Diözese Gurk schickt Akten an Staatsanwalt in Graz

Justiz ermittelt gegen Bischof Alois Schwarz. Der weist sämtliche Vorwürfe zurück.

Die Diözese Gurk-Klagenfurt hat in der Causa Bischof Alois Schwarz ein umfangreiches Konvolut an Unterlagen an die Staatsanwaltschaft Graz übermittelt. Deren Sprecher Hansjörg Bacher erklärte am Mittwoch auf APA-Anfrage, man habe die Unterlagen erhalten. Diese müssten jetzt einmal gesichtet werden, danach werde die weitere Vorgangsweise festgelegt.

Rund 200 Seiten sind es, die auf dem Schreibtisch des ermittelnden Staatsanwalts gelandet sind. Medienberichte, wonach die Diözese bisher untätig geblieben sei, erklärte Bacher damit, dass sich die Anfrage und das Einlangen der Unterlagen „überschnitten“ hätten. Die Justiz ermittelt gegen Schwarz und seine langjährige Vertraute Andrea Enzinger wegen des Verdachts der Untreue. Angefangen hatte das Ganze mit dem Dienstvertrag Enzingers, die nach ihrer Kündigung durch die Diözesanleitung das Arbeitsgericht angerufen hatte. Richter Helfried Kandutsch übermittelte sämtliche Unterlagen an die Anklagebehörde, die ein Verfahren einleitete.

Alois Schwarz, mittlerweile Diözesanbischof in St. Pölten, weist alle Vorwürfe rund um seine Amtsführung in Gurk zurück. Foto: APA

Inzwischen gibt es eine Reihe weiterer Punkte, die die Justiz beschäftigen. Da geht es zum einen um Steuerhinterziehung, zum anderen interessiert sich die Justiz auch für die Abschüsse, zu denen Schwarz zahlreiche Gäste in der Eigenjagd des Bistums eingeladen hatte. Was sich noch alles in dem Dossier verbirgt, das die derzeitige Kirchenführung unter Leitung von Diözesanadministrator Engelbert Guggenberger an die Justiz übermittelt hat, ist nicht bekannt. Schwarz, seit vergangenem Sommer Diözesanbischof in St. Pölten, hat sämtliche Vorwürfe stets zurückgewiesen.

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