Natura 2000 Gelder fördern vorwiegend Tourismus

Bisherige Ausschüttungen flossen zum Großteil an Gastro- und Beherbergungsbetriebe.

Kaum ein Thema hat im Osttiroler Iseltal in den vergangenen Jahren mehr Staub aufgewirbelt als Natura 2000. Den Befürwortern – die auf geltendes EU-Recht und ökologische Sinnhaftigkeit verwiesen – standen erbitterte Gegner vor allem in den Iseltaler Gemeindestuben gegenüber, die die Wirtschaft am Gletscherfluss unter einer „Käseglocke“ ersticken sahen. 2016 schuf die Tiroler Landesregierung vollendete Tatsachen, nominierte die gesamte Isel, klammerte aber wichtige Zubringerbäche teilweise oder ganz aus. Der Kompromiss mit den Natura-Gegnern wurde diesen zudem mit einem zehn Millionen Euro schweren Sonderförderungspaket versüßt. Zwischen 2016 und 2026 werden jährlich eine Million Euro dafür verwendet, die Wirtschaft an der Isel zu beleben.

Wie, das belegt unter anderem eine Aufstellung der Bezirkshauptmannschaft, die Anfang 2018 veröffentlicht wurde. Gefördert werden überwiegend touristische Projekte. Auch 2019 liegt der Fokus auf dieser Branche. Die Tiroler Landesregierung stellt im Rahmen des Sonderförderungsprogramms für die Natura 2000 Region Isel als erste Tranche 200.000 Euro zur Verfügung: „Der Großteil der diesmaligen Ausschüttung wird für die Stärkung von gewerblichen Gastronomie- und Beherbergungsbetrieben sowie Verbesserungen im Bereich der Privatvermietung aufgewendet. Damit unterstützen wir die Entwicklung der Region als Tourismus- und Wirtschaftsstandort“, betont LH Günther Platter am 16. Jänner in einer Aussendung. Gefördert würden unter anderem Umbauten und Betriebsgrößenoptimierungen von Beherbergungsbetrieben sowie die Anschaffung neuer Geräte zur Produktionsverbesserung. Abgewickelt wird das Förderprogramm vom Regionsmanagement Osttirol, welches für diese Arbeit ebenfalls Geldmittel aus dem Regionalwirtschaftlichen Programm erhält.

„Die Menschen vor Ort wissen selbst am besten, was ihre Heimat benötigt. Im Rahmen der Sonderförderungen unterstützen wir Projekte, die die ganzheitliche Entwicklung einer Region fördern und stärken. Um nachhaltig im Wettbewerb bestehen zu können, braucht es eine bestmögliche Infrastruktur, die mit diesen Geldern untermauert wird“, schließt Platter.

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