Hörl steht am Abgrund und blickt in eine grüne Schlucht

Unterschiedliche „Grün-Begeisterung“ in Tiroler ÖVP. Platter jedoch optimistisch.

In der Tiroler ÖVP geht die Begeisterung für eine Koalition mit den Grünen offenbar mitunter etwas auseinander. „Wir, die ÖVP, stehen am Abgrund und blicken in eine grüne Schlucht“, griff Wirtschaftsbundchef Franz Hörl in der „Tiroler Tageszeitung“ zu einem düsteren Bild. LH und Parteichef Günther Platter sieht die Hauptverhandler hingegen auf einer Wellenlänge.

„Mit Werner Kogler würde es schon gehen, aber die grüne Basisdemokratie und ein Parlamentsklub ohne Erfahrung sind schon ein Risiko“, ließ Hörl, seit jeher kein Freund der Grünen, zudem wissen. Dass Sigrid Maurer zur stellvertretenden Klubchefin gekürt worden sei, würden zudem viele in der ÖVP als Provokation empfinden.

VP-Hardliner, Seilbahner und Tiroler Wirtschaftsbund-Obmann Hörl fühlt sich von Sigi Maurer provoziert.

Günther Platter zeigte sich da schon optimistischer. „Die Chemie zwischen Sebastian Kurz und Werner Kogler passt. Das ist eine wichtige Voraussetzung“, meinte der Landeschef am Dienstag im Gespräch mit der APA. Der Ausgang der Verhandlungen sei aber offen: „Es gibt noch bei weitem kein grünes Licht für eine Koalition“. Es sei aber jedenfalls „erstaunlich“, dass es bei beiden Parteien ein einstimmiges Votum für Verhandlungen gegeben habe. Eine zeitliche Wunschvorstellung für einen Abschluss wollte Platter nicht nennen. „Qualität geht vor Geschwindigkeit“, sagte der Landeshauptmann, der in Tirol ebenfalls mit den Grünen regiert.

Dass die Spitzenkandidatin der Tiroler ÖVP bei der Nationalratswahl und ehemalige Wirtschaftsministerin Margarete Schramböck wieder einem neuen Kabinett angehören müsse, wollte Platter zwar nicht dezidiert sagen, aber: „Sie gehörte dem engsten Sondierungsteam an und sitzt jetzt auch in der Steuerungsgruppe. Damit ist eigentlich schon vieles gesagt“.

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