um deine Frage nach Printmedien weiterzuverfolgen bringt Google bei der 1. Anfrage das da:

    https://www.kleinezeitung.at/kaernten/osttirol/aktuelles_osttirol/5516000/100-Jahre-Republik-Oesterreich_Matreis-grosser-Salut-am-Heldenplatz

    https://www.osttirol-heute.at/chronik/grosser-matreier-aufmarsch-am-heldenplatz-in-wien/

    https://de-de.facebook.com/fpoe.osttirol/

    https://at.isportant.com/100%20Jahre%20Republik%20%C3%96sterreich.html

    und natürlich die TT und Dolomitenstadt

      senf

      interessant, dass man eine derartige veranstaltung mit einem werbegegenwert begründen will und muss. eine feierlichkeit zum hundertjährigen der republick mit aufmärschen von trachtenträgern versteht sich als kultureller akt, mehr nicht.

      die frage wird deshalb wohl darin zu suchen sein, wie die großzügigen beiträge der felbertauernstraße und des tourismusverbandes osttirol zu rechtfertigen sind. mehr als freunderlwirtschaft wird wohl nicht herauskommen, vermute ich. da hilft auch die noch so penible recherche um berichte und zugriffe als nachweis in den medien für den blendversuch nichts. man kennt das ja bereits schon von den radrennen durch osttirol, dessen angeblicher "millionenwerbeeffekt" bis heute ausgeblieben ist.

      die matreier trachtenträger haben an diesem kulturakt in wien mitgewirkt. wie öfters schon gepostet, eine schöne, ja ehrwürdige sache. ich glaube nicht, dass sich deswegen ein einziger tourist nach osttirol verirrt. insofern geb ich @dreieck recht.

    Stick

    Matrei war die einzige eingeladene Ehrenformation außerhalb Salzburgs in Vertretung Tirols, der anderen österreichischen Bundesländer und Nachbarn, welche sonst nur durch eine Fahnenabordnung (z.B. Südtirol und Bayern oder das Burgenland durch eine Tamburizzagruppe) vertreten waren.

    Während alle anderen 87 Schützenkompanien und 26 Musikkapellen vor den beiden Parlamentspavillons aufgestellt waren, standen 250 Matreier und Matreierinnen in Tracht als einzige vorne, direkt neben den hunderten Ehrengästen, der großen Videowall und blickten von dort auf die 4000 anderen. Unter dem Denkmal von Prinz Eugen reichte die Matreier Abordnung mit drei historischen Fahnen der Schützen und der Musikkapelle, fünf weiteren Fahnen, darunter die Original-Europafahne, getragen von Sopranistin Barbara Mattersberger - welche Matrei neben den Olympiaorten Innsbruck und Seefeld sowie Mayrhofen als eine von nur vier Tiroler Gemeinden führen darf - bis zum Äußeren Burgtor, auf einer Front von mehr als 270 Metern.

    Die Ehrensalve unter Hauptmann Sebastian Klaunzer war ebenso perfekt, wie der gemeinsame Choral der beiden Musikkapellen von Matrei und Huben, mit den Kapellmeistern Markus Lukasser und Sebastian Warscher. Bataillonskommandant Major Klaus Riepler meldete perfekt den Spitzen der Republik, mit Herrn Bundespräsident, dem Parlamentspräsidenten sowie den Landeshauptleuten von Salzburg und Wien.

    Tausende Zuschauer waren begeistert von der Defilierung der Matreier, welche in sechs verschiedenen Männertrachten und acht verschiedenen Frauentrachten ein äußerst buntes Bild, aber in einem einzigen geschlossenen Block abgaben. Matrei und Osttirol können einfach nur stolz auf diese einzigartige Formation sein, die in ganz Österreich wohl die mit Abstand größte und schönste dieser Art ist. Das müsstest du aber eigentlich selbst von den weitum bekannten „Matreier Kranzltagen“ wissen, die mit ihren historischen k.u.k. Aufmarschformen auch einzigartig sind. Ein bisschen „Nationalstolz“ wirst du wohl noch haben?

    In Wien wurden tausende Fotos geschossen und sofort gepostet, mehrere Fernsehsender und dutzende Pressejournalisten haben berichtet und zahlreiche Videos mit bereits mehr als 100.000 Zugriffen wurden ins Internet gestellt, darunter auf YouTube. Wenn auch noch die Filme von Tirol TV in diversen Medien präsentiert werden, dann wirst vielleicht auch du erkennen, dass dieser Auftritt in unserer. Bundeshauptstadt ein riesiger Image- und Marketingerfolg für Matrei und unseren Bezirk war. Wenn du zudem wirklich bei unserer Musikkapelle warst, müsstest du eigentlich wissen, wie erfolgreich deren Werbefahrten vor Eröffnung der Felbertauernstraße nach Deutschland oder Holland waren, die Fahrten der MK Virgen nach London und Paris, oder der MK Kals nach Prag?

