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Wie malt man ein Bild für Betrachter in der Ferne?

160 m2 sind eine große Fläche. Ihre Einteilung entscheidet über die Bildwirkung.

Trotz des heftigen Gewitters am Mittwochabend leuchtet das eindrucksvolle Mural der „Rip off Crew“ in hellen Signalfarben vom einstmals weißen Turm in der Lienzer Schillerstraße. Apropos Signalfarben – schon seit Beginn der Arbeiten am Dienstag zieht das Kunstwerk neugierige Blicke von vorbeifahrenden Radfahrern und Zugpassagieren auf sich. Grundsätzlich eine Erwartung, die an Streetart gestellt wird. Sie einzulösen ist eine kreative und handwerkliche Herausforderung.

Ist das Bild zu wenig detailliert, wirkt es plump und gegenstandslos. Ist es zu detailliert, kann man es aus der Ferne nicht auflösen. Linda Steiner sucht den perfekten Mittelweg. Fotos: Simon Baumgartner

Das beginnt bei der Farbauswahl und endet beim Umgang mit den Dimensionen der Arbeitsfläche. Die Motive müssen so eingefärbt und großflächig angelegt sein, dass sie auch von weitem ins Auge stechen. Diese Bilder hängen nicht an der Wand eines Museums, sondern sind oft hunderte Meter vom Betrachter entfernt. Ist das Bild zu wenig detailliert und ausgearbeitet, wirkt es plump und gegenstandslos. Ist es zu detailliert, ergibt sich ein anderer unerfreulicher Effekt: das Kunstwerk wird vom Standpunkt des Betrachters – im konkreten Fall zum Beispiel vom Radweg jenseits des Bahndamms – schlichtweg unkenntlich. Auch ein Fahrgast im vorbeifahrenden Zug soll das Motiv in seiner Gesamtheit erfassen können.

Mit einer Kreide trägt Katharina die feinen Linien der Skizze auf, als Grundlage für das Großgemälde an der Hauswand.

Deshalb haben Katharina Löffelmann, Mariella Lehner und Linda Steiner vor dem ersten Farbauftrag die Wand vermessen und in Felder eingeteilt, um abschätzen zu können, wie groß die einzelnen Motive und Proportionen werden müssen. Auf die so gerasterte Fläche wurde dann der Entwurf mittels Grobskizzen übertragen. Die Skizze ist entscheidend für die Exaktheit der Motivverteilung, der Perspektiven aus großer Distanz und der dreidimensionalen Wirkung dieses ca. 160 Quadratmeter großen Bildes.

Hier kommt eine sogenannte „Schlagschnur“ zum Einsatz. Sie ist mit Kreide eingefärbt. Lässt man sie auf die weiße Wand klatschen, entsteht eine gerade Linie.
Der Entwurf, den Mariella in der Hand hält, ist nicht größer als eine Postkarte. Das fertige Gemälde bedeckt eine Fläche von 160 Quadratmetern.
Frauen an und auf der Wand. Dieses Bild macht die Größenrelation gut sichtbar. Foto: Fru

4 Postings

red_mit
vor 5 Jahren

Was wurde aus dem Kunstwerk? Leider schon lange nichts mehr davon gehört :-)

 
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    Gerhard Pirkner
    vor 5 Jahren

    Wir arbeiten gerade an einer ausführlichen Doku samt Video. Die sommerliche Hochkonjunktur am Bau hat den Abbau des Gerüsts verzögert. Wir mussten deshalb warten, bis das 160 m2 Kunstwerk in seiner ganzen Pracht sichtbar wurde. Noch in dieser Woche kommt die Reportage darüber.

     
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Warum
vor 5 Jahren

super mädels! tolle arbeit. ich wünsche mir das noch viele kahle große wände in lienz mit farbe belebt werden. auch sprayer sollten die möglichkeit bekommen ihre kunstwerke auf flächen zu zaubern.

 
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pici
vor 5 Jahren

Bravo, Mädels!!! 🙂

 
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