Haidenberger: „Unsere Energiezukunft ist die Sonne!“

Grüner Bezirkssprecher meldet sich mit Nordtiroler Unterstützung im Wahlkampf zu Wort.

Haidenberger steht als Vierter auf der Landesliste der Grünen für die Nationalratswahl am 29. September. Einziehen wird er in das Bundesparlament wohl eher nicht, aber im Wahlkampf engagiert sich der Lehrer und Energieberater aus Iselsberg mit seinem Lieblingsthema: Photovoltaik. Unterstützung aus Nordtirol erhielt der Grüne Bezirkssprecher bei einem Medientermin am 12. September in Lienz von Stephanie Jicha, Landtagsabgeordnete und Gemeindesprecherin der Grünen in Tirol.

Thomas Haidenberger fordert von der Regierung in Sachen Photovoltaik: „Mehr Infos, mehr Mittel und weniger bürokratische Hürden“.

Die Grünen setzen in der Umweltpolitik, ihrem ureigensten Kompetenzfeld, massiv auf das Thema Sonnenenergie. Das Solarpotenzial auf den bestehenden Dächern Tirols sei etwa gleich groß wie das der gesamten derzeit ausgebauten Wasserkraft. Leider werde nur ein winziger Teil der geeigneten Dachflächen auch tatsächlich genutzt. Haidenberger: „Unsere Energiezukunft ist die Sonne!“ Neben besseren Rahmenbedingungen für Privathaushalte und Unternehmen sehen sowohl Haidenberger als auch Jicha vor allem die Kommunen und öffentlichen Bauträger in der Pflicht. Beide sitzen selbst in Gemeinderäten, Haidenberger in Iselsberg, Jicha in Vomp.

In der eigenen Gemeinde kann der Grüne Bezirkssprecher auf ein erfolgreiches Projekt verweisen, die PV-Anlage auf dem Gemeindeamt von Iselsberg wurde 2015 installiert und verzeichnete 2018 Rekordwerte, die man über ein Realtime-Monitoring des Herstellers Sun-e-Solution auch mitverfolgen könne. Mehr als ein Drittel ihres Jahresvolumens erzeuge diese Anlage im Winter, unterstreicht Haidenberger: „Ein Kraftwerk am Tauernbach würde mangels Fließwasser auf bestenfalls neun Prozent  Winteranteil kommen.“

Für Stephanie Jicha sind vor allem die Kommunen und öffentlichen Bauträger bei einer Offensive für mehr  Sonnenenergie-Nutzung in der Pflicht. Fotos: Dolomitenstadt/Wagner

Stephanie Jicha lieferte den Tirolbezug: „Die Tiroler Gemeinden und das Land Tirol haben hier noch sehr viel Aufholbedarf. Das Potenzial ist groß. Bauhof, Kindergarten, Kinderkrippe, Volksschule, Gemeindeamt, Feuerwehrhaus, Tennisanlage, Fußballanlage, Jugendzentrum, Mittelschule, Seniorenheim, Vereinshaus – alles muss geheizt werden, überall gibt es Dachflächen, teilweise sogar sehr große. Aber nur vereinzelt sind Photovoltaikanlagen auf gemeindeeigenen Gebäuden zu finden und nach wie vor bauen Gemeinden in ihre Neubauten Öl- oder Gasheizungen ein.“

Wohl nicht ganz zufällig erwähnt Jicha in diesem Zusammenhang die Gemeinde Sellrain, wo beim Ausbau der Volksschule Sellrain eine Ölheizung verbaut werde. Bürgermeister in Sellrain ist der Tiroler SPÖ-Vorsitzende Georg Dornauer. Eine Forderung von Jicha und Haidenberger: „Im öffentlichen Bereich muss bei Neubauten und größeren Sanierungen der Einsatz alternativer Energieformen verpflichtend vorgeschrieben werden bzw. muss zumindest die Ausschüttung von Mitteln des Landes Tirol, ohne die ein Neubau bzw. eine größere Sanierung meist nicht realisierbar ist, an den Einsatz von erneuerbaren, heimischen Energieträgern geknüpft werden.“

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13 Postings bisher
senf

wenn herr heidenberger an die sonnenenergie als heilmittel zur energieversorgung glaubt, dann soll er es. aber bitte nicht in der art eines verkaufsberaters, der einer 78 jährigen dame erfolgreich einen teueren industriestaubsauger eigeredet hat, damit sie sich zeit und arbeit erspart.

