Drei Lawinenabgänge im Skigebiet Ankogel

Vier Wintersportler befreiten sich selbst. Suche nach weiteren Verschütteten abgebrochen.

Nach drei Lawinenabgängen im Skigebiet Ankogel in Oberkärnten sind am Nachmittag des Stephanitages dutzende Rettungskräfte von Alpinpolizei und Bergrettung im Einsatz gestanden. Bei einer Lawine wurden vier Wintersportler verschüttet, sie konnten sich großteils selbst befreien. Bei zwei weiteren gab es unterschiedliche Angaben von Augenzeugen, weshalb die Retter die Lawinenkegel absuchten.

Das Skigebiet wurde von der Alpinpolizei gesperrt, da während der Bergungsarbeiten nach Angaben der Hochgebirgsbahnen Ankogel-Mallnitz Freerider im freien Skiraum ein Schneebrett losgetreten hatten. Die Bergstation liegt auf 2.636 Meter Seehöhe. Die weiteren Lawinen waren gegen Mittag abgegangen.

Bei der zweiten Lawine soll es keine Verschütteten gegeben haben. Bei der Suche beim dritten Lawinenkegel, der sich bis auf eine Piste erstreckte, gestaltete sich die Vorgangsweise langwierig. „Auf der Piste haben Skifahrer für gewöhnlich keinen Lawinenpieps dabei“, sagte ein Polizist zur APA. Deshalb musste das Gebiet mühselig mit langen, schmalen Lawinensonden abgesucht werden.

Lawinenabgänge im Ankogel-Skigebiet: Ein Lawinenkegel erstreckte sich bis in die Piste und musste mit Sonden abgesucht werden. Foto: APA

Bei den Hochgebirgsbahnen Ankogel sprach man bezüglich einer der Lawinenauslösungen von „rücksichtslosem Verhalten von Freeridern“. Die Suche wurde von Alpinpolizisten der Alpinen Einsatzgruppe (AEG) Spittal/Drau durchgeführt. Im Einsatz standen auch mehrere Bergrettungs-Ortsstellen – in Oberkärnten war aufgrund der personalintensiven Suche Bergrettungs-Gebietsalarm gegeben worden. War am Vormittag auch der ÖAMTC-Rettungshubschrauber Christophorus 7 aus Lienz-Nikolsdorf im Einsatz gestanden, so war am Nachmittag noch der Polizeihelikopter „Libelle“ der Flugeinsatzstelle Klagenfurt im Ankogel-Gebiet. Auch Mitarbeiter der Hochgebirgsbahnen unterstützten die Suche mit Mannschaften und Gerät.

In Tirol sind – bei großer Lawinengefahr der Stufe vier – drei Lawinenabgänge glimpflich ausgegangen. Zwei der Alarmierungen betrafen den freien Skiraum von Sölden, in einem Fall war Ischgl betroffen. Während in Ischgl niemand von den Schneemassen erfasst wurde, wurde in Sölden nach ersten Informationen der Polizei ein Wintersportler teilweise verschüttet. Er konnte aus der misslichen Lage befreit und in Sicherheit gebracht werden.

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