Neuer „Regelbetrieb“ im BKH Lienz

Was wird gelockert? Was müssen Patienten beachten? Besuchsverbot bleibt aufrecht.

Wir haben wieder ein offizielles Statement des Leiters des „COVID-19-Einsatzstabes“ im BKH Lienz, Primar Martin Schmidt, erhalten, das wir im Wortlaut veröffentlichen, weil es für alle Osttirolerinnen und Osttiroler, die das BKH aufsuchen möchten oder müssen wichtige Informationen enthält.

Primar Martin Schmidt leitet den „COVID-19-Einsatzstab“ im BKH Lienz. Foto: Expa/Groder

Die Corona-Situation hat sich in verschiedenster Hinsicht – zumindest vorübergehend – auch in Osttirol deutlich entspannt. Durch die Bundesregierung und das Land Tirol sind Empfehlungen an alle Krankenhäuser ergangen, welche weitere Deeskalationsmaßnahmen auch für das BKH Lienz beschreiben. Auf dieser Basis wurden/werden folgende Deeskalationsmaßnahmen in unserem Hause schrittweise umgesetzt:

Mit 1. Mai wurde vom Leiter des Einsatz- und Krisenstabes die Eskalationsstufe 2 unseres Pandemieplanes (vorerst vorübergehend) wieder auf Eskalationsstufe 1 herabgesetzt. Dies bedeutet, dass der Krankenhauseinsatzstab zwar jederzeit für direkte „COVID-Bereiche“ einberufbar, für die gesamte Entwicklung und Umsetzung aller weiteren Deeskalationsschritte in Richtung „Hochfahren des Normbetriebes“ (und somit vorerst auch des Parallelbetriebes), jedoch wieder die kollegiale Führung zuständig ist.

In den bisherigen „COVID-Bereichen“ wurden als Start der Deeskalationsplanung die Betten für „COVID-positive-PatientInnen“, „COVID-Verdachtsfälle“ und „COVID-intensivpflichtige PatientInnen“ reduziert, ohne dadurch in Versorgungsengpässe zu geraten: Sollte der Behandlungsbedarf von „COVID-PatientInnen“ in Form einer möglichen „zweiten Welle“ wieder kurzfristig ansteigen, gewährleistet unsere Eskalationsstrategie jederzeit die Anpassung unserer Versorgungskapazitäten innerhalb eines Tages an mögliche neue Entwicklungen; dies in Form einer sofortigen Wiederausrufung von Eskalationsstufe 2 durch den Leiter des Einsatz- und Krisenstabes.

Neuer Regelbetrieb des BKH Lienz:

Der Krankenhauseinsatzstab hat diverse Maßnahmen entwickelt mit dem Zweck, unseren Krankenhausbetrieb der jeweils aktuellen Situation bestmöglich anpassen zu können. Dazu gehört u.a., dass eine der beiden bisherigen Infektionsstationen seit 4. Mai wieder zur unfallchirurgischen Station geworden ist (Süd 1), welche schrittweise wieder eröffnet wird. Bis auf Weiteres muss nur mehr eine Infektionsstation (bisherige SEG) für „Verdachtsfälle“ und „COVID-positive-Fälle“ zur Verfügung gestellt werden. Zudem werden zwei bis drei „COVID-Intensivplätze“ vorgehalten.

Nicht stationär behandlungspflichtige „COVID-PatientInnen“, werden im Bezirk Lienz und in unserem Oberkärntner Einzugsgebiet weiterhin in einem ambulanten Setting behandelt.

Restrukturierung der Ambulanzen – notwendige Terminvergaben:

Um eine bestmögliche Patientenversorgung sicherzustellen, laufen derzeit noch intensive Planungen bezüglich einer Restrukturierung der Ambulanzen, der Triage 1, des Aufnahmemanagements für die Stationen sowie der Verteilung der OP-Kapazitäten und des sukzessiven Hochfahrens aller anderen Versorgungs- und Behandlungsstrukturen.

Dass andere Krankenhäuser in Tirol wieder ihren vollständigen bisherigen „Regelbetrieb“ aufnehmen können, ist darauf zurückzuführen, dass diese keine eigenen längerfristigen Versorgungsstrukturen für „COVID-PatientInnen“ (insbesondere im Intensivbereich) aufrechterhalten müssen. Im BKH Lienz müssen hingegen bis auf Weiteres (mögliches Vorliegen von validen Medikamenten und Impfstoffen) Versorgungsstrukturen sowohl für mögliche „COVID-PatientInnen“, als auch alle anderen PatientInnen parallel betrieben werden.

