Dominik Oberhofer (Neos), Andrea Haselwanter-Schneider (Liste Fritz) und Markus Abwerzger (FPÖ) präzisierten ihre Vorstellungen zur Untersuchung der Corona-Vorfälle in Ischgl. Foto: Neos Tirol

Dominik Oberhofer (Neos), Andrea Haselwanter-Schneider (Liste Fritz) und Markus Abwerzger (FPÖ) präzisierten ihre Vorstellungen zur Untersuchung der Corona-Vorfälle in Ischgl. Foto: Neos Tirol

Ischgl-U-Kommission: Beginn laut Tiroler Opposition im Juni

Kommission soll aus sechs Experten bestehen, ohne Mehrheit für die Regierungsparteien.

Die Tiroler Oppositionsparteien FPÖ, NEOS und Liste Fritz wollen noch vor dem Sommer eine Expertenkommission zur Untersuchung des Krisenmanagements des Landes Tirol in Sachen Coronavirus einsetzen. Ziel sei es, im Mai-Landtag einen Allparteienantrag einzubringen, sagten die Parteichefs am Dienstag bei einer Online-Pressekonferenz.

Im Juni soll die Expertenkommission dann mit ihrer Arbeit beginnen. Ziel sei es auch, einen relativ engen Zeitplan für die Kommission abzustecken. Nach zwei Monaten soll ein Bericht vorliegen, mit einer möglichen Verlängerung um einen weiteren Monat, erklärte die Klubobfrau der Liste Fritz, Andrea Haselwanter-Schneider. Der Bericht soll dem Landtag dann noch im Sommer vorliegen, sodass es noch im Sommer einen Sonderlandtag geben könne, fügte FPÖ-Chef Markus Abwerzger hinzu.

Die Kommission soll aus sechs Experten bestehen, wobei jede Landtagspartei einen Experten, beispielsweise einen Juristen oder einen Mediziner, entsenden könne. Somit soll es keine Mehrheit für die Regierungsparteien in der Kommission geben, betonte NEOS-Chef und Klubobmann Dominik Oberhofer. Dabei gehe es nicht um eine strafrechtliche Verurteilung. „Es geht einzig und allein um die politisch moralische Verantwortung“, sagte Abwerzger. Es müsse Konsequenzen geben – über Gesundheitslandesrat Bernhard Tilg (ÖVP) hinaus, zu Landessanitätsdirektor Franz Katzgraber, bis hin zu Landeshauptmann Günther Platter (ÖVP), meinte der FPÖ-Chef. Auch Haselwanter-Schneider forderte politische Konsequenzen ein.

SPÖ-Chef Georg Dornauer, der bei der Pressekonferenz der Oppositionsparteien nicht dabei war, hatte bereits bei der vergangenen Landtagssitzung im April einen Antrag zur Einsetzung einer Untersuchungskommission eingebracht. Dieser wurde jedoch nicht angenommen. Die übrigen Oppositionsparteien hatten sein Vorgehen nicht goutiert.

„Die SPÖ hat sich damit nichts Gutes getan. Sie wollten es unbedingt ganz schnell haben, aber das wollten wir nicht“, meinte Abwerzger. Zudem seien beim letzten Landtag aus Sicherheitsgründen nur die Hälfte der Mandatare anwesend gewesen, es sollten aber alle die Möglichkeit haben, darüber zu diskutieren, so der FPÖ-Chef. „Ihm ist es nur um die schnelle Schlagzeile gegangen“, kritisierte Oberhofer den Tiroler SPÖ-Chef. Und auch Haselwanter-Schneider warf Dornauer einen „Alleingang ohne Gesprächsbereitschaft“ vor. Verärgert sei sie aber nicht, fügte sie hinzu. Nun sei die Akutsituation aber wahrscheinlich vorbei und das Schlimmste sei möglicherweise überstanden, weshalb auch die Kommission ihre Arbeit aufnehmen könne, so die Liste Fritz Klubobfrau.

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beobachter52

Untersuchungsausschüsse, U-Kommissionen, (Sammel-)Klagen .... Ich glaube, die Politik hätte jetzt alle "Hände" voll zu tun, um die Folgen von Corona abzuschwächen und für die Gegenwart und Zukunft zu sorgen! Niemand kannte den Virus und seine Auswirkungen genau (sogar Virologen sind heute noch gänzlich unterschiedlicher Meinung), niemand kann genau sagen, wann und wo er (sie) sich angesteckt hat, jede Entscheidung der Politik hatte auch für Experten unabsehbare Folgen (was hätte zB. die Opposition ..... gesagt, wenn die Landesregierung die Schigebiete Ende Februar geschlossen hätte ....)? Fahrlässig hat bestimmt niemand gehandelt - und nachher ist immer jeder klug!