Nach Unwetter leichte Entspannung in Kärnten

Das Bundesheer ist nach wie vor mit Soldaten und Hubschraubern im Einsatz.

In den Kärntner Katastrophengebieten stehen die Zeichen am Samstag, 3. November, auf Entspannung. Der Regen hat aufgehört, es dürfte den Prognosen zufolge vorerst trocken bleiben. Laut Landesalarm- und Warnzentrale gab es noch zwölf Feuerwehr-Aufräumeinsätze im Lesach- und Gailtal. Das Bundesheer ist nach wie vor mit Soldaten und Hubschraubern im Einsatz.

„Es ist Gott sei Dank nichts über die Nacht hinzugekommen“, sagte der Bezirkshauptmann von Hermagor, Heinz Pansi, am Samstagvormittag auf APA-Anfrage. Die Arbeiten an den Dämmen der Gail zeigten Wirkung, sodass die Chancen gut stehen, dass das Wasser im Flussbett gehalten werden kann. „Die Basis für eine Stabilisierung bekommen wir zusammen.“

Auch am Samstag dröhnten noch die Helikopter des Heeres im Katastrophengebiet Lesachtal. Foto: APA/Bundesheer

Auch für die Erreichbarkeit des seit fast einer Woche abgeschnittenen Lesachtals schaue es gut aus. Für die teilweise abgebrochene Zufahrt über Osttirol und Maria Luggau, wo es am Freitag einen Felssturz gegeben hatte, wurde eine Alternativerschließung über Forstwege festgelegt. Die Strecke soll jetzt rasch erweitert und beschottert werden, damit sie auch unter winterlichen Bedingungen befahrbar wird. Pansi: „Wir lassen jetzt entsprechende Maschinen ankarren.“

Die Zufahrtsstraße über das Gailtal ist wohl nicht so schwer beschädigt worden. Es müssen noch kleinere Abrutschungen und umgestürzte Bäume beseitigt werden, außerdem wurden mehrere Leitschienen zerstört. Demnächst könnte aber auch diese Straße wieder freigegeben werden. „Die Statik der Straße ist hier nicht in Mitleidenschaft gezogen worden“, erklärte der Bezirkshauptmann. In den kommenden Tagen werden Geologen und Statiker weitere Straßen und Abbruchstellen besichtigen und beurteilen. „Alles ist im Laufen.“ Auch an der Plöckenpass-Straße wurde gearbeitet.

In Sachen Stromversorgung des Lesachtals glaubt Pansi, dass sie in den nächsten ein, zwei Tagen wieder hergestellt sein wird. „Die Burschen arbeiten auf Hochtouren.“ Bald sollte auch über die Leitungen und Masten wieder Strom ins Lesachtal fließen. Bisher waren Notstromaggregate im Einsatz. „Wir prüfen aber noch, ob sich vielleicht jemand auf einem abgelegenen Gehöft noch nicht gemeldet hat.“ Wenn die Hauptverkehrswege dann einmal gesichert sind, werde man sich in einem nächsten Schritt den „gigantischen Forstschäden“ zuwenden, sagte Pansi. Veranstaltungen für Betroffene seien geplant.

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