Die „Eingangstriage“ im BKH Lienz bleibt vorerst bestehen. Foto: Expa/Groder

Dies hat zur Folge, dass gewisse Einschränkungen im „Regelbetrieb“ weiterhin bestehen. Daher werden auch unsere Ambulanzkapazitäten teilweise nur deutlich eingeschränkt angeboten. In einzelnen Fächern kann aber voraussichtlich in den nächsten vier Wochen wieder die frühere Kapazität erreicht werden. Der weitere Verlauf des Monats Mai ist dafür sicher von entscheidender Bedeutung.

Die gesamte Deeskalationsplanung und deren Umsetzung werden nur dann funktionieren, wenn möglichst viele stationäre Aufnahmen und ambulante Behandlungstermine über Vergabestellen zentral gesteuert werden. Diese Maßnahme ist unbedingt erforderlich, damit die Warteräume nach den geltenden Infektionsrichtlinien bespielt werden können, ohne dass Wartezeiten oder Stausituationen entstehen.

Ab dem 7. Mai werden diese Terminvergabestellen eingerichtet sein. Wenn niedergelassene ÄrztInnen PatientInnen zur stationären Behandlung einweisen, wenn sie für ihre PatientInnen ambulante Behandlungstermine wünschen, oder wenn PatientInnen von sich aus ins Krankenhaus kommen wollen, haben wir folgende Anlaufstellen eingerichtet:

Selbsteinweiser werden nicht automatisch aufgenommen: Sie werden im dringlichen Fall von einem Facharzt triagiert. Dieser legt fest, ob jemand zunächst entlassen wird und einen Termin erhält, oder ob er/sie unmittelbar behandlungspflichtig ist. Die Organisation unseres Krankenhauses macht es deshalb in nächster Zeit unbedingt erforderlich, dass PatientInnen und alle Versorgungsstrukturen und Systempartner im Bezirk eine der oben genannten Nummern anrufen, um damit eine koordinierte Versorgung planen und durchführen zu können.

Unabhängig davon wird es natürlich noch immer eine gewisse, zur Zeit noch nicht absehbare Anzahl an nicht planbaren Notaufnahmen geben: Deren Behandlung ist natürlich – wie bisher im Übrigen auch während der gesamten Krisenzeit – sichergestellt. Zudem beinhalten sämtliche Kapazitätsplanungen auch entsprechende Reserven.

Insbesondere „COVID-bedingte“ Personalressourcen sowie räumliche und zeitliche Einschränkungen erfordern, dass unser „Regelbetrieb“ wie gesagt auf längere Zeit hin eingeschränkt bleiben muss. Es ist auch von erheblicher Bedeutung für die weitere Entwicklung, die Versorgung vorsichtig hochzufahren.

Das Besuchsverbot muss bis auf Weiteres in der bestehenden Form aufrecht bleiben!

Diese Steuerung der Patientenströme ist unbedingt nötig, damit alle geltenden Infektionsrichtlinien beim Einlass in das Krankenhaus und in den Warteräumen entsprechend eingehalten werden können. Auch alle Hygienemaßnahmen innerhalb des Krankenhauses selbst (wie Schutzmasken, Händedesinfektion und „Abstand halten“, „COVID-Abstriche“ von MitarbeiterInnen und PatientInnen) bleiben unverändert bestehen.

Für die Osttiroler (und Oberkärntner) Bevölkerung wird ein gewisses Umdenken von besonderer Bedeutung sein:

Patienten und Patientinnen benötigen – außer in Notfällen – sowohl für die stationäre, als auch ambulante Behandlung Termine! Zudem müssen sie sich 15 Minuten vor ihrem jeweiligen Termin in der Eingangstriage (Triage 1) vorstellen. Ebenso elektive Selbsteinweisungen werden nach wie vor ohne Terminvergabe nicht möglich sein.

Prim. Dr. Martin Schmidt
Leiter des „COVID-19-Einsatzstabes“ im BKH Lienz

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9 Postings bisher
Sportler99

An schachtelhalm: hier geht's genau um jemanden der ein Leben lang in Arbeit war und jetzt die OP dringend brauchen würde! Da geht's nicht um mich. Mir is schon klar das du der volle durchblicker bisch. Ich war im Krankenhaus habe hier auch mit dem einen oder anderen Arzt gesprochen und mir dazu dann meine Meinung gebildet. Erst heute wieder hat mir ein Arzt bestätigt das man mit dem hochfahren viel zu lange gewartet hat. Und den Trump sager vergessen wir mal schnell wieder 👍

    rescue

    @Sportler99: So was kann man immer leicht behaupten und angebliche Gespräche mit Ärzten in den Raum stellen. Wenn diese OP so dringlich ist, dann wird sie auch sofort gemacht werden und kann sich der Patient selbst jederzeit telefonisch, vielleicht aber nicht in Form eines Postings, in der Orthopädie melden (04852/606-680). Wenn sie nicht dringlich ist, wird sie nach entsprechender Reihung auch ordnungsgemäß eingeplant und durchgeführt werden.

