Simon Lewis beim Soundcheck auf dem Lienzer Hauptplatz. Foto: Dolomitenstadt/Wagner

Simon Lewis beim Soundcheck auf dem Lienzer Hauptplatz. Foto: Dolomitenstadt/Wagner

Backstage: Simon Lewis im Dolomitenstadt-Interview

Die Dolomitenmänner performten im Regen, die Künstler auf der Ö3-Bühne ebenfalls.

Am Samstagabend war auf dem Hauptplatz in Lienz zuerst die Siegerehrung für die sportlichen Dolomitenmänner angesagt, dann übernahmen zwei Große der heimischen Musikszene die Bühne. Einer davon war Simon Lewis, der uns Backstage ein Interview gab.

Hi Simon, warst du schon mal in Osttirol?

S: Nein, in Osttirol war ich noch nie, aber ich war schon in Tirol. In Kufstein hab ich das halbe Album geschrieben. Ich bin zum Viertel Tiroler.

Bekommt ihr irgendwas mit, von der Stadt, in der ihr seid?

S: Bis jetzt haben wir nichts außer dem Hauptplatz und das Hotel gesehen, aber vielleicht können wir morgen noch ein bissl durch die Stadt streifen, je nachdem wie motivierend das Wetter dann ist.

Vom Dolomitenmann hast du aber schon vorher gehört?

S: Ja, klar. Aber ich war noch nie live dabei. Für meinen Gitarristen ist es aber ein besonderer Auftritt heute. Erzähl du die Geschichte!
Gitarrist: Ich bin eigentlich jeden Sommer in Osttirol bergsteigen. Als ich 15 war und nach einem längeren Auslandsaufenthalt wieder hierherkam, war gerade Olala. Am Lienzer Hauptplatz hat ein Gitarrist gespielt, das hat mich so beflügelt, dass ich auch beschlossen habe, Musik zu meinem Beruf zu machen. Jetzt spiele ich halt selber am Lienzer Hauptplatz, das freut mich extrem.

Der Dolomitenmann besteht ja aus vier Disziplinen. Welche würdest du am ehesten machen?

S: Abgesehen davon, dass ich sportlich keiner einzigen gewachsen wäre, würde mich Kajak sehr reizen. Just for fun.

Würdest du mit dem Rest deiner Band ein Team zusammenbekommen? Wir können gleich ein Anmeldeformular ausfüllen!

S: Das wäre wirklich eine lustige Idee, und ein urcooles Musikvideo! Ich finde das Ereignis jedenfalls sehr spannend.

Simon Lewis beim Tratsch mit Anja Kofler: „Es war ein langer Weg bis hierhin“. Foto: Dolomitenstadt/Wagner

Machst du das, was du immer schon machen wolltest?

S: Ja, jetzt auf jeden Fall. Es war ein langer Weg bis hierhin, aber ich wollte immer schon Musik machen, das war das Einzige was mich halt immer glücklich gemacht hat. Ich hab als Servicemitarbeiter in der Bank angefangen, am Flohmarkt mitgearbeitet um über die Runden zu kommen. Musik aber immer nebenbei. Irgendwann hab ich dann gedacht, ich setz alles auf eine Karte und kappe das Sicherheitsnetz, weil ich gespürt habe, dass mich das eher bremst, als sichert oder nach vorne bringt. Als ich dann keinen Job mehr hatte, wusste ich, dass ich das jetzt machen muss, um zu überleben. Und zum Glück hab ich es geschafft und kann jetzt sagen, dass ich Berufsmusiker bin.

Wolltest du immer schon englisch singen?

S: Ja, ich hab angefangen mit englischsprachiger Musik, man imitiert anfangs ja wohl immer seine Idole, das waren englischsprachige Bands bei mir. Anfangs war meine Aussprache allerdings echt schlecht. Ich hab aber daran gearbeitet.

Hast du irgendwann einmal geplant deutsch zu singen? Oder was ist überhaupt geplant in nächster Zeit?

S: Nein, deutsch ist momentan kein Thema. Jetzt möchte ich neue Lieder rausbringen.

Gibt’s die schon?

S: Ja, ich muss nur noch ins Studio. Es wird auch ein paar Features mit anderen Künstlern geben.

Kann man da schon was sagen?

S: Es wird einen Song gemeinsam mit Avec geben. Das ist schon fix und kommt voraussichtlich nächstes Jahr. Ein ganzes Album wird sich nicht ausgehen. Aber vielleicht eine E P.

Wie ist das Tourleben so?

S: Das Wichtigste ist, dass die Leute, mit denen man unterwegs ist, zueinander passen. Die Gruppendynamik macht es aus. Es ist total egal, wie schäbig das Hotel ist oder der Backstage, wenn die richtigen Leute dabei sind, dann ist alles gut. Mit meinen Jungs hier hab ich das absolute Glück. Auf unserer Deutschland- und Österreich-Tour hat nie jemand gejammert, es waren immer gute Vibes da.
Band: Man muss sich halt Beschäftigung suchen, sonst ist man den ganzen Tag nur im Auto und kommt sich am Ende echt ein bissl blöd vor, wenn man nix gemacht hat die ganze Zeit außer Autofahren, den Gig spielen und schlafen gehen. Wenn man sich mit den Leuten nicht versteht, ist es wirklich eine schwierige und komische Zeit.

Was hat dich noch nie jemand gefragt, was wolltest du schon immer mal erzählen in einem Interview?

S: Ich hab gar keine Ahnung, was ich mich selber fragen wollen würde. Ich bin so langweilig.

Das heisst, du bist glücklich?

S: Ja! Ich bin wirklich glücklich! So richtig.

Welche Musik hörst du privat?

S: Ganz verschieden, im Moment ganz viel Tom Odell und Hosier oder Damian Rice. Sehr viel aus dem Indie-Bereich.

Verändert sich deine Musik mit dem was du dir anhörst?

S: Auf jeden Fall, wenn ich zu Hause sitze und einen Song schreibe, ist der sicher davon beeinflusst, was ich höre, auch unbewusst. Das macht es eben auch spannend, dass man andere Einflüsse sammelt und daraus auch schöpfen kann. Du musst dich als Musiker immer weiterentwickeln und darfst nicht stehen bleiben.

Wann spielt ihr wieder? Gibt es Tourdaten?

S: Nein, momentan leider nicht. Wir spielen nächstes Mal erst wieder am 5. Oktober in Wien. Sonst gibt es im Moment keine geplanten Konzerte. Es geht zurück ins Studio. Songs schreiben.

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