Sehr oft tauchen zum Lebensende hin Sehnsüchte auf, wenn es um einen „letzten Wunsch“ geht – die Wunschtraumfahrt will deshalb dort unterstützen, wo Angehörige überfordert sind. Fotos: Dolomitenstadt/Wagner

Sehr oft tauchen zum Lebensende hin Sehnsüchte auf, wenn es um einen „letzten Wunsch“ geht – die Wunschtraumfahrt will deshalb dort unterstützen, wo Angehörige überfordert sind. Fotos: Dolomitenstadt/Wagner

Wenn ein Herzenswunsch in Erfüllung geht

Das Rote Kreuz Osttirol startet mit der „Wunschtraumfahrt“ ein besonderes Projekt.

Am Donnerstag, 5. September, informierte das Rote Kreuz Osttirol über neue Angebote. Eines davon ist der neue Erste Hilfe-Kurs mit interaktiven Multimedia-Komponenten. Mit eigens dafür angeschafften Tablets will man künftig mehr Interesse für die Materie wecken und ein langfristiges Wissen generieren.

Ebenfalls neu ist die „Wunschtraumfahrt“. Im Rahmen dieses Projekts verwandelte sich ein Ambulanzwagen zum „Wunschtraum-Mobil“, das künftig allen Menschen mit geringer Lebenserwartung einen Herzenswunsch erfüllen soll. „Ob an einen bestimmten Sehnsuchtsort, ins Kino, zur Familie oder noch einmal ‚nach Hause‘– wir wollen diese Wünsche erfüllen“, erklärt Wilhelm Granig, Leiter der Bereiche Gesundheits- und Soziale Dienste beim Roten Kreuz Osttirol.

Granig beschreibt, wie die Idee zu diesem besonderen Angebot entstanden ist: „Auf einer Fahrt nach Innsbruck haben wir uns darüber unterhalten, nachdem Christa Erlacher zuvor diese Idee eingebracht hat. Danach gingen wir relativ rasch in die Umsetzung.“

Das „Wunschtraummobil“ von innen: Der Wagen ist mit modernster medizinischer Ausstattung ausgerüstet und bietet einen hohen Reisekomfort.

Ab sofort steht das „Wunschtraum-Mobil“ immer dann zur Verfügung, wenn sich die Familie eines Betroffenen einen Ausflug zum Sehnsuchtsort alleine nicht zutraut. „Da wollen wir dann als Unterstützer fungieren“, fügt der Geschäftsführer des Roten Kreuz Osttirol, Andreas Stotter an. Das „Wunschtraum-Mobil“ kann einmalig und kostenlos genutzt werden.

Im Wunsch-Wagen können bis zu zwei Angehörige dann unkompliziert mitfahren. Ob und wie der gewünschte Ausflug letztendlich realisiert werden kann, wird vorab in einem Gespräch mit dem behandelnden Arzt festgelegt. Letzterer ist dann auf der Fahrt zwar nicht dabei, laut Granig werden aber diensthabende Notärzte auf der geplanten Route über den Ausflug informiert. Zudem ist das Fahrzeug mit modernster medizinischer Ausstattung ausgerüstet.

Josef Klammer und Maria König sind ehrenamtliche Sanitäter und werden mit einigen ihrer Kollegen in Zukunft mit diesem Wagen Herzenswünsche erfüllen.

Begleitet wird man auf der Wunschfahrt neben Angehörigen von ehrenamtlichen Notfall- oder Rettungssanitätern. Eine davon ist Maria König. Uns erklärt sie in einem Satz, warum sie sich für diesen Dienst zur Verfügung stellt:

Die Wunschtraumfahrt finanziert sich ausschließlich aus Spendenmitteln unterstützender Mitglieder, durch Kranzablösen und aus Einnahmen des neuen Soforthilfeshops. Zur ordnungsgemäßen Durchführung der Wunschtraumfahrt muss ein Antragssteller oder ein Angehöriger im Vorfeld ein entsprechendes Formular ausfüllen. Dies kann vor Ort in der Sozialen Servicestelle in Lienz erledigt werden.

Ein vergleichbares Projekt gibt es in Österreich laut Granig nur in Wien: „Die Erfahrungen der Verantwortlichen dort haben uns natürlich in der Vorbereitung geholfen.“ In der Bundeshauptstadt verzeichnet man im Schnitt drei bis fünf solcher Fahrten pro Jahr.

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senf

gute, tolle idee für patient samt angehörige. wichtig ist nur das kontrolling und die dokumentation jeder aktion, damit es nicht nochmals zum missbrauch eines einsatzfahrzeuges kommt, wie vor wenigen jahren über die privatnutzung eines lienzer rettungsautos zu fahrten ins warmbad villach (für dreiwöchigen kuraufenthalt eines vorgesetzten) in medien berichtet wurde.