Spieler und Fans des Osttiroler Hackbretts trafen sich in Ainet

Am vergangenen Sonntag ging das 23. Iseltaler Hackbrettlertreffen über die Bühne.

In ungeraden Kalenderjahren findet am letzten Sonntag im September traditionell das Iseltaler Hackbrettlertreffen statt. Auch heuer war das Interesse an der Veranstaltung, die im Gemeindehaus Ainet über die Bühne ging, groß. Gegründet wurde das Treffen bereits 1975 von Florian Pedarnig, um jenen Hackbrettlern, die bei keiner Gruppe mitspielen, die Möglichkeit zu bieten, gemeinsam zu musizieren. Ein weiteres Ziel war und ist es, die Bekanntheit des Instruments zu steigern.

Früher wurde das Osttiroler Hackbrett, wie der Name bereits verrät, fast ausschließlich in Osttirol gespielt. Heute ist es bis weit über die Landesgrenzen hinaus ein beliebtes Begleitinstrument für Tanzmusikgruppen verschiedenster Besetzungen. Beim diesjährigen Treffen im Iseltal waren rund 20 Hackbrettler aus allen Teilen Tirols, aus Kärnten, der Steiermark und Bayern angereist. Das Instrument spricht sämtliche Altersgruppen an – von Volksschülern bis hin zu Senioren war jede Altersklasse vertreten.

Die beiden Musikgruppen „Hie & Do Musik“ und „ThuLie“ spielten zahlreiche Landler, Märsche, Boarische und Polkas, zu denen die Hauptakteure mit  Begeisterung in die Saiten hämmerten. Der Ablauf sieht dabei wie folgt aus: Das jeweilige Stück und seine Tonart wird von der Musikgruppe angesagt, dann wird aufgespielt und alle „Brettler“ spielen mit. Es entsteht eine rauschende Klangwolke, die man in dieser Form kaum anderswo zu hören bekommt. Mit dem Stück „Dem Peter zur Ehr“ von Florian Pedarnig wurde der bereits verstorbenen Hackbrettbauer und Hackbrettspieler gedacht.

Peter Margreiter, der Obmann des Tiroler Volksmusikvereins, führte erfrischend und publikumsnah durch den Nachmittag. Zwischendurch suchte er immer wieder das persönliche Gespräch mit einzelnen Hackbrettlern und Musikanten, wodurch man die eine oder andere Anekdote aus dem Musikantenleben erfuhr und auch die Geschichten darüber, wie so mancher ausgerechnet zum Osttiroler Hackbrett als Instrument gekommen ist.

Im Rahmen des Treffens präsentierte Martin Weger aus Oberlienz, der sich vor allem dem Solospiel widmet und bereits viele Stücke dafür komponiert hat, sein neues Notenheft „Solostücke für das diatonische Hackbrett“. Begleitet von Gernot Niederfrininger (Obmann des Südtiroler Volksmusikkreises) an der Harfe und Stefan Pedarnig am Kontrabass spielte Weger zwei Stücke aus seinem neuen Werk vor.

Zu späterer Stunde – als es etwas ruhiger wurde – trauten sich auch andere Hackbrettler, Solostücke zu spielen. Wie beim 23. Iseltaler Hackbrettlertreffen wieder eindrucksvoll unter Beweis gestellt, begeistert das Osttiroler Hackbrett Jung und Alt gleichermaßen.

Slideshow: Tiroler Volksmusikverein

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