Klinikum Klagenfurt baut Notfall-Krankenstation auf

Infusionsständer, Sauerstoffflaschen und 117 Feldbetten in einer Tennishalle.

Der Boden ist blau-grün und von weißen Linien durchzogen. Es fehlen eigentlich nur die Netze und man könnte eine Partie Tennis spielen. Wären da nicht die 117 Feldbetten, die in Reih und Glied in der Tennishalle am Gelände des Klinikums Klagenfurt stehen. Hier wird eine Notfall-Krankenstation aufgebaut – für den Fall, dass es so viele Patienten gibt, dass im Krankenhaus selbst kein Platz mehr ist.

„Hoffen wir, dass wir das alles nicht brauchen werden“, sagt David Redecsy. Er ist als Koordinator dafür zuständig, die Krankenstation einzurichten – in der Halle, in der der Sportbetrieb derzeit ohnehin eingestellt ist. Betten, Infusionsständer, Sauerstoffflaschen, Regale, Kästen, Vorhänge und vieles mehr gilt es, im Laufe dieser Woche in die Halle zu bringen. Was aber nicht heißt, dass man damit rechnet, schon am Wochenende hier Patienten versorgen zu müssen. Dass die Station jetzt schon aufgebaut wird, hat vielmehr praktische Gründe, sagt Redecsy: „Jetzt haben wir noch genügend Mitarbeiter für solche Arbeiten zur Verfügung – kritisch wäre es, wenn es viele Coronavirus-Patienten gibt und gleichzeitig viele Klinikum-Mitarbeiter krank sind.“

Deshalb werden nicht nur in der Halle Vorbereitungen getroffen, sondern auch im Krankenhaus selbst. Ziel ist es nämlich, das Haupthaus – bis auf die Intensivstation – frei von Coronavirus-Patienten zu halten. Dazu wurde bereits in anderen Abteilungen Platz geschaffen, wie etwa auf der Dermatologie, auch die Palliativstation wurde verlegt. Sollten all diese Plätze für Coronapatienten belegt sein, kommt die Station in der Tennishalle zum Einsatz. Sie soll eine Art „Bindeglied“ zwischen den leichten Erkrankungsfällen, die zu Hause bleiben können, und schweren Fällen, die stationär betreut werden müssen, sein. „Wenn zum Beispiel eine ältere Person von der Erkrankung genesen ist und nicht mehr im Krankenhaus bleiben muss, aber vielleicht kein soziales Umfeld daheim hat, kann diese Person noch ein paar Tage auf dieser Station zur Beobachtung bleiben“, erklärt Redecsy. Gleiches gilt für Patienten, die leicht erkrankt, aber versorgungsbedürftig sind.

Geplant ist, 20 Prozent der Plätze in der Tennishalle mit Sauerstoffflaschen auszustatten. In den nächsten Tagen sollen noch WC- und Sanitärcontainer aufs Klinikum-Gelände gebracht werden, in die die Patienten dann über ein Zelt gelangen können. Und in der Halle könnte man die Betten auch noch enger zusammenrücken, wodurch 150 Patienten Platz hätten – im äußersten Notfall, wie man betont.

Das Klinikum Klagenfurt ist aber nicht der einzige Ort in Kärnten, wo über Maßnahmen für einen großen Patientenansturm nachgedacht wird, auch anderenorts laufen schon Vorbereitungen. Landeshauptmann Peter Kaiser (SPÖ) plädierte am Dienstag dafür, Betten und Personal außerhalb von Krankenhäusern zur Verfügung zu stellen, damit sich die Spitäler auf schwere Coronafälle konzentrieren können. Er schlug deshalb vor, Kuranstalten und Rehakliniken dafür zu gewinnen: „Dort haben wir Betten, dort gibt es Personal, das wir im Beruf halten können und das fachkundig agieren kann.“ Kur- und Rehabetriebe müssten dann ihre Mitarbeiter auch nicht kündigen.

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1 Posting bisher
Rabarber

So macht man das in Kärnten, in einer sicher gut dafür geeigneten Tennishalle. Warum sollte das nicht auch in Tirol und Osttirol so gehen? Die beiden Tennishallen in Lienz sind zur Zeit eh gesperrt und würden wahrscheinlich „als letzte Reserve“ zur Verfügung stehen.

Das mit dem „Grand Hotel“ finde ich übrigens sehr gut, da dort nicht nur Einzelzimmer, sondern mit dem Institut von Dr. Peter Lechleitner auch höchste medizinische Kompetenz zur Verfügung stehen würde! Dieser würde sicher auch mit den ÄrztInnen und PflegerInnen des BKH Lienz gut zusammenarbeiten. Hoffen wir jedenfalls, dass möglichst viele vernünftig sind und zu Hause bleiben, damit nur die schwer Erkrankten in den Krankenhäusern behandelt werden müssen und wir derartigen „Not-Krankenanstalten“ nicht brauchen!