Emilio Sampaio beschließt mit seiner Bigband am Samstag, 20. Juli, im Saal des Gymnasiums das diesjährige New O´Lienz Jazzfestival. Foto: Facebook/Sampaio

Emilio Sampaio beschließt mit seiner Bigband am Samstag, 20. Juli, im Saal des Gymnasiums das diesjährige New O´Lienz Jazzfestival. Foto: Facebook/Sampaio

New O'Lienz Jazztage mit einem Line-up für Feinschmecker

TubAffinity, Low Potion und Emiliano Sampaio sind fulminante Grenzgänger des Jazz.

Die New O'Lienz Jazztage rund um die heimische Bigband JazzWeCan sind mittlerweile ein Klassiker im sommerlichen Veranstaltungsreigen der Dolomitenstadt und heuer geprägt von einem wirklich spannenden Line-up, dessen Protagonisten aus konventionellen Jazzgefilden lustvoll aus- und aufbrechen zu neuen musikalischen Ufern. Die Gastgeber selbst laden zur musikalischen Matinee mit JazzWeCan am Samstag ab 9.30 Uhr auf dem Johannesplatz und haben zudem für zwei Abendveranstaltungen hochkarätige Gäste eingeladen.

Da wäre einmal Tobias Ennemoser, der den Auftakt am Freitag, 19. Juli, um 20.30 Uhr im Saal des Gymnasiums bestreitet. Der Gewinner des Grazer Kleinkunstvogels 2019 nennt seine One-Man-Show „TubAffinity“ und wirkt wie ein Tuba-spielender Mönch, der allerdings alles andere als karge Musikkost serviert und sein Instrument radikal aus der Blasmusikecke holt. Ennemoser hat Jazz studiert, ist ein profunder Beatboxer, liebt den Funk, packt völlig ungeniert den Syntheziser aus, spielt buchstäblich alle Stücke und ist ein wunderbar skurriler Entertainer, ein Dadaist, der mit einem musikalischen Augenzwinkern beinahe übersehen lässt, wie virtuos seine Musik in all ihren Facetten ist. Auf YouTube findet man zahlreiche Kostproben des Tirolers, die allesamt Lust machen auf seinen Auftritt in Lienz. Beispielsweise: „Die Staubsaugersackerl werden immer teurer.“

Am Samstag, 20. Juli, knüpft ab 19.30 Uhr – wieder im Saal des Gymnasiums – das Tiroler Duo Low Potion an den Vorabend an. Auch Anna Widauer and Chris Norz entziehen sich konsequent einer Klassifizierung, sind eigentlich keine Jazzer, wie man sie bei einem Jazzfestival erwartet, sondern servieren vielmehr musikalische Lyrik vom Feinsten, poetische Klangbilder, vorgetragen von einer Sängerin mit glasklarer Stimme im hypnotischen Rhythmus elektronischer Beats. Anna Widauer und Chris Norz erzählen die Geschichte eines traurigen Ballons, suchen die ewige Schönheit in künstlichen Sprachen, in träumerischen Fantasien von Frankreich bis in die Irrenanstalt.

Mit dem zweiten Act steuert dann ab 21.30 Uhr das Festival mit dem Emiliano Sampaio Mega Mereneu Project auf seinen musikalischen Höhepunkt zu. Auch hier kehrt nur scheinbar der traditionelle Jazz auf die Festivalbühne zurück, denn auch dieser Act sprengt bei näherem Hinhören den klassischen Rahmen. Diese Bigband leitet mit dem Brasilianer Emiliano Sampaio – Gitarristen, Posaunisten, Komponisten und Arrangeur – ein unglaublich vielschichtiger Künstler, dessen musikalische Sozialisation in fast jedem einzelnen Stück hörbar wird. Gemeinsam mit Gustavo Boni und Luis Andrés, die noch immer auch in Rockbands spielen, hat Sampaio ursprünglich den Heavy Metal erkundet und sich über Classic Rock und Blues dem Jazz und schließlich auch dem Choro und Bossa Nova seiner brasilianischen Heimat angenähert. Spitzenklasse!

An beiden Abenden wird als Eintritt um freiwillige Spenden gebeten.

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