MPreis, Tiwag & Co. investieren in Wasserstoff-Technologie

Konsortium hofft mit Hilfe des Landes auf EU-Förderung für gemeinsames Energieprojekt.

Mit Unterstützung des Landes Tirol hat sich ein Konsortium von Tiroler Unternehmen um EU-Fördergelder aus einem Forschungsprogramm für Wasserstoff beworben. Zillertalbahn, MPreis und TIWAG werden in den nächsten Jahren in die Wasserstofftechnologie investieren und haben sich mit einem förderfähigen Investitionsvolumen von sieben Millionen an der Ausschreibung beteiligt. Sind sie mit ihrer Bewerbung erfolgreich, könnten sie bis zu drei Millionen Euro an EU-Geldern aus diesem Topf lukrieren.

„Die eingereichten Projekte decken die gesamte Wertschöpfungskette von der Erzeugung bis hin zur Verwendung von Wasserstoff in der Mobilität und der Wärmeversorgung bis hin zur Energiespeicherung ab“, erklären LHStv Josef Geisler und Klimaschutz-Landesrätin Ingrid Felipe in einer Aussendung. Tirol sei eine Vorzeigeregion in Sachen Wasserstoff und seit 2012 in diesem Sektor aktiv.

Das Handelsunternehmen MPreis arbeitet laut Landesregierung intensiv daran, seine Lkw-Flotte auf Wasserstoff umzurüsten und will auch den erforderlichen Wasserstoff selbst herstellen. Beim Tiwag-Projekt gehe es im Wesentlichen um die Erzeugung und die Einspeisung von Wasserstoff in das bestehende Gasnetz. Und die Zillertalbahn will weg vom Diesel hin zum im Tal erzeugten „grünen Wasserstoff“.

Zur Herstellung von Wasserstoff braucht man neben Wasser Strom. Dadurch ist der Wirkungsgrad gegenüber der direkten Nutzung von elektrischer Energie geringer. Die Studie „Ressourcen- und Technologie-Einsatzszenarien Tirol 2050“ zeige aber Anwendungsbereiche für Wasserstoff auf, wenn man die Wasserstoffproduktion im gesamten Energiesystem betrachte, erklären Geisler und Felipe. Der Vorteil von Wasserstoff liege zudem darin, dass elektrische Energie in Form von Wasserstoff gespeichert und auch transportiert werden könne.

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3 Postings bisher
Thomas Haidenberger

Es gibt regelbare Wasserkraftwerke, aber dafür ist ein Speicher unerlässlich. Ausleitungskraftwerke, wie eines am Tauernbach entstehen soll oder ein schon bestehendes an der Schwarzach vergrößert werden soll, sind da nur bedingt geeignet. Jedenfalls im Sommer, wenn das höchste Wasserangebot besteht. Aber laut Fachleuten muss das so sein: Wenn schon ein Kraftwerk gebaut wird, dann muss alles irgendwie verfügbare Wasser über die Turbinen fließen ...

Dank neuester Technik wird dann zukünftig wohl der sommerliche Stromüberschuss aus der Wasserkraft der Osttiroler Gletscherbäche in Form von Wasserstoff gespeichert werden. Mit großem Aufwand und miserablem Gesamt-Wirkungsgrad. Denn Erzeugung, Verdichtung, Lagerung, Verteilung und letztlich Rückumwandlung in Strom verbrauchen rund 70 % der im Wasserstoff gespeicherten Energie.

Auf jeden Fall besser ist es für das bestehende System besser, denn so müssen keine Anteile am Kuchen abgegeben, so muss nicht dezentralisiert, so können Konsument*innen weiterhin in Abhängigkeit gehalten werden.

    steuerzahler

    Nicht nur das gesamte verfügbare Wasser wird dann genutzt werden. Es wäre auch eine tolle Möglichkeit Atomstrom zu sauberem Wasserstoff zu verarbeiten.

steuerzahler

Die Erzeugung von Wasserstoff sollte als Energiespeicher für nicht regelbare Stromerzeuger wie Solarstrom oder Windstrom dienen. Daher hat die Tiwag meiner Meinung nach keine Berechtigung für irgendeine Förderung. Die Tiwag betreibt sehr gut regelbare Wasserkraftwerke. Die Einspeisung von Wasserstoff ins Gasnetz dient wahrscheinlich nur zum Verbrauch von Überschuß.