Im Jahr 2018 nur noch 574 Asylanträge in Tirol

Auch illegale Einreisen stark rückläufig. Helmut Tomac: „Erfreuliche Entwicklung“.

Die Anzahl der im vergangenen Jahr in Tirol aufgegriffenen illegal Eingereisten ist erneut rückläufig. Während die Tiroler Fremdenpolizei im Jahr 2016 noch 11.812 Aufgriffe verzeichnete, reduzierte sich die Zahl im Jahr 2017 auf 7.406 und im Jahr 2018 auf 5.014. In ganz Österreich gab es im vergangenen Jahr 21.155 illegal Eingereiste, die aufgegriffen wurden.

Im Bundesländer-Ranking liege Tirol bei den Aufgriffszahlen damit hinter Wien auf Platz zwei, sagte Harald Baumgartner, Leiter der Fremden- und Grenzpolizei, am Montag bei einer Pressekonferenz in Innsbruck. Landespolizeidirektor Helmut Tomac sprach von einer „erfreulichen Entwicklung“ und führte diese auf „ein Bündel von Maßnahmen“ zurück, wie etwa den erhöhten Kontrolldruck der Polizei, die neu errichtete Bahnkontrollstelle am Brenner, aber auch die Anstrengungen Italiens.

Bei den Nationen liege, wie bereits im Vorjahr, Nigeria mit 888 Aufgriffen auf Platz eins, gefolgt von Marokko, Pakistan und Afghanistan. Erst an sechster Stelle liegt Syrien. Über 82 Prozent der in Tirol aufgegriffenen Personen waren Männer. „Der überwiegende Anteil davon war alleine unterwegs“, sagte Tomac. Von den 5.014 Aufgegriffenen waren demnach 3.947 Männer, 768 Frauen und 299 Kinder unter 14 Jahren. 63 Prozent der Flüchtlinge kamen über Italien nach Tirol. 59 Prozent kamen auf dem Straßenweg und 41 Prozent mit der Bahn. Im vergangenen Jahr wurden in Tirol insgesamt 53 Schlepper angezeigt.

Helmut Tomac: „Ob Grenzkontrollen an der bayrisch-tirolerischen Grenze noch sinnvoll sind, ist eine politische Frage.“

Auch die Anzahl an Asylanträgen ist im Vergleich zum Vorjahr rückläufig. Wurden im Jahr 2017 noch 1.236 Asylanträge im Bundesland gestellt, waren es im Jahr 2018 noch 574. Die meisten Antragsteller kamen aus Syrien, gefolgt von Afghanistan und dem Irak. Damit gingen die Asylantragstellungen in Tirol im Vergleich zum Vorjahr um 53 Prozent zurück.

Obwohl sich dieser rückläufige Trend auch in den ersten Monaten des heurigen Jahres fortsetze, sah der Landespolizeidirektor noch keinen Grund zur Entspannung. „Jeder, der sich jetzt ausruht, wird wahrscheinlich von der Realität wieder eingeholt. Das Innenministerium tut dies jedenfalls nicht“, sagte Tomac. Die Frage, ob angesichts der Zahlen die Grenzkontrollen an der bayrisch-tirolerischen Grenze noch sinnvoll seien, sei eine politische Frage und nicht von der Polizei zu bewerten, meinte der. Die polizeilichen Akzente hätten aber durchaus ihre Wirkung entfaltet und die Migrationswelle sei noch nicht vorbei, fügte der Landespolizeidirektor hinzu.

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