Reichhardt warnt vor Mautbefreiung bis Kufstein Süd

Der Verkehrsminister befürchtet einen Dominoeffekt bei anderen Grenzregionen.

Nachdem Tirols LH Günther Platter (ÖVP) angekündigt hatte, dass die Volkspartei vor der Nationalratswahl im Parlament einen Initiativantrag einbringen wird, der unter anderem eine Mautbefreiung für die Strecke Staatsgrenze – Kufstein-Süd vorsieht, bremst Verkehrsminister Andreas Reichhardt. Eine solche Novelle könnte einen Dominoeffekt bei anderen Grenzregionen nach sich ziehen, warnte er.

Das System der flächendeckenden Maut würde dadurch gefährdet, erklärte der Verkehrsminister gegenüber der „Tiroler Tageszeitung“. Mehrere Regionen hätten bereits Anträge gestellt. Würde man allein den Ausnahmewünschen des Städtebundes nachkommen, wären rund 15 Prozent des gesamten Mautstreckennetzes betroffen, argumentierte Reichhardt. Die im Ministerium diesbezüglich deponierten Wünsche würden sich in Summe auf gut 300 vignettenpflichtige Straßenkilometer beziehen.

Das Verkehrsministerium erarbeite bereits Lösungsansätze zur Bekämpfung der Mautflucht, betont Verkehrsminister Andreas Reichhardt. Foto: APA

Derzeit werde im Verkehrsministerium auf Entschließung des Nationalrates ohnedies an einem Bericht gearbeitet, der Lösungsansätze zur Bekämpfung der Mautflucht aufzeigen soll. Dieser muss bis 31. Oktober fertig sein.

Auf die Mautbefreiung bei Kufstein war von den politischen Verantwortlichen in den anliegenden Orten schon lange gedrängt worden, um den „Mautflüchtlingen“ Herr zu werden. Die Bevölkerung soll dadurch vom Ausweichverkehr von der Autobahn entlastet werden. Platter hatte vergangene Woche zudem gemeint, er gehe davon aus, dass in dem Initiativantrag eine „generelle Maßnahme“ enthalten sei – das heißt, dass auch auf andere betroffene Abschnitte in Österreich gezielt werde.

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4 Postings bisher
steuerzahler

Die Ungarn sind genauso gierig. Bisher war es möglich nach dem Grenzübergang Klingenbach bis zur ersten Abfahrt ohne Vignette zu fahren. Jetzt nicht mehr. Jetzt muß man entweder für ein paar 100m zahlen oder man fährt vor der Grenze ab und dann durch mehrere Ortschaften. Die Abkassierer gibt es in allen Ländern. Früher nannte man sie Raubritter...

Bernd

Ich habe mir jetzt für meine Fahrt nach Matrei zwei 10 Tageskarten digital gebucht nur um die kurze Strecke bis zur Abfahrt Kufstein Süd und später in die gegengesetzte Richtung nicht durch die Ortschaften fahren zu müssen. 9,20 € für jeweils einige hundert Meter Autobahn ist keine schlechte Rendite.

steuerzahler

Mautflucht, wie das klingt. Da weiß man wieder ganz genau, daß es nur um das Abkassieren geht. Wehe, wenn jemand wegen vielleicht einem Kilometer auf der Hinfahrt und einem Kilometer auf der Rückfahrt keine Vignette kaufen will. Wenn man derartige sinnlose km freigibt, dann würde das wohl einen enormen Schaden bedeuten. Unsere Einnahmen wären total gefährdet.

Liebe Abkassierer, ihr nehmt euch längst zuviel. Das Steueraufkommen des Autoverkehrs deckt alles bereits mehrfach ab. Hier geht es nur darum, die Vignettenpflicht einen km später zu verhängen. Kufsteins Bevölkerung wird es danken.

genaugenommen

Hier gehts einzig und alleine um Reisende die nach Süden über den Felbertauern bzw. nach Kitzbühel oder den Pinzgau fahren, für einige 100 Meter keine Autobahnmautzahlen wollen/sollten und Kufstein verstopfen. Für Urlauber die ins Zillertal wollen gibt es keinen grund in Kufstein Süd von der Autobahn abzufahren! Ich habe mir die 1. Autobahnabfahrten in anderen Grenzregionen angesehen, es ist nirgends so extrem wie in Kufstein. Der Herr Verkehrsminister sollte dies eigendlich wissen.