NR-Wahl: Tiroler NEOS für „Dirndlkoalition“

Dominik Oberhofer hält Türkis-Grün-Pink für „keine schlechte Möglichkeit.“

Für den Landessprecher der Tiroler NEOS, Dominik Oberhofer, wäre nach der Nationalratswahl im Herbst eine Koalition bestehend aus ÖVP, Grünen und NEOS „keine schlechte Möglichkeit“. Die drei Parteien würden sich „sehr, sehr gut ergänzen“, sagte Oberhofer im APA-Sommerinterview. Als Vorbild nannte er die sogenannte „Dirndlkoalition“ in Salzburg.

Der Tiroler NEOS-Chef machte jedenfalls deutlich, dass ihm einiges an einer Koalitionsbeteiligung gelegen sei: „Grundsätzlich liegt es in unserer NEOS-DNA, dass wir unser Programm durchsetzen wollen“. Eine pinke Regierungsbeteiligung und NEOS-Chefin Beate Meinl-Reisinger als Vizekanzlerin seien das Ziel. Als bundesweites Ergebnis halte er acht Prozent für realistisch. „Ich würde es für fatal halten, wenn wir dieses Fenster nicht offen halten würden“, meinte Oberhofer.

Ganz so einfach dürfte dies nach Ansicht des Stubaitalers aber nicht werden – braucht es für diese Koalitionsvariante neben der Volkspartei doch noch eine dritte Partei im Bunde. „Persönlich tut es mir leid, dass ich von den Grünen – speziell aus den östlicheren Bundesländern, sprich Wien – höre, dass sie sich ganz vehement gegen eine Koalition verwehren wollen“. Gerade die Schwarz-Grün-Pinke „Dirndlkoalition“ in Salzburg würde zeigen, „wie sich die drei politischen Gruppierungen sehr, sehr gut ergänzen könnten“, erklärte Oberhofer.

Die Schwarz-Grün-Pinke „Dirndlkoalition“ in Salzburg zeige, „wie sich die drei politischen Gruppierungen sehr, sehr gut ergänzen könnten“, erklärt Dominik Oberhofer im APA-Interview. Foto: Dolomitenstadt/Wagner

Außerdem könnten die Verhandlungen zwischen NEOS und ÖVP eine Herausforderung werden. In den Zeiten der türkis-blauen Koalition wurden „schon viele Gräben aufgerissen. Das wird sehr schwierig sein, die in Koalitionsverhandlungen zu schließen.“ Auch in Sachen Bildungspolitik würde man den Grünen oder der SPÖ „viel näher“ stehen, „das ist keine Frage“. Im Bereich der Pflege und der Pensionen würde der ÖVP zudem einfach die „Reformbereitschaft“ fehlen.

Die Ziele der Tiroler NEOS für die Nationalratswahl hat der 39-jährige Unternehmer jedenfalls hoch gesteckt: „Ich würde sagen, in Richtung Zweistelligkeit ist aus Tirol zu rechnen. Wir trauen es uns schon zu“. Das Grundmandat in Tirol habe jedoch höchste Priorität, es liegt bei 6,6 Prozent. Das zu erreichen sei „absolut notwendig für unser Selbstwertgefühl“. Man habe mit Johannes Margreiter, Julia Seidl und Yannick Schetty (NEOS-Klubobmann Wien-Josefstadt, Anm.) drei Tiroler auf den ersten zehn Plätzen der Bundesliste absichern können. Bei der vergangenen NR-Wahl holten die Tiroler Pinken 5,7 Prozent (2013: 4,9 Prozent), bei der EU-Wahl im Mai 8,8 Prozent.

Im Tiroler Landtag fühlt sich Oberhofer dagegen in der Oppositionsrolle wohl: „Mir macht das Spiel in der Opposition wahnsinnig viel Spaß“. Er sei überzeugt, dass man im Bundesland „keine Eintagsfliege“ sei und ein „komplett neues Momentum in den Landtag hineingebracht“ habe.

Bei der nächsten Landtagswahl im Jahr 2023 will Oberhofer jedenfalls zulegen: „Ich werde mich nicht mit meinen 5,2 Prozent geschlagen geben“. Zehn Jahre in der Politik habe er sich selbst gegeben, nun stehen noch sieben vor ihm. „Deswegen habe ich einen enormen Tatendrang“. Politische Ambitionen, nach Wien zu gehen, habe er aber nicht.

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2 Postings bisher
Biker

Wir sollten zuerst wählen bevor über Koalitionen nachgedacht wird! Allein die Festplattenshredderaktion der ÖVP sollte zu denken geben! Da hat wohl jemand etwas zu verbergen.

Domenik

Wir als Osttiroler NEOS haben einen großartigen Draht zu unseren Freunden nach Innsbruck und nach Wien - wir werden uns - wie auch immer die Wahl ausgeht - für die Anliegen Osttirols einsetzen! 😎 #Transparent #Nachhaltig #Enkelfit