1,50 Euro Stundenlohn für Asylwerber sind beschämend

Chriselda Kandler vermisst bei den Regierenden das Gefühl für Menschlichkeit. Leserbrief.

Innenminister Herbert Kickl will, dass AsylwerberInnen, die sich mit Hilfstätigkeiten in den Gemeinden engagieren, nur mehr maximal 1,50 Euro pro Stunde bekommen. Die Sozialministerin unterstreicht diese Maßnahme mit der Begründung, dass die Zivildiener auch nicht mehr verdienen würden. Warum wird denn dann nicht deren Bezahlung auf ein gerechtes Minimum angehoben, anstatt den Asylwerbern noch weniger als 3 Euro zu bezahlen?

Solch fadenscheinigen Ausreden fehlt jedes Gefühl an Menschlichkeit. Mich wundert überhaupt, wie jemand, der selbst bestimmt nie unter solchen Umständen arbeiten würde, dies von anderen Menschen verlangen kann? Menschenunwürdig, beschämend für unseren reichen Staat, einfach unakzeptabel. Wahrscheinlich wäre diesen Ministern und deren Unterstützern gar lieber, wenn Asylanten gleich als neue Sklaven in Europa arbeiten dürften?

Ich hoffe, dass alle Verantwortlichen, die Menschen für Hilfsarbeiten benötigen, nicht mit solchen Beträgen die Arbeiter abspeisen. Warum wird immer gegen die Menschen gehetzt, die sicher nicht Schuld an der ungerechten Welt sind. Wenn 66 Personen weltweit so viel verdienen, wie fast die Hälfte der Menschheit, sollten doch endlich Schritte unternommen werden, dort konkrete Einsparungen, sprich gerechte Steuerabgaben zu verlangen. Dass dies viel schwieriger ist, verstehe ich. Aber es wäre der einzige Weg, der weltweiten Armut und Ungerechtigkeit zu begegnen.

Chriselda Kandler

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23 Postings bisher
julchen

Lieber Tom!

Dein Ansatz ist der EINZIG RICHTIGE! Ich kann Dir nur zu 100% recht geben.

dacapo

Ein Uraltrezpt der Heimatpartei: Auf die losgehen und anpatzen, die keine Lobby haben, da kann man leicht stark sein und sich profilieren. Das war schon immer so. Und die "christlich soziale" Partei schaut begeistert zu. Hände falten? Eher anpatzen und Goschn haltn.

Thomas Niederwieser

Man kann ja grundsätzlich darüber diskutieren, ob Asylwerber zusätzlich zur Grundsicherung €1,50 oder €2,50 oder €20.00 pro Stunde verdienen sollen. Eine gute Idee, sich darüber Gedanken zu machen, denn diese Diskussion setzt voraus, dass Asylwerber arbeiten dürfen. Unsere "Sozialministerin" will sie zwar dazu zwingen, aber nicht zu solchen Arbeiten wie Maurer oder Tischler, sondern zur Erntehilfe u.ä. Man kann jetzt natürlich darüber philosophieren, ob eine Arbeit auch dann eine Arbeit ist, wenn sie nur der Beschäftigung dient und nicht dem Erwerb. So oder so ist das eigentliche Problem ein vollkommen anderes. Wir leben unter einer Bundesregierung, die uns immer wieder dazu verleitet, den Wert eines Menschenlebens gegen das eines anderen abzuwiegen und Bevölkerungsgruppen gegen andere auszuspielen. Ist der Bankdirektor in unserer Gesellschaft wirklich mehr wert als der Arbeitslose? Kann man den Wert von zwei Menschen wirklich vergleichen? Ist der Arzt mehr wert, als der Migrant? Wenn ja, warum sind wir dann nicht alle Ärzte? Das wäre toll, denn spätestens, wenn wir alle Ärzte wären, würden wir erkennen, dass es in einer Gesellschaft jeden braucht. Auch den Asylwerber!

    F_Z

    Nur ist es nunmal so das nicht jeder das Zeug zum Arzt hat...

      Anthony Soprano

      Es hat auch nicht jeder das Zeug dazu Tischler zu werden... ich denke das ist ja der Sinn von diesem Posting!

      F_Z

      Ja 🙂

      eher würde ich mir Tischler zutrauen als Arzt...

      todo

      @F_Z, was wollen sie uns damit sagen?

    F_Z

    Das ich lieber Handwerker bin als Arzt. Ich baue gerne was zusammen und bin handwerklich begabt. Menschen verarzten traue ich mir weniger zu.

genaugenommen

Frau Kandler wieviel bekommen Asylwerber ohne eine tätigkeit auszuüben?

Gertrude

Seit 2015 betreue ich 3 Asylanten ehrenamtlich. Habe selbst erlebt, wie zufrieden die Männer waren, als sie für wenige Wochen gemeinnützige Arbeit verrichten durften. Die Bezahlung spielte dabei keine Rolle. Erst wenn man diese Personen und deren "Bezahlung" ständig zum Thema macht, werden auch sie unzufrieden. Diese Menschen haben im Asylverfahren ganz andere Sorgen, welche sich die Meisten von uns gar nicht vorstellen können.

Biker

Wir könnten auch die Arbeitslosen zu gemeinnütziger Arbeit um 1,50 Euro/Std. verpflichten - die bekommen die Grundversorgung doch auch vom Staat?

