Zahlreiche Rotkreuz-Verantwortliche wohnten der Feier zum 20-Jahr-Jubiläum der Krisenintervention und First Responder in Osttirol bei. Fotos: RK/Erlacher

Zahlreiche Rotkreuz-Verantwortliche wohnten der Feier zum 20-Jahr-Jubiläum der Krisenintervention und First Responder in Osttirol bei. Fotos: RK/Erlacher

Rotes Kreuz Osttirol feiert Jubiläen zweier Dienste

Kriseninterventionsteam und First Responder starteten im Bezirk Lienz vor 20 Jahren.

Zwei einsatzintensive Teams des Roten Kreuz feierten am vergangenen Wochenende ihr 20-jähriges Bestehen. Zu diesem Anlass wurden Einblicke in die unterschiedlichen Aufgabenbereiche gegeben.

Gerhard Müller, Teamleiter der Krisenintervention Kitzbühel, veranschaulichte die einzelnen Phasen der Betreuung am Fall des Kitzbüheler Fünffach-Mordes vom Vorjahr. Er verwies dabei auf die „unbedingt notwendige Aufarbeitung in den eigenen Reihen bei diesen fordernden Einsätzen.“ In Osttirol helfen 16 Mitarbeiter Angehörigen und Hinterbliebenen von Gewalt- oder Unfallopfern.

Das ebenso vor 20 Jahren installierte „First Responder“-System startete in Osttirol anfangs mit 35 in Sanitäts- oder Notfallhilfe ausgebildeten Mitarbeitern. Heute stehen in diesem Bereich insgesamt 50 Personen, verteilt auf 25 Gemeinden, im Einsatz.

Bei diesen Rotkreuz-Mitarbeitern handelt es sich um Ersthelfer aus der unmittelbaren Nachbarschaft, die im Notfall noch vor den Einsatzkräften Hilfe leisten und die Zeit der ersten medizinischen Versorgung verkürzen. Im Bereich der „First Responder“ hat Osttirol eine Vorreiterrolle übernommen – mittlerweile wurde das System für die Versorgung abgelegener Örtlichkeiten in das Tiroler Rettungsgesetz aufgenommen.

(V.l.) Herbert Girstmair (Leiter Rettungsdienst) mit Josef Burger und Stefan Mariacher.

Bei der Jubiläumsfeier sprachen auch Josef Burger und „First Responder“ Stefan Mariacher vor. Sie haben im November 2019 nach dem Lawinenabgang in Bobojach mehrere Tage lang die sanitätsmäßige Versorgung der betroffenen Dorfbewohner in der Gemeinde Prägraten übernommen.

Rotkreuz-Arzt Franz Krösslhuber, der das Netz an Helfern damals mit aufgebaut hat, lobte an dieser „Nachbarschaftshilfe vor Ort“ vor allem den Zeitvorsprung gegenüber regulären Rettungssystemen. Im Falle eines Herz-Kreislaufstillstandes verdopple sich so die Überlebenschance. Ersthelfer und „First Responder“ seien deshalb aus der „Paraderegion Osttirol nicht mehr wegzudenken.“

Matreier Ortsausschuss im Amt bestätigt

Bei der kürzlich abgehaltenen 50. Ortsversammlung des Roten Kreuzes Matrei wurde das junge, engagierte Team des Ortsausschusses im Amt bestätigt. Ortsstellenleiter Michael Oberschneider blickte auf das Arbeitsjahr 2019 zurück: „Die 77 freiwilligen Mitarbeiter im Rettungs- und Krankentransport sowie im Besuchsdienst leisteten 12.900 Stunden. Dabei wurden 2.577 Fahrzeug- und 168 First-Responder-Alarmierungen registriert.“

Alexandra Bstieler, Markus Steinkasserer und Manuel Presslaber wurden bei der Generalversammlung mit der Verdienstmedaille in Bronze und Bettina Großlercher in Silber ausgezeichnet. Stefan Mariacher erhielt die Henry-Dunant-Gedenkmedaille. Das Verdienstjahresabzeichen wurde Mathias und Michael Oberschneider in Bronze sowie Daniela Koissegg in Silber übergeben. Für 25 Jahre Einsatz beim Roten Kreuz erhielt Klaus Trost die Verdienstmedaille des Landes Tirol.

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