    Der frühestmögliche Zeitpunkt des Wiederhochfahrens stationärer und ambulanter Strukturen wurde übrigens österreichweit für alle öffentlichen Krankenhäuser durch Richtlinien des Gesundheitsministeriums vorgegeben und startete, wie auch in Lienz, am 4. Mai. Erst Ende April konnten auch die Eskalationsstufen im BKH Lienz wieder reduziert werden, wie das im Bericht von Primar Schmidt nachzulesen ist, das ist einfach so!

    Für wie lange kann das ebenfalls niemand gesichert einschätzen, wie die weitere Entwicklung von Corona vorhersagen. Alles andere bleibt damit nur Kaffeesudlesen.

Schachtelhalm

Lieber "Sportler99" ich kenne zwar deine Krankengeschichte nicht, aber aus deinem Statement läßt sich einiges ableiten. Ob du deine MRT für deine "zersportelte" Hüfte jetzt oder in 3 Monaten kriegst bzw. den OP-Termin vielleicht erst im Herbst - ist unwesentlich. Zuerst kommt wohl eine von ihrer Lebensarbeit gezeichnete Mame aus Virgen, Innervillgraten, Kals oder sonstwoher für eine Hüftprothese dran. Im übrigen hast du keinen blassen Schimmer wie ein Spitalsbetrieb funktioniert. "Sportler99" first, würde Trump sagen.

isnitwahr

ganz egal wie sie es machen, es gibt immer welche geben denen man es nicht recht machen kann. hat eigentlich einer eine Ahnung, was da im Hintergrund alles laufen muss, um wieder "hochzufahren"? Wenn man die Erklärung von Prim. Schmidt so hört, sind da ganz schöne Vorbereitungen zu treffen. Ein Krankenhaus ist halt einmal keine Fabrik und auch da gehts nicht von jetzt auf gleich.

Bliaml

Wird der Spitalsbetrieb heruntergefahren wird gemeckert. Was wäre gewesn, wenn trotz Corona Krise alles so geblieben wäre im BKH wie immer? Dann hätten die Leute auch gemeckert und geschumpfe, weil vl das Haus aus allen Nähten geplatzt wäre und keine Versorgung dann mehr gewährleistet werden hätte können. Das Krankenhaus mit allen Verantwortlichen hat sehr richtig reagiert. Vielen Dank an alle und alles Gute für die kommende Zeit. Hoffen wir, dass der Alltag langsam wieder auf Touren kommt.

    Genuatief

    In der ersten Phase der Infektionswell bzw. Pandemie war das herunterfahren auch voll OK, da man nicht gewusst hat wie es weitergeht auch auf die Bilder von Italien (Lobmardei) treffend...auch man Dank geht ans Gesundheitspersonal👍

Sportler99

Ih sog nur ans 9 AKTIVE Corona Fälle 👍in Osttirol! Jede Menge Leute warten auf Operationen ich selber wurde zwei mal für ein MRT vertröstet- Begründung Corona!? Leute fongs on euren Auftrag nachzukommen der da heißt VERSORGUNG DER BEVÖLKERUNG!! Es kann einfach nicht sein das wir den Spitalsbetrieb auf 0 herunter fahren und Leute unter Schmerzen auf die verschobene Hüft Operation warten müssen. Nochmals wir haben 9 aktive Fälle!!!!

    Genuatief

    Da gebe ich @sportler 99 recht, es gibt auch andere Patienten, die vielleicht wichtige OP`s hätten und nicht aufgenommen werden. Österreich und hier speziell Osttirol und auch Kärnten sind bzgl. der wenigen positiven Coronafälle Spitzenreiter. In KLagenfurt konnte meine Tochter sogar in Begleitung auf der Gynäkologie eine Untersuchung machen.......

      schnuffi

      Sorry, aber diese beiden Postings sind nun wieder einmal mehr als unpassend! Ich persönlich sage DANKE an JEDEN EINZELNEN des Gesundheitswesens! Ihr habt einen immens wichtigen Job in dieser schwierigen Zeit gemacht!!! Nun läuft alles Gott sei Dank wieder langsam an und wir sollten nun alle geduldig und verständnisvoll sein!!! 🙂