    Anthony Soprano

    Super Idee... bis auf den Umstand, dass damit zwei Gruppen gegeneinander ausgespielt werden, die keine wirkliche Lobby in der Politik haben.

      Biker

      Das ist ja ganz genau das was unser Innenminister will - mit populistischen Ankündigungen die Gesellschaft spalten und die verschiedenen Bevölkerungsgruppen gegeneinander auspielen!

Ceterum censeo

An "Sonnenstrahl":

Die Sonne würde richtig "abstrahlen", wenn es gelänge, die Prüfverfahren für Asylwerber zu verkürzen. Es ist halt so, dass Geschulte (!) die Verfahren immer wieder durch Einsprüche verlängern, was die Situation der Zugewanderten nicht verbessert. Jene, denen Asyl zugesprochen wird, sollen möglichst schnell in unsere Gesellschaft integriert werden, bzw, sich selbst (Sprache lernen) intergrieren. Dann wären sie eine Bereicherung für unser (noch nicht, oder doch schon?) - Multi-Kulti-Land.

    Anthony Soprano

    Ja Ceterum censeo du weiser aus dem Moarfeld. Ich habe da mal eine Frage. Wenn ein System es vorsieht, dass man gegen einen negativen Bescheid Einspruch einlegt und in unserem Rechtsstaat legitime Rechtsmittel einbringt hat man dann etwas falsch gemacht? Bitte sag mir doch wer hier in deinen Augen die Schuld trägt? Die Asylwerber oder das System?

Warum

möchte zu bedenken geben; laut kollektivvertrag ab jänner 2019, hilfspersonal, das aufräumarbeiten der büro-und aufenthaltsräume verwendet wird bekommt einen stundenlohn von € 10,42 brotto, handelsarbeiter bekommen einen stundenlohn von € 9,65 brutto friseurinnen bekommen einen stundenlohn von € 6,82 netto alleistehende mindessicherungsbezieher erhalten im monat € 863 --, umgelegt auf die monatliche arbeitszeit von 170 stunden ergibt das einen stundenlohn von € 5,10

Thomas28

Liebe Frau Kandler, mach dich nicht verrückt. Die Asylwerber bekommen zusätzlich weiterhin die staatliche Rundrumversorgung. Aber war klar dass das nicht erwähnt wird.

    Sonnenstrahl

    Lieber Thomas28, bestimmt sitzt du an der Stelle, die für die Rundumversorgung von Asylwerbern verantwortlich ist. Bestimmt weißt du dann auf Heller und Pfennig, wie viel so ein Asylwerber genau zur Verfügung hat zum Leben. Wenn es diesen Menschen tatsächlich so gut ginge frage ich mich, weshalb Asylwerber noch immer in lausigen Unterkünften, die wir als Substandart bezeichnen, leben müssen. Die könnten sich wohl bitte was Besseres leisten angesichts dieser so tollen Versorgung!!!

    Ich jedenfalls kenne welche, die leben in Verhältnissen, die wir als satte Osttiroler nie akzeptieren würden. Sie tun sich trotz unserer so großherzigen staatlichen Unterstützung ganz schön schwer, die täglichen Ausgaben zu tätigen. Zusätzliches geht sich da nicht mehr aus... kein Dabeisein für die Kinder, welche gerne mit den anderen Schulkindern die Schitage erleben hätte wollen, denn Schisachen sind nicht leistbar und der Selbstbehalt pro Kind beträgt ein Siebtel der tatsächlichen Unterstützung, die die 4köpfige Familie monatlich in Form von "Euros zum Ausgeben" zur Verfügung hat. Das weiß ich aus erster Quelle.

    Also lieber Thomas28 - mach dich nicht verrückt! Es betrifft eh nicht dich und deinen Lebensstandard!

    Frank

    Der Blick über den eigenen Tellerrand kann lohnend sein.....wenn man sich nicht davor fürchtet.

le corbusier

danke für den Kommentar.

@Frank: alleine den "stimme nicht zu" entnehme ich, dass sich auch bei der nächsten Wahl nichts ändern wird. Manchen gefällts richtig, dass den ganzen "Sozialschmarotzern" zu Leibe gerückt wird.

Stichwort Entsolidarisierung: https://derstandard.at/2000100765700/Was-die-tuerkis-blaue-Hausverstandslogik-ausblendet

    Frank

    @ le corbusier: Punktestände können sich ändern, Meinungen auch!

Frank

Diese Regierung "glänzt" durch Empathie-Unfähigkeit und Rücksichtslosigkeit gegenüber den Schwächsten in unserer Gesellschaft z.B. durch Abbau von Sozialleistungen und Einsparungen von Förderungsprogrammen für Arbeitssuchende. - Weiter so, die nächsten Wahlen kommen bestimmt!

    Sinnlos

    wir haben es in den letzten 20 Jahren geschafft viele Güter in China produzieren zu lassen und bestellen fleißig online ausserhalb Österreichs. Der dauernde milliardenschwere unwiederbringliche Geldabfluss schwächt Österreichs Sozialsystem enorm. zwangsläufig muss es zu Einsparungen kommen. Wir können ja nicht so weitertun als wären wir in den 70er Jahren. Es liegt in der Natur der Sache das es die schwächsten trifft. Aber jeder einzelne hat es selbst in der Hand ob sein schwerverdienter Euro in Österreich zirkuliert, oder im Ausland verschwindet.