Harald Haider, Leiter des Baubezirksamts Lienz und Obmann des Radwegvereins (links) und Landesrat Josef Geisler beim Lokalaugenschein an der Drau in Mittewald. Foto: Land Tirol/Entstrasser-Müller

Harald Haider, Leiter des Baubezirksamts Lienz und Obmann des Radwegvereins (links) und Landesrat Josef Geisler beim Lokalaugenschein an der Drau in Mittewald. Foto: Land Tirol/Entstrasser-Müller

Drauradweg-Sanierung kostet mehr als zwei Millionen Euro

Provisorium für den diesjährigen Italieneransturm – Fertigstellung im Mai 2020.

Mit insgesamt sechs Millionen Euro bezifferte Landesrat Josef Geisler am 18. April bei einem Pressegespräch am Ufer der Drau bei Mittewald den Schaden, den der Fluss während der Hochwassertage im Oktober 2018 anrichtete. Mehrfach habe sich die Drau ein neues Bett gesucht und sich mehr Raum genommen. Ufersicherungen wurden zerstört, der Drauradweg teils komplett weggerissen. „Knapp ein halbes Jahr nach dem Unwetterereignis haben wir im Schutzwasserbau die wichtigsten Sofortmaßnahmen abgeschlossen. Um den für Osttirol so wichtigen Radtourismus zu sichern, werden wir rechtzeitig zu Beginn der Radsaison den Drauradweg zumindest provisorisch wieder öffnen können“, erklärt Geisler.

Für die endgültige Wiederherstellung des Radweges sichert Geisler nebst den Mitteln aus dem Katastrophenfonds auch den höchstmöglichen Fördersatz aus der Radwegoffensive zu. Mehr als zwei Millionen Euro wird die Wiederherstellung des Drauradweges kosten. Mit über einer Million Euro schlagen sich allein die drei notwendigen Radbrücken zu Buche. Rund 310.000 Euro an Eigenmitteln muss der Osttiroler Radwegverein aufbringen, in dem neben den Gemeinden auch der TVB Osttirol vertreten ist.

Schwere Schäden gab es insbesondere im Gemeindegebiet von Anras und Assling zwischen der zerstörten Ascherbrücke und dem Sturzelbach. Der dortige Betreuungsweg der Wasserbauverwaltung, der auch als Radweg genutzt wurde, wurde in Teilabschnitten auf einer Länge von 850 Metern vollständig zerstört. „Es würde keinen Sinn machen, die Ascherbrücke und den Radweg am rechten Ufer wiederherzustellen“, erklärt Harald Haider, Leiter des Baubezirksamts Lienz. Aus diesem Grund hat man den Betreuungsweg am linken Ufer der Drau adaptiert.

Ab Ende Mai wird der Schotterweg als provisorischer Radweg zur Verfügung stehen. Dafür werden am Margarethenbach in Anras und im Bereich des Larsenwehrs in Thal zwei Behelfsbrücken für den Radverkehr errichtet. Bis zur Radsaison 2020 soll der Drauradweg dann wieder regulär befahrbar sein. Die dazu erforderlichen Brücken – die Radwegbrücke Mittewald oberhalb der Webhoferbrücke, die neue Margarethenbrücke und eine Geh- und Radwegbrücke am Beginn des Thaler Gewerbegebietes – werden derzeit geplant und in weiterer Folge zur behördlichen Bewilligung eingereicht. Errichtet sollen die drei Brücken in der Niederwasserphase im Winter 2019/2020 werden. Anschließend wird im Mai 2020 der Uferbegleit- und Radweg auf einer Länge von rund sechs Kilometern asphaltiert.

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