Tilg will Gehaltsschema im Pflegesektor nachverhandeln

AK-Boss Zangerl: „Krisenmanagement und nachhaltige politische Konzepte sehen anders aus“.

Nach Kritik am neuen Gehaltsschema für Pflegekräfte im Zuge der mit 1. Jänner 2020 in Kraft tretenden Novelle des Gemeinde-Vertragsbedienstetengesetzes rudert Tirols Gesundheitslandesrat Bernhard Tilg (ÖVP) offenbar etwas zurück und will nachverhandeln. Der Grund dafür sei, dass es vor allem bei Pflegeassistenten beim Übertritt in das neue Schema zu Einschnitten beim Gehalt kommen könne, so Tilg.

Dies habe sich „im Zuge der Optionsberatungen“ herausgestellt, sagte Tilg laut Medienberichten. Aus diesem Grund werde man jetzt „gemeinsam mit allen Systempartnern deshalb noch vor Inkrafttreten des neuen Systems im Jänner 2020 Möglichkeiten suchen, um hier einen Ausgleich zu schaffen“. Eine erste Gesprächsrunde mit den Gewerkschaften sei bereits für Anfang Dezember vereinbart. Eine Gesetzesänderung soll aber nicht erfolgen, wurde betont.

Zuletzt hatte es scharfe Kritik an dem neuen Gehaltsschema gegeben – unter anderem von Oppositionsparteien wie der Liste Fritz und der SPÖ sowie der ARGE Altenheime. Auch eine Online-Petition, die bereits Tausende unterschrieben haben, läuft. Eisiger Wind weht Tilg auch aus der Arbeiterkammer entgegen, deren Präsident Erwin Zangerl in dieser Woche per Presseaussendung von „panischen Einsparungsplänen des zuständigen Landesrates“ spricht und dem VP-Parteikollegen ausrichtet: „Krisenmanagement und nachhaltige politische Konzepte zur Sicherung von medizinischer Versorgung und Pflege sehen anders aus.“

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