Brigitta Aichner und Thomas Widemair stellten sehr einfühlsam, leise und ergreifend die fünf Stationen auf dem Weg zum Sterben dar. Foto: Anja Kofler

Brigitta Aichner und Thomas Widemair stellten sehr einfühlsam, leise und ergreifend die fünf Stationen auf dem Weg zum Sterben dar. Foto: Anja Kofler

Das Sterben als Thema: „Und es ist gut“

Ein Theaterstück öffnet Herz und Verstand für die Würde der letzten Stunden.

„Und es ist gut“ – so lautete der Titel eines Theaterstücks für zwei Personen, welches das mobile Palliativteam in Kooperation mit dem Hospizdienst Tirol und der Osttiroler Selbsthilfe unter der Regie von Hannes Fojan auf die Bühne brachte. Gespielt wurde in Lienz, Sillian und Matrei jeweils vor vollem Haus.

Brigitta Aichner und Thomas Widemair stellten sehr einfühlsam, leise und ergreifend die fünf Stationen auf dem Weg zum Sterben dar: Von der Verleugnung über den Zorn auf alle, die weiterleben dürfen, den Versuch, einen Handel mit Gott abzuschließen und der darauf folgenden Depression bis hin zur letzten Phase, dem Annehmen der Situation „in aller Stille, in aller Würde und in aller Größe“. Brigitta Aichner war eine optimale Besetzung, was am anschließenden Lob und der Anerkennung des Publikums für die Darstellung dieser schwierigen Rolle leicht zu bemessen war. Wenn sie fragte: „Was habe ich denn nicht getan? Ich war für alle da, habe mich immer aufgeopfert, war das denn nicht genug?“ blieb im Publikum kaum ein Auge trocken. Thomas Widemair als kongenialer Partner machte das Stück perfekt und überzeugte vor allem zum Schluss – als Tod in Person eines Clowns.

Das mobile Palliativteam Osttirol feierte mit den Aufführungen seinen offiziellen Einstand in Osttirol. Anschließend an das Stück wurden Fragen rund um das Sterben, die Sterbebegleitung und die möglichen Hilfestellungen in Osttirol erläutert. 52 Prozent der Menschen sterben immer noch im Krankenhaus (nur 12 Prozent zu Hause) und das obwohl es inzwischen sehr gute und ausgereifte Möglichkeiten gibt, den letzten Weg auch in aller Würde daheim zu gehen, betont der ärztliche Leiter Clemens Skrabal. Das mobile Team kann von jedem angefordert werden, ungeachtet der Konfession, des Familienstandes oder des Alters der Patienten.

Das mobile Palliativteam des BKH Lienz. Von links: Palliativmediziner Clemens Skrabal, Gesundheits- und Krankenpflegerinnen Svenja Resinger, Miriam Stabinger und Christine Ganeider. Foto: BKH Lienz

Aktuell arbeiten drei Diplomierte und speziell ausgebildete Krankenschwestern und ein Palliativmediziner, alle vier mit langjähriger Erfahrung in diesem speziellen Bereich, im mobilen Dienst. Das Team unterstützt in regelmäßigen Besuchen bei der Schmerztherapie aber auch bei Behördenwegen und Organisation der Heimpflege. In Zusammenarbeit mit dem Hospizdienst Tirol und der Selbsthilfe Osttirol wird versucht einen – für alle Beteiligten, auch die Angehörigen – möglichst guten letzten Weg gemeinsam zu gehen.

Der individuelle Betreuungsbedarf wird in persönlichen Gesprächen mit Patienten und Angehörigen abgeklärt. Die Betreuung ist für die Patienten kostenlos und erfolgt in enger Absprache mit dem Hausarzt und den Pflegediensten. Das mobile Palliativteam ist von Montag bis Freitag im BKH Lienz erreichbar oder per Mail unter: mobilespalliativteam@kh-lienz.at.

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