Vortragsreihe „Grenzen Europas“ im Bildungshaus

Auftaktveranstaltung am 20. September in Lienz, es referiert der Historiker Peter Pichler.

Wird von den Grenzen Europas gesprochen, berufen sich viele auf die Europäische Union und deren Mitgliedsstaaten. Diese Definition ist als zu eng zu betrachten, da die historischen Entwicklungsprozesse außer Acht gelassen werden. Die Grenzen Europas unterliegen seit jeher politischen, geographischen und kulturellen Gegebenheiten und sind daher einem steten Wandel unterworfen. Auch das jüngste Phänomen der innereuropäischen Grenzziehung, negativ formuliert der innereuropäischen Spaltung mittels kulturalistischer Wertenormierung, ist das Ergebnis einer oberflächlichen Betrachtungsweise.

Das Bildungshaus Osttirol hat es sich zur Aufgabe gemacht, mittels einer Vortragsreihe interessierten Menschen einen historischen Überblick über die Entstehung der Grenzen im allgemeinen und der Europäischen Union im Besonderen sowie der jeweiligen daraus resultierenden Spannungen, die teilweise bis heute andauern, zu ermöglichen. Ein Blick auf den aktuellen Charakter der EU wird dabei nicht außer Acht gelassen.

Den Auftakt im Bildungshaus Osttirol macht am Freitag, 20. September 2019, um 19.30 Uhr, der Vortrag „Die heutige EU, eine kulturelle Risikogemeinschaft?“ von Dr. Peter Pichler. Der Eintritt ist frei, Spenden erbeten. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

Europa-Karte Heinrich Büntings (1582), „Europa prima pars terrae in forma virginis“ in: Ders., Itinerarium sacrae scripturae. Magdeburg

Sprechen wir heute über Europa, so meinen wir in der Regel die Europäische Union. Das war nicht immer so. Frühere Epochen kannten auch andere Europabilder, die z.B. religions- oder kulturell definiert waren. Die aktuellen Diskussionen zu Migration, Demokratiekrise oder „Brexit“ konfrontieren uns neuerlich mit variablen Europabildern samt deren Traditionsstrom. Die Grenzen sind wiederum neu zu denken.

Historiker Peter Pichler (Uni Graz) arbeitet in seinem Vortrag anhand von anschaulichen Beispielen das „Gemacht-Sein“ von Grenzziehungen Europas heraus, so dass dann mit Bezug auf kulturwissenschaftliche Forschung ein orientierender Blick auf den aktuellen Charakter der EU als Gemeinschaft geworfen werden kann.


Die nächsten Termine der Vortragsserie „Wo liegen die Grenzen Europas“ im Bildungshaus Osttirol:

Freitag, 18.10.2019, 19.30 bis 21.30 Uhr
Dr. Niels Grüne (Uni Innsbruck) „Europa vor 1800: nur ein Kontinent oder auch eine Wertegemeinschaft?“

Freitag, 31.01.2020, 19.30 bis 21.30 Uhr
Dr. Kurt Scharr (Uni Innsbruck) „Die Grenzen Europas: von Mitteleuropa nach Tirol und darüber hinaus“

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