Applaus in Oberbayern für Tiroler Transitbremse

Hohe Zustimmung zur Reduktion des Lkw-Transits – Wenig Wissen über Brennerbasistunnel.

Tirols Maßnahmen gegen den steigenden Lkw-Transit stoßen in Oberbayern auf große Akzeptanz. Dies geht aus einer vom Land Tirol in Auftrag gegebenen repräsentativen Umfrage hervor. 90 Prozent der Befragten gaben an, angesichts der steigenden Transitzahlen Verständnis für die Maßnahmen zur Reduzierung des Schwerverkehrs zu haben. 77 Prozent halten sie für gerechtfertigt.

Wie aus der APA vorliegenden Umfrage hervorgeht, sprechen sich 78 Prozent generell dafür aus, den Lkw-Verkehr durch strengere Maßnahmen zu beschränken und mehr Güter auf die Schiene zu verlagern. Die Umfrage wurde vom 2. bis zum 8. Oktober durchgeführt. Befragt wurden 1.000 Personen aus der Region Oberbayern.

Für mehr als die Hälfte der Befragten (54 Prozent) sind die Belastungen durch den Schwerverkehr in Bayern „spürbar“. 38 Prozent sehen hingegen „keine Beeinträchtigung“. Immerhin messen 80 Prozent dem Thema Wichtigkeit zu und denken, dass sich die Politik in Bayern darum kümmern solle. Davon beurteilten 49 Prozent das Thema als „sehr wichtig“, 31 Prozent als „eher wichtig“, 15 Prozent als „weniger wichtig“ und lediglich zwei Prozent als „nicht wichtig“. Die restlichen drei Prozent machten keine Angabe.

Aufholbedarf bei der Bekanntheit hat zweifellos der Brennerbasistunnel (BBT): 46 Prozent der Interviewten in Oberbayern gab auf eine entsprechende Frage an, dass ihnen der Bau der unterirdischen Eisenbahnverbindung nicht bekannt sei. Vor allem ist seine Popularität bei Frauen und 18- bis 44-Jährigen ausbaufähig.

Für Tirols Landeshauptmann Günther Platter (ÖVP) zeigt das Ergebnis der Umfrage, dass die Transitdiskussion endgültig auch in Bayern angekommen sei: „Nicht nur wir in Tirol haben genug von der Transitbelastung – auch die Bevölkerung Oberbayerns fühlt sich durch den Lkw-Schwerverkehr beeinträchtigt und spricht sich ganz klar für eine Beschränkung des Lkw-Verkehrs aus.“ Während Tirol von der bayerischen Politik für die Anti-Transit-Maßnahmen gescholten werde, zeige die Bevölkerung „vollstes Verständnis“. Platter sah die Verantwortlichen in München gefordert, immerhin sehen 80 Prozent die Reduzierung des Schwerverkehrs als zentrale Aufgabe der Politik. „Der Befund ist eindeutig. Ich gehe deshalb davon aus, dass sich die Politik in Bayern dieser mehr als eindeutigen Meinung der eigenen Bevölkerung nicht verschließen wird“, so Platter.

Ins selbe Horn stieß Tirols Verkehrsreferentin LHStv. Ingrid Felipe (Grüne) : „Wie die Ergebnisse der Umfrage klar zeigen, gibt es dort ein breites Verständnis für die verkehrsbeschränkenden und verkehrslenkenden Maßnahmen Tirols. Es wird auch in Bayern einmal mehr der Wunsch nach einer Reduzierung des Schwerverkehrs deutlich.“ Als Wermutstropfen machte Felipe die geringe Bekanntheit des BBT aus, die diesbezüglich „klar die deutsche Politik gefordert“ sah. Diese müsse ein „klares Bekenntnis zur Verlagerungspolitik auf die Schiene“ abgeben und die Umsetzung der Zulaufstrecken vorantreiben.

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steuerzahler

Alles gut und schön, aber wenn man hört, daß sich der BBT in Österreich auf 2028 verzögern wird und die Deutschen noch einmal um 10 Jahre hinter uns liegen, dann weiß man wie hoch der Stellenwert wirklich ist.

Alles nur Blabla! Eine Alternative von seiten der Bahn fehlt völlig. Die Politik schläft ihren jahrzehntelangen Dornröschenschlaf weiter.

Dabei wäre eine Verlagerung des Warenverkehrs in den Untergrund die einzige Lösung.

Die Schweizer sind uns auch damit wieder einmal weit voraus.