Fantasima 2019: Bühne frei für die Poesie der Puppen

Figurentheatertage von 15. bis 17. März in Lienz. Heidi Fast übergibt an Claudia Funder.

Bald dreht sich in Lienz wieder alles um die große „kleine“ Kunst: Marionetten, Stabpuppen, Objekte, Handpuppen, winzig klein oder fast lebensgroß erzählen Geschichten und Märchen und verzaubern Groß und Klein bei den Figurentheatertagen „Fantasima“ von Freitag, 15. bis Sonntag 17. März. Spielorte sind Kolpingsaal, Musikschule und Bücherei Lienz. In der Bücherei wurde das Programm am 4. März auch vorgestellt und zwar nicht nur von Fantasima-Erfinderin und Intendantin Heidi Fast, sondern auch von Claudia Funder, ihrer designierten Nachfolgerin als Leiterin der Stadtkultur Lienz.

Heidi Fast in ihrem Element. Fantasima ist ihre Erfindung. Nachfolgerin Claudia Funder wird das Festival weiterführen. Foto: Anja Kofler

Fast brachte das Figurentheater vor 13 Jahren nach Lienz: „Zuerst war es wirklich so, dass sich Erwachsene kaum ohne Kinder in eine Vorstellung trauten. Heute haben wir schon eine große erwachsene Fangemeinde, die sich schon lange vorher auf Fantasima freut. Wir bemühen uns jedes Jahr neue Bühnen und neue Stücke zu zeigen, doch gibt es einige Künstler, die schon von Anbeginn dabei sind und zu den Lieblingen des Publikums zählen.“

Die neun Ensembles dieser Spielsaison kommen aus fünf Nationen. Gezeigt werden 13 Stücke in 23 Aufführungen. Die Zahl 13 soll Glück bringen, wie es auch Hans im Glück findet, dessen Geschichte Lille Kartofler erzählt, der schon zum 13. Mal dabei ist.

Lille Kartofler ist zum 13. Mal in Lienz. Er hat bei keinem Festival bisher gefehlt. Foto: Fantasima

Der Deutsche Matthias Kuchta ist genauso Fixstarter wie Margrit Gysin aus der Schweiz. Auch das Theater GundBerg war schon mehrmals zu Gast, ihre Kunstfiguren „Agathe Notnagl & Herr Nachbar“ sind spätestens seit den Jubiläums-Abenden der Theaterwerkstatt Dölsach einem großen Publikum bekannt. „Wiederholungstäter“ sind auch die Puppenbühne Zappelfetzn aus Nordtirol und Peter Kus aus Slowenien, der diesmal ein kreatives Stück über Klänge und irrwitzige Instrumente spielt. Gernot Nagelschmid aus Südtirol zeigt die Geschichte der „Frau Holle“ mit Live-Musik mit einem Trio aus Cello, Sythesizer und Kontrabass.

Neu sind heuer das Theater Bredouille aus Österreich, das Schattentheater zeigt und die Deutsche Christiane Weidringer, die als Souffleuse eine ganz besondere Aufführung der „Zauberflöte“ übernimmt. Den Abschluss machen traditionell die Lokalmatadorinnen von der Theaterwerkstatt Dölsach. Sie zeigen noch einmal das Schattenspiel „Peter und der Wolf“ von Sergej Prokoview, die Musik wird – ebenfalls live – von einem Ensemble der Landesmusikschule Lienzer Talboden gespielt.

Christiane Weidringer souffliert bei einer besonderen Aufführung der „Zauberflöte“. Foto: Lutz Edelhoff

Dass heuer so viele bekannte Gesichter in Lienz spielen, habe wohl mit dem Umstand zu tun, dass dies ihr letztes Festival sei, bevor sie sich im Herbst Richtung Ruhestand verabschiede, erklärte Heidi Fast: „So ist das Festival auch ein Abschlusstreffen mit lieben Freunden, denn das sind viele Künstler und Künstlerinnen inzwischen geworden.“ Für alle Figurentheaterfreunde ist es aber kein Abschied, denn Claudia Funder will Fantasima auf jeden Fall weiterführen: „Figuren sind ein wunderbares Ausdrucksmittel, bei dem Proportionen und Zeiten nach Belieben gewählt werden können. Und jede Puppe hat eine Herkunft, eine Biografie, die sie bei ihrer Belebung einzigartig macht. Fantasima erzeugt Illusionen und bringt reizvolle Geschichten auf die Bühne.“

Karten für die Veranstaltungen gibt es bei den Tageskassen vor Ort, die Tageskarten und Festivalpässe sowie die Karten für die Abendveranstaltungen auch im Bürgerservicebüro in der Liebburg. Reservierungen für den Workshop und für Gruppen nimmt Karin Pedarnig (04852/600-216) oder das Bürgerservicebüro (04852/600-519) entgegen.

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