sonnenenergie hat zukunft und wenn man sie optimal und umweltfreundlich nutzen will, wird man das zusammenspiel mit der wasserkraft wohl oder übel akzeptieren müssen. das wird von den grünen leider nicht akzeptiert, also murksen wir halt so weiter. der vergleich der iselsberger photovoltaikanlage im winter mit der verfügbaren ausbeute an strom am tauernkraftwerk ist nicht zulässig. was sind im vergleich 33% behauptete winterleistung dieser anlage gegenüber 9% winterleistung am geplanten LKW am tauernbach im verhältnis zur gesamtleistung?. hier wird leider manipuliert. das geplante LKW wird diese energie über jahrzehnte konstant tag und nacht liefern, die photovoltaikanlage lediglich tagsüber und nur in den ersten jahren, danach fällt die leistungskurve steil abwärts, bis der gesamte, kostenintensive plattenaustausch erfolgt (das zu finanzieren, spielt im gemeindehaushalt keine rolle, wohl aber bei unternehmern und bei privaten lieferanten).

wenn herr heidenberger mit seinen grünen freunden glaubt, dass die ausbeutung der menschen in afrika zur batterienherstellung für die stromnachtspeicherung idealer ist als die verlagerung der sommerenergie in hoch gelegene wasser-winterspeicher, dann soll er das den menschen hier im lande auch sagen.

    Thomas Haidenberger

    Geschätzte(r) "Senf" Habe mich schon gewundert, dass Sie nicht der erste waren, der ein Posting zu dem Artikel geschrieben hat … Es ist Ihnen unbenommen, die "alte“ E-Wirtschaft mit alten Argumenten zu verteidigen. Aber seltsam ist schon einiges: Jahrzehntelang wurde in den Tiroler Pumpspeicherkraftwerken Atom- und Kohlestrom "veredelt" und dann mit Wasserkraftmascherl weiterverkauft. Warum sollte das nicht auch mit Solarstrom gehen in den bestehenden Anlagen?

    Der Vergleich von PV-Anlagen mit Laufkraftwerken an Gletscherbächen drängt sich geradezu auf! Gegen PV-Anlagen wurde und wird das Vorurteil verbreitet und erfolgreich in den Köpfen der Menschen eingepflanzt, dass sie im Winter nichts bringen. In Wirklichkeit haben die von Ihnen favorisierten Anlagen in dieser Hinsicht das wesentlich größere Problem.

    Sie haben recht: Die Gesamtleistung EINER PV-Anlage ist nicht mit der eines Wasserkraftwerks vergleichbar, aber es gibt deutlich mehr als ein Dach, das für die Stromerzeugung aus Sonnenlicht geeignet ist. „Das Strompotenzial der bestehenden, gut geeigneten Dachflächen Tirols entspricht der Größenordnung der gesamten ausgebauten Wasserkraft des Landes“. - Nachzulesen in der schon im Juni 2015 veröffentlichten Landesstudie. Vielleicht machen Sie sich einmal die Mühe und stellen Investitionssummen dem Stromertrag gegenüber. Aber bitte abgerechnete Baukosten, nicht geplante …

    Und zu Ihrem Totschlagargument von den ausgebeuteten Arbeitern in Afrika: Neben den bereits vorhandenen Pumpspeicheranlagen sind dezentrale Stromspeicher technisch auch ohne Lithium, Kobalt und weitere problematische Rohstoffe umzusetzen, sogar mit sehr vergleichbaren Wirkungsgraden. Dazu darf ich Ihnen einen Link anbieten: https://www.bluesky-energy.eu/greenrock/

    mit sonnigen Grüßen!

      genaugenommen

      ja und nach 20 jahren tauschen wir die pva-anlagen auf unseren dächern wieder aus weil sie nichts mehr bingen oder kaputt sind, dass ist dann besser für die umweld? die energie die diese pva-anlagen in den ersten jahren erzeugen haben sie schon bei ihrer herstellung verbraucht!

      miraculix

      Genau genommen kann man auch weiterhin irgendwann gehörte Stammtischweisheiten verbreiten, man könnte sich aber auch einmal informieren. Mit dem zweiten Vorschlag kommt man den Tatsachen wahrscheinlich näher.

      senf

      herr haidenberger@: "Gegen PV-Anlagen wurde und wird das Vorurteil verbreitet und erfolgreich in den Köpfen der Menschen eingepflanzt, dass PVA im Winter nichts bringen". polemisieren sie bitte nicht, wohl niemand behauptet das. es ist derselbe quatsch, wie die "alte E-wirtschaft und deren Argumente" wie sie schreiben.

