Die Alpenvereine bekennen sich zum alpinen Wintersport – stellen sich aber gegen den Wettlauf um immer größere Skigebiete. Foto: EXPA/Oberhauser

Die Alpenvereine bekennen sich zum alpinen Wintersport – stellen sich aber gegen den Wettlauf um immer größere Skigebiete. Foto: EXPA/Oberhauser

Alpenvereine denken über Zukunft des Skisport nach

Nutzungs- und Erschließungsdruck auf die letzten alpinen Freiräume sei größer denn je.

Wie soll der alpine Skisport der Zukunft aussehen? Mit dieser Frage beschäftigen sich auch die Alpenvereine „als große gesellschaftliche Akteure mit viel einschlägiger Erfahrung“. Der Deutsche, der Südtiroler und der Österreichische Alpenverein sehen die aktuellen Entwicklungen im alpinen Wintersport kritisch und machen sich für den Erhalt alpiner Freiräume stark: „Zu einer tragfähigen Zukunft des alpinen Wintersports in den Alpen gehört zweifelsfrei der Erhalt und die Modernisierung von Skigebieten innerhalb der bestehenden Grenzen. Allerdings stellen sich die Alpenvereine gegen den Wettlauf um immer mehr Pistenkilometer und immer größere Skigebiete und Zusammenschlüsse“, heißt es in einer Aussendung des Österreichischen Alpenvereins.

Man sei gegen Erweiterungen, die Neuerschließungen gleichkommen und fordere einen Erschließungsstopp für unerschlossene Geländekammern sowie einen umfassenden Gletscherschutz. „Denn dabei geht ein rar gewordenes Gut für immer verloren: intakte Naturlandschaft. Die Alpen sind bereits jetzt das mit großem Abstand am intensivsten genutzte Hochgebirge der Welt“, heißt es seitens des ÖAV.

„Gletscherehe“ Pitztal-Ötztal

Doch der Nutzungs- und Erschließungsdruck auf die letzten alpinen Freiräume sei größer denn je. Das zeige auch der geplante Zusammenschluss der Pitztaler und Ötztaler Gletscherskigebiete. „64 Hektar neue Pistenfläche, drei neue Gondelbahnen und ein neues Seilbahnzentrum unterhalb der Braunschweiger Hütte stellen zweifelsfrei einen massiven Eingriff in eine hochsensible Natur dar.“

Aus Sicht des ÖAV würde man damit eine gänzlich ursprüngliche und intakte Hochgebirgslandschaft endgültig zerstören. Gemeinsam haben der DAV und ÖAV deshalb eine Stellungnahme beim Amt der Tiroler Landesregierung eingereicht. Das erklärte Ziel im kommenden Umweltverträglichkeitsprüfungs-Verfahren sei es, aufzuzeigen, dass dieses Großraumprojekt niemals umweltverträglich sein könne.

Auch in Südtirol im Obervinschgau sorgt der geplante grenzübergreifende Zusammenschluss Langtaufers-Kaunertal seit geraumer Zeit für Zündstoff. Im weitgehend naturbelassenen Melagtal soll ein komplett neues Skigebiet aus dem Boden gestampft werden. Die Südtiroler Landesregierung rang sich trotz negativer Umweltgutachten bisher zu keiner Entscheidung durch. Für die Alpenvereine ist klar: „Neuerschließungen in Zeiten der Klimaerwärmung sind ein Tabu.“

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