Tiroler Spitalsreform: AK-Chef Zangerl mit herber Kritik

„Optimieren heißt im Klartext immer Einsparen“. Öffentliche Diskussion gefordert.

Der schwarze AK-Chef Erwin Zangerl hat auf das Vorhaben der schwarz-grünen Landesregierung, die Spitalsstrukturen in Tirol zu reformieren, mit herber Kritik reagiert. Die Pläne zum Krankenhaus Natters, das der „Sparpolitik“ zum Opfer falle, seien ein „informationspolitischer Super-GAU“, bemängelte Zangerl. ÖVP-Gesundheitslandesrat Bernhard Tilg stelle die Öffentlichkeit vor vollendete Tatsachen.

„Die Kommunikationslinie der Bundesregierung wird nun scheinbar auch in Tirol modern“, tadelte Zangerl, der vor Kurzem als AK-Präsident bestätigt worden war. Informationen, wie die Schließung vor sich gehen soll, gebe es keine. Auch was von der Arbeitsplatzgarantie zu halten ist, sei offen, so der AK-Chef: „Nur die Einsparungskeule zu schwingen und die Menschen mittels Hüftschuss vor vollendete Tatsachen zu stellen, schürt nicht nur Unsicherheit, sondern ist auch höchst unprofessionell.“

Die Meldung, dass das Landeskrankenhaus Natters den Einsparungsplänen von Landesrat Tilg zum Opfer fallen soll, kam „überfallsartig“. „Die sogenannte Reformgruppe, die dies beschlossen hat, hat ganze Arbeit geleistet und sich vermutlich nur gegenseitig informiert“, so der AK-Präsident. Dabei gäbe es genügend Erklärungsbedarf. Etwa über den Zeitpunkt der Schließung oder darüber, wie hoch das Einsparungspotenzial wirklich sei. „Und wie hoch sind die Kosten, die durch das geplante Mehrangebot im Landeskrankhaus Hall entstehen? Gibt es überhaupt Pläne für eine sinnvolle Nachnutzung? Und wie sieht es mit den Synergieeffekten zwischen Hall und Innsbruck aus? Kurz und bündig: Wo ist das Konzept?“, fragte Zangerl.

„Optimieren heißt im Klartext immer Einsparen und nicht etwa die Versorgungssicherheit ausbauen“, meinte Zangerl. Es brauche eine ordentliche, öffentliche Diskussion. Denn nicht nur in Natters sei man besorgt über die Vorgehensweise, auch in den Spitälern in Innsbruck, Hall, Schwaz, Zams, Kufstein oder St. Johann.

Das Land Tirol will mit dem „Regionalen Strukturplan Gesundheit 2025“ die Spitalsstrukturen im Land reformieren. Ziel ist laut Tilg, die Krankenhäuser zu entlasten und die Kosten zu dämpfen. Unter anderem sollen dafür die medizinischen Leistungen des Krankenhaus Natters nach Innsbruck und Hall (alle Teil der tirol kliniken, Anm.) verlegt werden.

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Ceterum censeo

Wer, wie die AK, das Jahresbudget über automatisch steigende Pflichteinnahmen (kennen Sie die kalte Progression?) finanzieren kann, braucht sich keine Sorgen zu machen, wie sein "Laden" funktioniert. Ich finde es richtig, dass am Sektor "Tiroler Landeskrankenhäuser " durch Strukturbereinigungen (Kitzbühel - St. Johann ist ein positives Beispiel) gespart wird. Herr Präsident Zangerl, ähnliche Überlegungen könnten der AK nicht schaden. So sehe ich z. B. nicht ein, dass in den Bezirken sg. Comedian Shows gratis stattfinden, die sicher nicht billig, aber nicht den Kernaufgaben der AK zuzuzählen sind. Genauso wie die "Mitgliederehrungen", alles durch Pflichtbeiträge (!) finanziert - aber werbewirksam.