Alpenvereine sehen Projekt „Gletscher-Ehe“ auf der Kippe

Ermacora: „Wir begrüßen diesen Schritt und sehen uns in unseren Argumenten bestätigt.“

Nach der Vertagung der für kommende Woche anberaumten mündlichen Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) zum umstrittenen geplanten Zusammenschluss der Pitztaler und Ötztaler Gletscherskigebiete in Tirol sehen der Österreichische und Deutsche Alpenverein das Projekt offenbar auf der Kippe. Das gesamte Vorhaben sei damit infrage gestellt, erklärte Josef Klenner, Präsident des Deutschen Alpenvereins.

Es sei somit nicht nur mit einer „massiven Verzögerung“ zu rechnen, so Klenner. Erfreut zeigte sich auch ÖAV-Präsident Andreas Ermacora. „Wir begrüßen diesen Schritt und sehen uns in unseren Argumenten bestätigt. Gletscherlandschaften sind hochsensible nicht regenerierbare Lebensräume, die besonderem Schutz bedürfen“, meinte Ermacora. Die Alpenvereine gingen davon aus, dass die angekündigten weiteren Erhebungen an Ort und Stelle zeigen werden, dass aufgrund des fortschreitenden Gletscherrückganges derartige Projekte „nicht zukunftsfähig“ sind.

Der WWF sah indes einen „UVP-Rückzieher“ und nahm die neue Entwicklung zum Anlass, einmal mehr einen vollständigen Stopp des Projekts zu fordern. „Anstatt ein völlig überdimensioniertes Projekt mit immer neuen Winkelzügen durchzuboxen, sollten Politik und Betreiber endlich die Notbremse ziehen“, verlangte WWF-Landschaftsökologe Josef Schrank.

Die Realisierung des Großvorhabens auf dem Pitztaler Gletscher rückt in immer weitere Ferne. Foto: APA/Pitztaler Gletscherbahnen
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