    Alle gesamt 260 Teilnehmer dieser Fahrt nach Wien waren jedenfalls restlos von den einzelnen Programminhalten begeistert und schwer beeindruckt von der perfekten Organisation und Abwicklung bis ins kleinste Detail durch die Gemeinde und das Reisebüro Bstieler! Auch manchmal diskutierte Fahrten in die Lugner City oder zu Tiroler Bällen der Vergangenheit mit Schützen und Musik können da sicher nie mithalten.

      senf

      meine zustimmung, nett geschrieben, alle achtung. den posting nach zu beurteilen, gibt es kaum kritik zum auftritt der kompanie und der musikkapelle an den feierlichkeiten in wien.

      was einigen aber aufstößt, ist die politische vereinnahmung der trachtenträger in ihrer kultur durch den ortsvorstand. das müsste nicht sein. ich habe auch kein problem damit, dass sich das land tirol diese feierlichkeit etwas kosten hat lassen. es geht auch nicht darum, das eine mit was anderen abzuwiegen und bin sogar überzeugt, dass der landeshauptmann bei persönlicher vorstellung des matreier schützenhauptmannes klaunzer noch einige tausender als kulturbeitrag aus dem landestopf dazugelegt, und das ganze dann eine ganz andere optik bekommen hätte.

      schade finde ich ihre, etwas überhebliche darstellung des auftrittes der matreier gegenüber den benachbarten kompanien, die ihrer obigen darstellung nach die salzburger schützen in ihrer landespräsenz fast ins abseits drängt. ob kommandant anton wallner und unterkommandant johann panzl damit ihre freude hätten, sei dahingestellt.

      othmar

      bravo MR!

      Dreieck

      Vielen Dank für den interessanten Einblick, lieber Stick! Zumindest einer der "Stimme nicht zu" hat also tatsächlich etwas beizutragen. Ich bin kein Matreier, sondern war bei einer anderen Osttiroler Musik 16 Jahre dabei. Dass die Matreier Formation hier eine Rolle bei dieser Veranstaltung eingenommen hat, ist für die Teilnehmer sicher eine super Sache und eine Ehre für Matrei. Und auch die Landesförderung von 13.500 € halte ich nicht für überzogen sondern in Ordnung, wenn man das Land Tirol in Wien vertritt. Doch der Eindruck bleibt: Kein einziges überregionales Medium hat darüber berichtet. "F_Z" hat ja einige aufgezählt und alle diese Medien haben ein (Regional-)büro in Lienz. Oder sorgt ein Artikel in der TT dafür, dass die Nordtiroler in Osttirol Urlaub machen wollen? 😉Videos von der Veranstaltung mit über 100.000 Klicks, in dem die Matreier erwähnt werden, habe ich auf die Schnelle keines gefunden. Ein Video vom Ausmarsch findet man auf Youtube, das hat allerdings 200 Klicks und wurde wohl von einem Einheimischen per Handy aufgenommen. - Klarerweise unternehmen auch Vereine aus anderen Gemeinde solche Ausflüge, wohl teils sogar noch deutlich kostspieligere. Der Unterschied ist aber, dass deren Gemeinden zu diesem Zeitpunkt sicher nicht von Zahlungsunfähigkeit bedroht waren. Das ist ja der eigentliche Punkt, warum es überhaupt zu dieser Kritik kommt. Wieso fragt man nicht den Salzburger LH Haslauer im Vorfeld um eine zusätzliche Förderung anstatt eh nicht vorhandenes Gemeindegeld zu herzunehmen? Wenn man die gesamte Reise mit Sponsoren und Landesförderungen bestritten hätte, wäre die Sachlage ja ganz eine andere. Auch ist es bei ähnlichen Ausflügen in anderen Gemeinden nicht unüblich, dass die Mitfahrer einen kleinen Selbstkostenbeitrag leisten. Wie viel aus der Gemeindekasse wurde denn nun verwendet? Ich glaube, es stand im TT-Artikel - nur leider ist dieser Artikel in der Onlineausgabe wohl auf wundersame Weise verschwunden. Kann mir jemand weiterhelfen?

      Stick

      @senf Der „Ortsvorstand“ hat gar nichts politisiert sondern er wurde (wieder einmal) von der Tiroler Tageszeitung „polarisiert“: Eingeladen hat die Matreier offensichtlich der Salzburger Landeshauptmann Wilfried Haslauer persönlich und der wird schon gewusst haben, an wen er sich dabei wendet, nämlich an Bgm. Andreas Köll. Wenn es diesem gelungen ist, rund 70.000 Euro für diese Fahrt aufzutreiben, davon nur rund 15.000 von der eigenen Gemeinde, was sollte dann daran schlecht sein?

      Die Organisation ist anscheinend auch bestens abgelaufen, was bei einer Reisegruppe mit über 250 Teilnehmern auch nicht selbstverständlich ist. Die (meist anonymen) Kritiker und Poster aus der Matreier Opposition trauen sich offenbar auch nur, diese gelungene Werbereise über bekannte Kanäle in der TT zu thematisieren: Sie wissen zwar genau, dass sie sich selbst in Matrei nie öffentlich mit so althergebrachten, in der Bevölkerung tief verankerten und beliebten Institutionen wie Schützen, Musik, oder auch den Klaubaufen anlegen dürften. Das sind Vereinigungen, die einen Großteil des Matreier Stolzes ausmachen und deren Seele sie tief im Innersten treffen, wenn dieser völlig grundlos attackiert und verletzt wird!

      Sie und die Redakteure der TT wissen aber offenbar nicht, welchen Gefallen sie mit dieser rein emotionalen, aber rational wohl nicht so ganz durchdachten „Aktion“ dem großen Strategen aus dem Iseltal gemacht haben: Diesem haben sie wieder einmal nicht schaden können - wie schon in den vergangenen 30 Jahren nicht - in denen er sich in Matrei weder als Bgm. jemals einer Stichwahl stellen musste, noch mit seiner Liste die absolute Mehrheit im Gemeinderat jemals verloren hat! Geschadet wurde somit wieder einmal „nur“ Matrei, und das aus rein politischen, niedrigen und neidvollen Motiven und das ist einfach nur traurig...

klf2015

😂