Lienz hat wieder eine Ehrenbürgerin

Altbürgermeisterin Helga Machne wurde auf Schloss Bruck ausgezeichnet.

Helga Machne war die erste Bürgermeisterin Tirols, die erste Bürgermeisterin einer Stadt in Österreich und wenn sie sich etwas vornahm, setzte sie das auch durch, sagen ihre Weggefährten. Am 28. Juni gab es die Gelegenheit, so manche Anekdote aus dieser Zeit (1994–2003) wieder aufleben zu lassen, von der Geschichte der Schützen, die keine Frau ehren wollten, bis hin zu ihrer „Wunderwaffe“ Lippenstift, die sie zückte, wenn andere stritten. Auch die berühmte Fahrt nach Brüssel, wo sie im Ausschuss der Regionen Politiker aus eigenen und fremden Reihen mit viel Druck überzeugte, ein Papier zum Schutz des Wassers vor Privatisierung zu unterzeichnen, blieb nicht unerwähnt.

Helga Machne flankiert von zwei einst mächtigen Männern, den ehemaligen Landeshauptleuten Wendelin Weingartner (Tirol) und Luis Durnwalder (Südtirol). Fotos: Brunner Images

Anlass für die Erinnerungen war der Festakt, mit dem Helga Machne für ihre Verdienste um die Stadt Lienz die Ehrenbürgerschaft verliehen wurde. Die Runde der Gäste war bunt, von den Enkelkindern über Jugendfreunde aus vielen Ländern, aktuell tätigen Politikern aus dem Gemeinde- sowie Nationalrat und Menschen, die sie im Alltag begleiten, bis hin zu den beiden ehemaligen Landeshauptleuten Wendelin Weingartner (Tirol) und Luis Durnwalder (Südtirol), mit denen Machne nicht nur als Bürgermeisterin zu tun hatte, sondern auch im Ausschuss der Regionen in Brüssel zusammenarbeitete.

Elisabeth Blanik (SPÖ) setzt die Tradition der weiblichen Bürgermeisterinnen in Lienz fort und heftet Helga Machne das Ehrenzeichen an die Brust. Vizebürgermeister Siegfried Schatz assistiert.

Bürgermeisterin Elisabeth Blanik leitete den Abend ein, indem sie insbesondere zwei Eigenschaften von Helga Machne hervorhob: Mut und Stehvermögen. Nationalrätin Elisabeth Pfurtscheller betonte den Umstand, dass es im Jahr 1994, als Machne zur Bürgermeisterin gewählt wurde, alles andere als selbstverständlich war, dass sich eine Frau politisch durchsetzen konnte, und dass es diesbezüglich auch heute noch viel zu tun gäbe.

Die Laudatio hielt Machnes Nachfolger, Johannes Hibler, der in sehr persönlichen Worten Ernstes und Amüsantes über die Altbürgermeisterin und ehemalige Nationalrätin (2002–2006) zu erzählen wusste. Tenor der Rede – und die beiden Altlandeshauptleute Durnwalder und Weingartner betonten das noch – war stets das Durchsetzungsvermögen der neuen Ehrenbürgerin. Weingartner hatte ihr einst den Spitznamen „Stern des Südens“ gegeben. Durnwalder machte nun kurzfristig die „Sonne des Südens“ daraus, weil sie Probleme nicht nur wegzulachen pflegte, sondern auch immer bereit gewesen sei voranzugehen, wenn seine Bürgermeister in Südtirol schon aufgegeben hatten.

Helga Machne ist seit 2012 die erste Ehrenbürgerin von Lienz und erst die zweite Frau, der das Ehrenkreuz verliehen worden ist.

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