      ein toller service; das land tirol hat bereits vor fünf jahren sämtliche tiroler gebäudedachflächen vom siedlungsgebiet bis hin zu den heuschupfen über der waldgrenze als grundlage für PV kartiert und der öffentlichkeit bereitsgestellt. natürlich steckt da ein hohes potential (ohne pv-grossanlagen) dahinter, auch wenn sich die sonnenscheindauer in gebirgsschattenlagen, die langen winter und nächte in den tälern nachteile auswirken, wie man an den leistungskurven p/a deutlich sehen kann.

      die nutzung der sonnenenergie für PVA oder solaranlagen ist also seit vielen jahren tirolweit ein großes thema und wird vom land tirol auch entsprechend forciert und von den Menschen auch angenommen. dass sich die grünen erst jetzt ernsthaft als beiwagerl an diese entwicklung hängen, finde ich sogar mutig nach der langen funkstille.

      herr haidenberger, lassen sie uns bei einer ihren kommenden pressekonferenz real wissen, wie ihre partei den enorm steigenden energiebedarf - vor allem in winter - bis zur vorgesehenen tiroler energiewende im jahre 2050 leistbar meistern will.

      mich würden besonders auch handfeste ideen hinsichtlich einem möglichen einsparungspotential interessieren, falls es von den grünen überhaupt überlegeungen oder ein konzept dafür gibt.

    le corbusier

    es gibt noch viel spannendere möglichkeiten den strom zuspeichern ohne den gravierenden natureingriff von pumpspeichern. daran forschen auch junge osttirolerinnen wie bereits berichtet wurde: https://www.dolomitenstadt.at/story/in-der-forschung-muss-man-kreativ-sein/

    wasserkraft ist im vergleich zu fossilenenergieträgern natürlich sinnvoll. da sind wir in österreich auch voll dabei. aber pumpspeicher sind durch die zerstörung von ganzen ökosystemen sicher nicht nachhaltig.

tauernwind

"Mehr als ein Drittel ihres Jahresvolumens erzeuge diese Anlage im Winter,......" ?!?

Wenn ich mir die Jahresstatistik dieser PV-Anlage von z.B. 2018 ansehe kommt da im Jänner - Februar - März so ca. 8.440 kWh zusammen, daß sind aber nur 14% des Jahresertrags, wie ist der oben zitierte Satz gemeint.

Ein Drittel des Ertrages im sonnentechnisch, schwächsten viertel des Jahres ginge ja nie, wenn doch bitte um Tips für meine PV Anlage ;-)

    Thomas Haidenberger

    Bei dem Vergleich geht es nicht um den Winter als Jahreszeit, sondern um das Winterhalbjahr, und das dauert in der Energiewirtschaft vom 1. Oktober bis zum 31. März.

    Thomas Haidenberger

    ... natürlich bezieht sich auch der Prozentsatz des verfügbaren Wassers beim Tauernbachprojekt auf denselben Zeitraum

      tauernwind

      Danke für die Klarstellung, daß bei der Energiewirtschaft andere Jahreszeiten genommen werden wusste ich nicht, da bin ich aber hoffentlich nicht der Einzige 😋

      senf

      tauernwind@ das energiewirtschaftliche winterhalbjahr nach obiger angabe von herrn haidenberger dauert genau sechs monate und in dieser zeit beträgt die energieausbeute 30 % der ganzjahresproduktion. gerade in diesen monaten steigt der strombedarf, ist es kalt und die nächte dauern länger, der strombedarf steigt. ganz extrem wirds in dem von ihnen angegeben zeitraum und erwähnten anteil am jahresertrag. das problem ist, dass PVA derzeit strom zum falscher zeit am falschen platz zum falschen preis liefern.

      trotzdem hat sonnenenergie (PV) zukunft, es ist noch viel potential vorhanden. allerdings nur dann, wenn man es versteht und akzeptiert, diese energie gemeinsam mit anderen e-trägern abzustimmen und marktfähiger zu machen.

      keine zukunft hat hingegen die politik der grünen, die das nicht zulässt und sich derzeit wohl eher als lobby dieses einzigen industriezweiges sieht. der sorglose umgang mit energie scheint kein thema mehr zu sein, hier herrscht seit langem funkstille. warum wohl?

      Talpa

      Woa senf! Hat dir a Grüner amol die Jause gfladert? Am Ende gar der Herr Haidenberger höchstpersönlich?... könnte man meinen bei soviel Erregung 😱

      senf

      jo talpa, nit di jause wars sondern der glaube an die politik, der mir abhanden gekommen ist. a bisserl geb in den ist thomas schuld, wenn er es a guet mit uns meint. ☀