Kriminalstatistik: Tirol mit hoher Aufklärungsquote

Fast 60 Prozent aller Delikte wurden 2018 aufgeklärt. Gewaltkriminalität im Sinken.

In Tirol ist die Aufklärungsquote bei den angezeigten Delikten im Jahr 2018 im Vergleich zum Vorjahr um drei Prozent auf 58,6 Prozent gestiegen. Damit hat diese in der Zehnjahresstatistik ihren Höchststand erreicht, sagte Landespolizeidirektor Helmut Tomac am Freitag bei der Präsentation der Kriminalstatistik. Tirol liege damit deutlich über dem Österreichschnitt von 52,5 Prozent.

2008 hatten in Tirol vergleichsweise 44,3 Prozent der Tatverdächtigen ausgeforscht werden können. Positiv ist laut Tomac auch die Entwicklung im Bereich der Gewaltkriminalität. Diese sank 2018 im Bundesland laut Statistik um 0,7 Prozent auf 6.167 Delikte. Dabei wurde eine Aufklärungsquote von 86,9 Prozent erzielt, was wiederum eine Steigerung im Vergleich zu 2017 um 1,1 Prozent bedeutet.

Landespolizeidirektor Helmut Tomac freut sich über die hohe Aufklärungsquote der Tiroler Polizei. Foto: Expa/Jakob Gruber

Die „signifikanten Rückgänge“ bei Einbruchsdiebstählen in Wohnhäuser um 11,2 Prozent von 2017 auf nunmehr 151 Vorfälle im Jahr 2018 strich Tomac weiters als erfreuliche Entwicklung hervor. Zudem betonte der Landespolizeidirektor die hohe Aufklärungsquote in Innsbruck, die mit 60,1 Prozent die Landesquote noch überflügelt.

Diese Aufklärungsquote in Innsbruck hielt Stadtpolizeikommandant Martin Kirchler für „keinen Zufall“. In der Landeshauptstadt, in der immerhin 32 Prozent aller Delikte in Tirol begangen werden, habe man unter anderem auf „professionelle Tatortarbeit“ und auf Auswertung des Materials aus der „zunehmenden Videoüberwachung“ gesetzt. Außerdem seien die Anzeigen im Umfeld der illegalen Prostitution im Jahr 2018 stark gesunken, auf nunmehr 101. Auch die Zahl der Anzeigen gemäß des Suchtmittelgesetzes ging zurück – auf eine Gesamtzahl von 1.525. „Es wird weniger in der Öffentlichkeit gedealt, und die illegale Prostitution tendiert gegen Null“, zeigte sich Kirchler erfreut.

In die grundsätzliche Freude über die Kriminalitätsstatistik 2018 mischten sich aber auch sorgenvollere Untertöne. „Der Internetbetrug steigt an,“ hielt der Leiter des Landeskriminalamtes, Walter Pupp, fest. Auch das „Darknet“, das etwa zur Suchtmittelbestellung verwendet wird, gewinne in Zukunft an Bedeutung für die Polizeiarbeit, so Pupp. Die Internetkriminalität ist von 2017 auf 2018 jedenfalls von 1.322 auf 1.631 angezeigte Fälle gestiegen, im Jahr 2016 waren es noch 1.021 Delikte. „Wir haben aber mit der Ausbildung von IT-Spezialisten bereits auf diese Entwicklung reagiert“, betonte Pupp.

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